Cholinesterase-Hemmer sind eine gut bekannte Stoffgruppe. Manche chemischen Kampfstoffe  aber auch Pestizide wirken so.
Foto: imago images/Ikon Images

Berlin - Es gibt erst wenig Klarheit im Fall Alexej Nawalny. Ob der Kremlkritiker tatsächlich wie vermutet Opfer eines Giftanschlags wurde, lässt sich auch nach der Untersuchung an der Charité nicht mit Gewissheit sagen. Immerhin gibt es inzwischen ein Spur: Die Ärzte der Berliner Universitätsmedizin fanden, wie bereits berichtet, Hinweise darauf, dass eine Substanz aus der Wirkstoffgruppe der Cholinesterase-Hemmer den plötzlichen Zusammenbruch des 44-Jährigen auslöste.

Schon diese Information fügt dem Bild einige Puzzlesteine hinzu. Denn derartige Substanzen sind im Grunde ein Klassiker unter den Nervengiften. Die Symptome sind Ärzten normalerweise gut vertraut, es gibt ein Gegengift zur Behandlung – doch wenn sich die Therapie verzögert, verschlechtern sich die Chancen auf Genesung. Daraus könnte man schließen, dass die Tat nicht unbemerkt bleiben sollte, etwa als Warnung an andere Kremlkritiker. Daraus könnte man auch schließen, dass die Verzögerung im Krankenhaus im sibirischen Omsk Taktik war. Doch das ist Spekulation.

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