BerlinKliniken in Deutschland leiden unter erheblichem Kostendruck – zulasten der Patienten. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Donnerstag berichtet, liegt eine Ursache dafür bei den sogenannten Fallpauschalen. Die Zeitung beruft sich dabei auf Ergebnisse einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, die am heutigen Donnerstag vorgestellt werden soll. Das Finanzierungsmodell mittels Fallpauschalen führe zu Personalmangel und gefährde die Qualität der Behandlung. 

Die Pauschalen machten etwa 50 bis 70 Prozent des Klinikbudgets aus. Sie werden auf der Basis von durchschnittlichen Behandlungskosten, die in etwa 300 Kliniken erhoben werden, jährlich neu kalkuliert. Nach dem Ergebnis der Studie sei diese Stichprobe allerdings nicht repräsentativ und bilde nicht den Bedarf aller Krankenhäuser in Deutschland ab. Das System sei intransparent und erzeuge Kostendruck, der insbesondere zu einer dramatischen Unterbesetzung in der stationären Krankenpflege führe. Dort fehlten bereits mehr als 100.000 Vollzeitstellen. 

Klinikmanager sind an diese Pauschalen gebunden. Kosten müssten gedeckelt werden. Häufig spare man deshalb am Personal, dem größten Postenfaktor in der Kalkulation. Mit erheblichen Auswirkungen auf die Versorgung der Patienten:„Das Risiko schwerer und lebensbedrohlicher Komplikationen bis hin zum Versterben“ der Patienten sei erhöht, wird Michael Simon, Gesundheitsforscher und Autor der Studie, zitiert. Um in deutschen Krankenhäusern eine adäquate Versorgung gewährleisten zu können, müssten zwischen 160.000 und 260.000 zusätzliche Pflegekräfte eingestellt werden, so die Studie.