Traditionelle Feuerlaternen steigen während des Yeepeng Festivals, auch Loi Krathing, in den Nachthimmel auf.
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Das neue Jahr hat für den Krefelder Zoo mit einer Tragödie begonnen: Wenige Minuten nach Mitternacht brach im Affenhaus ein Feuer aus, mehr als 30 Tiere sind tot, darunter auch ein Schimpanse, fünf Orang-Utans und zwei Gorillas.

Wie die Polizei am Neujahrsmorgen bekannt gab, sollen Himmelslaternen den Brand verursacht haben. Dabei sind die  sogenannten chinesischen Fackeln seit 2009 in Deutschland verboten. Wir klären die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was sind Himmelslaternen?

Himmelslaternen sind circa 40 bis 60 Zentimeter große Lampions aus dünnem Reispapier, das auf biegsame Bambusstäbe gespannt und durch Drähte aufgespannt ist. Sie funktionieren wie Miniatur-Heißluftballons. In der Mitte ist eine brennbare Flüssigkeit oder mit Wachs getränkter Baumwollstoff, der angezündet wird. Der Auftrieb der heißen Luft lässt die Laterne in den Himmel steigen. Die Himmelslaternen können eine Flughöhe von bis zu 400 Metern erreichen. Sobald das Brennmittel erloschen ist, sinkt auch die Himmelslaterne zu Boden.

Warum sind sie verboten?

In Deutschland darf man Himmelslaternen zwar kaufen, aber das Steigenlassen ist an strenge Richtlinien geknüpft, Genehmigungen werden nur in den seltensten Fällen erteilt. Nachdem es bis 2009 zu mehreren Bränden zum Teil mit Todesfolge kam, wurden Himmelslaternen in fast allen deutschen Bundesländern verboten. Zu kaufen gibt es die Fluglaternen dennoch beinahe überall im Internet. Nicht zuletzt bei Versandriesen wie Amazon oder E-Commerce-Unternehmen wie Wish. Wer trotz Verbot Himmelslaternen steigen lässt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro rechnen.

Sind Himmelslaternen gefährlich?

Grundsätzlich ist der Gebrauch von Himmelslaternen ungefährlich.  Das Reispapier kann sich allerdings unter ungünstigen Bedingungen schnell entzünden und auch große Brände auslösen. Es handelt sich bei den Fluglaternen um eine offene Feuerquelle, deren Flugrichtung nicht beeinflusst werden kann. Durch starken Wind und eine trockene Umgebung kann schnell eine Brandgefahr entstehen. 

Himmelslaternen haben in anderen Ländern große Tradition

Das chinesische Laternenfest, auch als Lichterfest bekannt, schließt jährlich das mehrtägige Neujahrsfest ab. Hier werden die Lampions nicht nur in den Städten aufgehängt oder auf dem Wasser treiben gelassen, auch Abertausende Einheimische und Touristen lassen Himmelslaternen steigen. Besonders bekannt ist die Tradition des Loi Krathong in Thailand. In Chiang Mai wird das Fest auch Yi Peng genannt, was übersetzt in etwa „schwebende Fackeln“ heißt.