Abstand halten zählt nach wie vor zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen vor Corona.
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BerlinSechs Stunden saßen die Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung während unserer jüngsten Leseraktion zum Thema Corona an den Apparaten. Es ging vor allem um aktuelle Schutzmaßnahmen, um Symptome, um Risikogruppen und soziale Kontakte. Hier eine Auswahl der häufigsten Fragen und die jeweiligen Antworten:

Seit gestern habe ich Halsschmerzen und fühle mich nicht gut. Ob ich mich mit dem Coronavirus angesteckt habe?

Wenn Sie diese Vermutung haben, dann sollten Sie das Haus möglichst nicht verlassen und direkte Kontakte zu Menschen so weit wie möglich reduzieren. Rufen Sie Ihre Hausarztpraxis an – wegen der hohen Ansteckungsgefahr bitte nicht ohne vorherige Anmeldung in die Praxis gehen.

Und wenn man den Hausarzt bei Verdacht auf Corona nicht erreicht?

Dann wählen Sie die 116117, die Nummer des Patientenservices der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Auch das Gesundheitsamt ist ein möglicher Ansprechpartner. Wenn es Ihnen plötzlich schlechter geht und akute Atemnot dazukommt, dann wählen Sie die 112 für den Notarzt.

Hinter welchen Beschwerden könnte Corona stecken?

Das sind unter anderem Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, Kopf- und Gliederschmerzen.

Es kehrt ja derzeit wieder etwas Normalität ein. Das ist schön, andererseits könnte sich das Virus mehr verbreiten. Wie schützt man sich jetzt am besten?

Indem Sie einen Abstand von mindestens anderthalb Metern zu Ihren Mitmenschen und die Hygieneregeln in Bezug auf Niesen, Husten und Händewaschen penibel einhalten. Und tragen Sie eine Mund-Nasen-Bedeckung, wenn es eng wird. Die Regeln lassen sich gut mit dem Kürzel AHA merken: Abstand, Hygiene, Alltagsmasken.

Warum gerade anderthalb Meter Abstand?

Das Virus wird vor allem bei engem Kontakt zwischen Menschen durch das Ausstoßen von sehr kleinen Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen. Diese Tröpfchen sinken spätestens nach anderthalb Metern zu Boden und können dann die Schleimhäute anderer Menschen in Nase, Mund und Augen nicht mehr so leicht erreichen. Deshalb ist dieser Abstand der beste Weg, eine Ansteckung zu vermeiden.

Ist es sicherer, in die Armbeuge oder ins Taschentuch zu husten oder zu niesen?

Am besten in ein Einwegtaschentuch, das Sie danach sofort entsorgen. Anschließend sollten Sie gründlich die Hände waschen. Ist so schnell kein Taschentuch greifbar, dann sollten Sie die Armbeuge nutzen.

Ich fühle mich völlig gesund. Warum soll ich beim Einkauf eine Maske tragen?

Man kann das Virus schon zwei Tage vor den ersten Krankheitszeichen ausscheiden. Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist in der Lage, die infektiösen Tröpfchen abzufangen. So wird das Risiko, eine andere Person anzustecken, verringert. Eine solche Schutzwirkung ist bisher nicht wissenschaftlich belegt, sie erscheint aber plausibel. Es gibt jedoch keine Belege dafür, dass man sich durch den Mund-Nasen-Schutz selbst vor einer Ansteckung schützen kann.

Für wen ist es besonders gefährlich, sich zu infizieren?

Das sind vor allem Ältere ab etwa 50 Jahren, Raucher, stark Übergewichtige, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, mit chronischen Lungen- und Lebererkrankungen, mit geschwächtem Immunsystem, mit Diabetes und Krebs. Aber auch bei Jüngeren und Menschen ohne Vorerkrankungen kann Covid-19 einen schweren Verlauf nehmen.

Mein Vater ist 81 und Diabetiker. Was kann er machen, damit er sich wirklich nicht infiziert?

Zuerst natürlich die AHA-Regeln genau befolgen, außerdem möglichst zu Hause bleiben und sich durch Familien- oder Nachbarschaftshilfe versorgen lassen. Private Kontakte sollten auf das Notwendigste reduzieren werden. Auch dabei Abstand halten! Wissen sollten Sie aber auch, dass nicht bei jeder Person mit einer Vorerkrankung Covid-19 schwer verläuft. Aber man kann den Einzelfall nicht vorhersagen.

Ich habe demnächst einen Termin beim Arzt. Sollte ich den lieber auslassen? Ich bin schon 79 Jahre alt.

Arztbesuche sind möglich und je nach Gesundheitszustand auch wichtig. Bitte melden Sie sich vorher unbedingt telefonisch in der Praxis und informieren Sie sich über den derzeitigen Praxisablauf und notwendige Hygienemaßnahmen.

Wie lange dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19?

Nach einer Ansteckung kann es bis zu 14 Tage dauern, bis Krankheitszeichen auftreten. Im Durchschnitt beträgt die sogenannte Inkubationszeit fünf bis sechs Tage.

Ist es möglich, dass ich das Virus in mir trage, es nicht merke und so unwissentlich andere Menschen anstecke?

Ja, man kann sich angesteckt haben, ohne es zu bemerken, weil die Symptome sehr schwach oder nicht vorhanden sind. In Studien lag der Anteil von Erkrankungen ohne Symptome bei 43 Prozent, bei Kindern bei 50 Prozent und bei Schwangeren bei 88 Prozent. Infizierte Personen ohne Krankheitssymptome sind jedoch ebenso ansteckend wie Menschen, die Krankheitszeichen haben.

Ab wann ist man nach einer Corona-Erkrankung nicht mehr ansteckend?

Bei Menschen mit leichtem Verlauf, die sich zu Hause auskurieren können, geht man derzeit davon aus, dass sie spätestens nach 14 Tagen wieder genesen sind. Bei schwerem Krankheitsverlauf dauert die Genesung in der Regel länger. Aber der behandelnde Arzt oder das zuständige Gesundheitsamt entscheidet, ob man als genesen und nicht mehr ansteckend gilt.

Wir haben einen Hund. Können wir weiter mit ihm kuscheln oder müssen wir jetzt vorsichtiger sein?

Empfehlungen zum Umgang mit Haustieren findet man auf der Seite des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI). Das FLI ist das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit und befasst sich unter anderem mit dem Schutz vor Infektionen, die zwischen Tier und Mensch übertragen werden.

Ich würde gern meinem Enkelsohn bei den Hausaufgaben helfen. Geht das jetzt schon?

Wenn Sie nicht mit Ihrem Enkelsohn gemeinsam wohnen, sollten Sie nicht mit ihm zusammen über den Hausaufgaben sitzen. Es ist nicht auszuschließen, dass Kinder das Virus unbemerkt übertragen. Vielleicht funktioniert die Hilfe ja auch übers Telefon? 

Weitere Informationsangebote:

Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für persönliche Fragen zum Coronavirus: 0800-2322783 (auch aus dem Mobilfunknetz kostenlos), erreichbar montags bis donnerstags 10 bis 22 Uhr, freitags bis sonntags 10 bis 18 Uhr.
BZgA im Internet: www.infektionsschutz.de
Bundesministerium für Gesundheit: www.zusammengegencorona.de
Robert Koch-Institut: www.rki.de
Kassenärztliche Bundesvereinigung: www.116117.de