Soomaa - Leise glucksen die Paddelschläge im Flüsschen Raudna zum Flöten der Amseln. Spechte trommeln, irgendwo ruft ein Kauz. Mücken surren über dem Wasser, das den hellen Sommerhimmel spiegelt. Der Wald von Soomaa spricht viele Sprachen. Wenn Indrek Vainu durch die Wildnis des estnischen Nationalparks paddelt, horcht er aufmerksam auf jedes Geräusch. Durch den Park streifen noch immer Bären, Wölfe und Luchse. Plötzlich taucht direkt vor dem Kanu ein Biber auf. „Das hier ist ihr Reich“, sagt Vainu. „Sie sind die Einzigen, die hier Bäume fällen sollten.“

Seit Jahren hat der Naturschützer dokumentiert, wie rund um den Soomaa-Nationalpark und in anderen Teilen Estlands selbst in Schutzgebieten große Flächen kahl geschlagen wurden. Wären die Biber die Einzigen, die in den estnischen Wäldern die Bäume fällen, Indrek Vainu wäre heute wohl kaum einem außerhalb von Soomaa bekannt. Unter den wenigen Einheimischen mag der Aussteiger als Sonderling gelten, der, wie er selbst sagt, „wie eine Art unter vielen des borealen Waldes“ zurückgezogen mit seiner kleinen Familie in einer selbst gebauten Hütte lebt.

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