Berlin - Der heftige Wintereinbruch in Europa hatte den Flug der Kraniche unterbrochen. Die Vögel standen gewissermaßen im Stau. Aber jetzt kommen sie mit dem milderen Wetter zu uns geflogen. Mit aller Macht: Große Schwärme ziehen über das Land, die Kraniche sind zu Zehntausenden unterwegs. Und sie haben es eilig, denn insgeheim stehen sie alle im Wettbewerb um die früheste Ankunft am Ziel: Wer zuerst ankommt, hat die größte Auswahl bei den Brutplätzen – von denen die besten Schutz und das meiste Futter bieten.

Kraniche überwintern bei uns zu Tausenden

In der Mark Brandenburg könnten sie indes eine „böse“ Überraschung erleben. Dort haben nämlich Tausende Kraniche überwintert. Ein Trend, den Naturschützer schon seit Jahren beobachten und der wohl mit der Erwärmung des Klimas zu tun haben könnte – in diesem Jahr blieben die Schreitvögel sogar bei Eis und Schnee. Dabei halten sie sich vor allem im Oderbruch auf. Inzwischen würden die Gruppen aber auf Feldkuppen oder auch auf Eisflächen gemeinsam übernachten, berichtet Dirk Treichel, Leiter des Nationalparks Unteres Odertal.

Foto: dpa/Bernd Wüstneck
Kalt erwischt: Kraniche suchen auf einem eingeschneiten Acker nach Futter.

Am Boden regen sich derweil die Frösche und Erdkröten. Zumindest dort, wo es schon etwas wärmer ist. Monika Hachtel vom Naturschutzbund Nordrhein-Westfalen berichtet von den bereits begonnenen Arbeiten im Amphibienschutz: Im Rheinland seien zum Teil schon Fangzäune entlang der Straßen aufgestellt wurden – sie sollen verhindern, dass die Reptilien auf dem Weg zu ihren Laichplätzen von Autos überfahren werden. Wo indes kein Zaun errichtet wird, müssten Tiere später von Helfern eingesammelt und über die Straßen getragen werden.

Nachschub: Frösche für den Kranich

Am verbreitetsten ist die Erdkröte. Aber auch Moorfrosch, Grasfrosch, Laubfrosch, Springfrosch, Kammmolch und Knoblauchkröte regen und räkeln sich jetzt. Damit die Tiere aber richtig losziehen und dann hoffentlich nicht von Autos überfahren werden, ist bestes Schmuddelwetter nötig: Es muss ordentlich regnen und die Temperaturen müssen nachts über sechs Grad sein. Und dann vermehren sich die Kröten, ganz im Dienste der Natur: Denn Kraniche fressen neben Fischen, Würmern und Insekten sehr gern auch Reptilien, insbesondere Frösche.