Berlin/Chemnitz - Auf Instagram haben Erdmännchen (Suricata suricatta) eine fleißige Fanbase. Unter Account-Namen wie „Meerkat Lovers“ und „Erdmännchen-Liebhaberin“ sowie den entsprechenden Hashtags finden sich zahllose Aufnahmen von tapsenden, turnenden und treudoof in die Kamera blickenden Exemplaren. In Tierparks weltweit gehören die Säugetiere aus der Familie der Mangusten zu den Publikumsmagneten.

Das war nicht immer so. Früher waren Erdmännchen nur selten in Zoos zu sehen und wenn doch, nahmen Besucher kaum Notiz von ihnen. In der Enzyklopädie „Säugetiere des südlichen Afrikas“ von 1997 heißt es: „Noch vor zehn Jahren waren Erdmännchen und ihr interessantes Privatleben der breiten Öffentlichkeit praktisch unbekannt. Doch dann erlangten sie in Folge einer wissenschaftlichen Studie in der Kalahari und einer anschließenden Fernsehproduktion weltweite Bekanntheit und spielten sogar in einer kürzlichen Disney-Produktion aus Hollywood eine wichtige Rolle.“

Eine Disney-Produktion aus Hollywood rückte die Tiere ins Rampenlicht

Bei der Produktion handelte es sich um den „König der Löwen“ von 1994, in dem das Erdmännchen „Timon“ eine Hauptrolle spielte und nach dem Erfolg des Films sogar eine eigene TV-Serie bekam. So begann der Siegeszug der kleinen Tiere. Plötzlich kannte jeder Erdmännchen und fast jeder mochte sie. Darauf reagierten auch die Zoos, etliche nahmen in den letzten 25 Jahren Exemplare in ihren Bestand auf. Auf den Ranglisten des Zooexperten Anthony Sheridan stehen Erdmännchen auf dem siebten Platz der am häufigsten gehaltenen Tierarten in Europa und auf Platz zehn der beliebtesten Säugetiere.

Und so ist auch die Freude im sächsischen Chemnitz groß, hat es doch im städtischen Tierpark Nachwuchs gegeben. Vor einem Monat entdeckten die Pflegerinnen die Jungtiere erstmals in ihrer Wurfbox. Seit der vergangenen Woche sind die Neuankömmlinge auch zeitweise auf der Anlage zu sehen. Mit dem aktuellen Nachwuchs umfasst die Gruppe im Chemnitzer Tierpark nun zwölf Tiere. In freier Wildbahn können die geselligen Geschöpfe auch in Kolonien von bis zu 40 Individuen zusammenleben.

Mittlerweile erkunden die Jungtiere auch schon fleißig ihr Gehege – immer unter den wachsamen Augen der Familienmitglieder. An der Aufzucht beteiligen sich nämlich alle Tiere einer Kolonie, heißt es vom Tierpark. Die Jungtiere ziehen sich auch immer mal für eine Pause in eine der Höhlen zurück, wo sie von der Mutter noch gesäugt werden.

Ansonsten ist aber viel Zeit für Gewusel unter den Augen etlicher Besucher. Denn unbestritten gehören die kleinen Raubtiere auch im Tierpark Chemnitz zu den absoluten Besucherlieblingen.