Berlin - Bärlauch gilt als der vornehme Verwandte des Knoblauchs, denn er hat das feinere, rundere Aroma und hinterlässt auch nicht den lästigen Mundgeruch. Dabei wird das Kraut nicht nur als Gemüse- und Gewürzpflanze wertgeschätzt, sondern dient seit alters her als überaus vielseitiges Heilmittel. Ihm wird eine verdauungsfördernde, entgiftende, antimikrobielle und kreislauffördende Wirkung zugesprochen. Kurzum, Bärlauch ist so etwas wie Superfood, eine so leckere wie gesunde Sache.

Jetzt im Frühling lässt der Bärlauch wieder seinen zarte Knoblauchduft durch die Wälder ziehen, zwischen März und Mai können seinen Blätter geerntet werden. Doch Obacht, für einige Tiere ist das Heilkraut gar nicht bekömmlich. Für Pferde etwa, aber auch für Hunde erweist sich Allium ursinum sogar als giftig. Und so warnt auch Tina Hölscher von der Tierschutzorganisation Aktion Tier vor der Pflanze: Sie zerstöre die roten Blutkörperchen und führe damit zu Blutarmut. Das liege an der Wirkung des Giftstoffes Methylcystein-Sulfoxid im Bärlauch.

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Bärlauch (Allium ursinum) ist gefährlich für Hund und Pferd.

Erste Symptome einer derartigen Vergiftung sind Schleimhautreizungen. Doch die könne man beim Tier kaum diagnostizieren, so die Veterinärin, da es seine Beschwerden ja nicht mitteilen könne. Dass mit ihm etwas nicht stimmt, bemerkten seine Besitzer zumeist erst dann, wenn Durchfall und Erbrechen hinzukommen. Ein echtes Gegengift gibt es nicht. Der Tierarzt kann allerdings versuchen, den Kreislauf des Tieres mit Infusionen zu stabilisieren. Im schlimmsten Fall wird eine Bluttransfusion erforderlich, um die kaputten roten Blutkörperchen zu ersetzen.

Erstaunlich, mit welchen Giften die Menschen ihre Tiere füttern

Welche Menge an Bärlauch für Hund oder Pferd tödlich ist, sei schwer zu sagen. Die Dosis ist vom Gewicht des Tieres und der im Bärlauch enthaltenen Giftstoffmenge abhängig. „Daher sind Hunde- und Pferdebesitzer gut beraten, ihrem Tier am besten gar keinen Bärlauch zu füttern, dann sind sie auf der sicheren Seite“, so Hölscher. Auch auf Koppeln müsse der Bärlauch samt Knolle aus der Erde entfernt werden. Ebenfalls giftig für Hund und Pferd seien im Übrigen alle mit dem Bärlauch verwandten Pflanzenarten. Hierzu gehören Knoblauch, Zwiebeln und sogar Schnittlauch!

Grundsätzlich gilt, dass für Tiere in der Regel nicht gut ist, was uns Menschen schmeckt. Bei Hunden wirken zum Beispiel Kaffee oder Kakao/Schokolade giftig, wie das Magazin Ein Herz für Tiere aktuell schreibt. Des weiteren lebensbedrohlich ist die Zuckeralternative Xylit. Rohe Bohnen lassen die die roten Blutkörperchen verkleben, Zwiebeln zerstören sie sie gar. Avocados enthalten Persin, und das kann beim Hund zu Durchfall und Erbrechen führen. Auch der große Kern ist kein Spielzeug – das Tier kann daran ersticken. Erstaunlich, was an die Vierbeiner so verfüttert wird.

Schneckenkorn riecht süßlich und wird von Hunden gern gefressen

Doch zurück zum Frühling: Mit Beginn der Gartensaison und mit dem Aussäen auf den Feldern werden auch wieder Schneckenkorn und Insektizide verwendet. Für Hunde kann das gefährlich werden, denn vor allem Schneckenkorn riecht süßlich und wird von Hunden gerne gefressen. Halter sollten deshalb vor allem bei Spaziergängen in der Nähe von Feldern auf verdächtige Kügelchen oder anderes Streugut achten. Und sie sollten wissen, welche Mittel sie im Garten einsetzen dürfen.

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Blaue Krümel: Schneckenkorn ist allerdings in vielen Farben erhältlich.

Wenn ein Hund Schneckenkorn gefressen hat, zeigen sich solche Symptome wie Speicheln, Erbrechen, Muskelkrämpfe und Zittern schon nach etwa einer Stunde. Je eher Hundehalter dann zum Tierarzt gehen und ihren Verdacht äußern, desto sicherer kann dem Hund geholfen werden. Sollte der Hund gerade erst das Schneckenkorn zu sich genommen haben, mögen Kohletabletten die Rettung sein: Sie binden den Giftstoff an sich – und der wird daraufhin über den Kot wieder ausgeschieden.

Die Fehlanwendung von Zeckenmitteln kann für Katzen tödlich sein

Zecken sind für viele Tiere eine Plage. Zum Schutz vor der sich derzeit rapide ausbreitenden Auwaldzecke, auch als Buntzecke bekannt, greifen viele Tierhalter auf Arzneimittel mit dem Wirkstoff Permethrin zurück. Doch dies ist für manche Tiere nicht ungefährlich, warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Während Hunde die Mittel gut vertragen, können bei Katzen schwere Vergiftungen auftreten – sogar auch mit tödlichem Ausgang. 

Permethrin wird seit langem erfolgreich bei einigen Haustieren gegen Ektoparasiten wie Flöhe und Zecken eingesetzt. Das Mittel konnte lange Jahre nur nach eingehender Beratung über den Tierarzt bezogen werden, ist inzwischen aber auch online erhältlich – ganz ohne Beratung.

Vor diesem Hintergrund sollten Tierhalter die Risiken einer Fehlanwendung bei Katzen beachten. Weil denen ein spezifisches Enzym fehlt, um Permethrin im Körper umzuwandeln, können bei ihnen schwere Vergiftungserscheinungen auftreten, die auch zum Tode führen können.

Die Hauptsymptome einer Permethrinvergiftung sind: Krämpfe, Lähmungserscheinungen, erhöhter Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Atembeschwerden. Treten diese Symptome nach einem unbeabsichtigten Kontakt der Katze mit Permethrin auf, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.

Die Auwald- oder auch Buntzecke ist Überträger der Babesiose, die zu hohem Fieber und zur Zerstörung der roten Blutkörperchen führen kann, was ebenfalls tödlich enden kann. (mit dpa)