Eigentlich friedliebend: Kühe auf der Weide.
Foto: Imago Images

Kulikitaka-Challenge: In den endlosen Weiten des Internet kursiert derzeit ein bizarres Phänomen. Ob seiner massenhaften Verbreitung heißt das dann Trend: Jugendliche erschrecken zu den aufreizenden Sommerhitklängen des spanischen Songs „Ku-li-ki-taka“ harm- und arglos weidende Kühe – dieser auf kurzen Filmen gebannte „Spaß“ wird dann über die Videoplattform TikTok hochgeladen und verbreitet. Leute, geht’s noch?! Immerhin, die Plattform erklärte mittlerweile, gegen die Quälerei vorzugehen: „Wie unsere Community Richtlinien deutlich machen, dulden wir keine Inhalte, die unnötig schockierend und grausam sind, sowohl gegenüber Menschen als auch Tieren.“ Ob das stimmt?

Landwirte in Deutschland hatten davor gewarnt, diese Videos nachzuahmen, und zwar nicht nur, weil der vermeintliche Spaß die Tiere unter Stress setzt und bei trächtigen Kühen zu Fehlgeburten führen kann, sondern auch die Menschen in Lebensgefahr bringt: Obwohl Kühe eigentlich Fluchttiere und in der Regel friedliebend sind, werden sie unter Umständen aggressiv – gerade wenn es darum gehe, den Nachwuchs zu verteidigen. Mit einer wütenden Kuh ist bei einem Gewicht von 600 bis zu 1000 Kilogramm in jedem Fall nicht zu spaßen. Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu Angriffen der Tiere auf Wanderer, zuletzt wurden im Juni auf einer Weide am Vilsalpsee in Tirol drei Menschen verletzt.

Wie auch immer, bei TikTok wird, wer nach dem Hashtag #scarecow sucht, immer noch die entsprechenden Videos finden – zahlreich! Und der Hashtag #kulikitaka fördert die gleiche Übung mit anderen Tieren zutage, Hunde, Katzen … Auch das ist nicht witzig!