MünsterDie Frisur ist gerettet, die Pediküre kann weitergehen: Hunde dürfen auch während des Corona-Lockdowns beim Groomer verwöhnt werden. Groomer, das ist Neudeutsch für Hundesalon oder -frisör, eine Dienstleistung, die nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Münster in diesen harten Pandemie-Zeiten weiter angeboten werden darf – solange die Abstandsregen eingehalten werden. So sieht es das Gericht: Das zurzeit geltende Verbot von Friseurdienstleistungen umfasse nur entsprechende Dienstleistungen an Menschen – Tiere sind also ausgenommen.

In dem Entscheid vom Mittwoch heißt es zur Begründung, dass bei der Übergabe des Hunds der vorgeschriebene Mindestabstand von eineinhalb Metern zwischen Hundefriseur und Hundebesitzer eingehalten werden könne (Az.: 5 L 7/21). Das Münsteraner Gericht gab damit dem Eilantrag einer Hundefriseurin statt. Die Coronaschutzverordnung verbiete nicht die Ausübung der beruflichen Tätigkeit der Antragstellerin, so das Gericht. Untersagt seien alle Dienst- und Handwerksleistungen, bei denen der Mindestabstand zum Kunden nicht eingehalten werden könne.

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Im Hundesalon wird das Haar nicht nur geschnitten, sondern auch gefärbt.

Diese Unterscheidung geht nicht nur zuungunsten des Friseurhandwerks am Menschen, sondern betrifft auch andere, eine größere Nähe zum Kunden voraussetzende Dienstleistungen, also etwa Gesichtsbehandlung, Kosmetik, Nagelstudios, Maniküre, Massage, Tätowieren und Piercen. Dagegen, so hob das Gericht in Münster hervor, bleiben andere Einrichtungen des Handwerks und des Dienstleistungsgewerbes, zum Beispiel Reinigungen, Waschsalons, Autowerkstätten, Fahrradwerkstätten und Autovermietungen geöffnet.

Die Antragstellerin, Elisa Kloppenborg aus Emsdetten, biete als Frisörin für Hunde eine Dienst- beziehungsweise Handwerksleistung an – und halte dabei den Mindestabstand von eineinhalb Metern zum Hundebesitzer ein. Und so, wie es bei Auto- und Fahrradwerkstätten „bei der Übergabe der zu reparierenden Sache“ nicht notwendigerweise zu einem Kontakt zwischen dem Dienstleister und seinem Kunden komme, verhalte es sich bei der Übergabe eines Hunds zum Zwecke des Frisierens und Krallenschneidens. (mit AFP)

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Hat Recht bekommen: Hundefriseurin Elisa Kloppenborg aus Emsdetten.