Haben wir durch Intimrasuren weniger Sex?

„Die Deutschen sind, was Intimrasuren angeht, am radikalsten“

„Die Deutschen sind, was Intimrasuren angeht, am radikalsten“, so Wissenschaftlerin Stirn. Bei den Amerikanern sei es ähnlich. Auch in Südostasien und den arabischen Ländern gebe es diesen Trend. In Südamerika würde die Scham aber häufig nicht komplett glatt rasiert.

Vor ein paar tausend Jahren habe es dieses Phänomen schon einmal gegeben, weiß Stirn, etwa in der Antike und im alten Ägypten. Auch damals stand demnach die Ästhetik im Vordergrund. Dabei hätten Schamhaare natürlich durchaus eine schützende Funktion. Sie könnten die Haut vor Abrieb und Bakterien schützen. Ihr Geruch gebe außerdem Aufschluss über den Immunhaushalt – ein Merkmal, das Menschen unbewusst bei der Wahl des potenziellen Partners prüfen.

Der Druck, sich komplett zu rasieren, tötet die Lust

Stimmt, da war was. Partnerwahl. Liebesleben. Sex. Der ganze Aufwand für die perfekte Intimzone soll ja wohl zu irgendwas gut sein. Was macht die komplette Nacktheit mit unserem Sexleben? Die Allgegenwärtigkeit der perfekt glatt rasierten Körper führe zu einer zunehmenden Lustlosigkeit, erklärt Stirn. „Je mehr ideale Bilder uns umgeben, desto eher wird uns bewusst, dass wir diese perfekte Darstellung nie erreichen können – und desto weniger Lust haben wir, unsere eigene Sexualität auszuleben.“ Untenrum frei heißt also nicht unbedingt obenrum frei. Freiheit beginnt im Kopf. Also ganz egal ob rasiert oder nicht – mehr Diversität würde in jedem Fall mehr Freiheit bedeuten – und damit mehr Sex.

(rer)