Berlin - Die Pandemie, heißt es, legt Stärken und Schwächen eines Systems offen. Wenn das stimmt, ist das deutsche Gesundheitssystem besser als sein Ruf. Das Virus hat hierzulande nicht so hart zugeschlagen wie anderswo. Die Niederlande etwa erwischten einen deutlich schlechteren Start im Kampf gegen Corona. Im Kampf gegen Klinikkeime aber liegen sie vorn. Ihr System basiert auf Prävention. Sie ist in die Behandlungskosten eingepreist, in Deutschland dagegen ein gesonderter Posten.

Die Dänen wiederum finanzieren ihr Gesundheitssystem zu 80 Prozent aus Steuern. Sie haben die Anzahl ihrer Krankenhäuser von 35 auf zwölf Standorte reduziert. Dänemark gilt deutschen Gesundheitsökonomen daher als gutes Beispiel. Ist es das? Nein. Derartige Vergleiche hinken. Lediglich sechs Millionen Einwohner leben bei unserem nördlichen Nachbarn, dennoch haben sogar dort viele Menschen einen weiten Weg bis zur nächsten Klinik. In den Niederlanden gibt es keine niedergelassenen Fachärzte, gibt es weniger Arztkontakte, weniger Infektionsmöglichkeiten, dafür aber auch verspätete Diagnosen. Fallpauschalen regeln in Deutschland die Vergütung medizinischer Leistungen, regeln Versorgung nach Bedarf, setzen allerdings auch falsche Anreize.

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