Nanjing - In der chinesischen Stadt Nanjing weiß man seine tierischen Neuankömmlinge zu begrüßen. Die Geburt eines Gibbons im örtlichen Hongshan Waldzoo wurde vor einem Monat in den Zeitungen gebührend gefeiert. Kein Wunder, das Kerlchen ist ein flauschiger Wonneproppen, vor allem aber war es die erste per Kaiserschnitt durchgeführte Geburt eines Siamang-Gibbons (Symphalangus syndactylus) in China und der erste Siamang-Zuchterfolg des Waldzoos.

Inzwischen hat der Kleine einen Namen: Lucky. Die englischsprachige Zeitung The Nanjinger berichtet, der Siamang sei nach dem Mondkalender jetzt einen Monat alt. Offenbar ein wichtiges Datum. Ansonsten gehe es der Mutter Purba leidlich gut, sie habe ein wenig Schmerzen und gebe auch nicht genügend Milch. Lucky entwickle sich dagegen prächtig, nach der Geburt habe er von 650 auf 828 Gramm zugenommen, aus den anfänglich vier Zähnen seien bereits acht geworden.

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Der aufblähbare Kehlsack ist charakteristisch für den Siamang.

Siamangs sind die größten und schwersten Vertreter der Familie der Gibbons. Charakteristisch für sie ist der große, aufblähbare Kehlsack. Auffällig an ihnen sind auch die langen Arme, sie verleihen ihnen ein eher schlaksiges Aussehen. Eben die Arme waren auch der Grund für die Komplikationen bei Luckys Geburt: Sein rechter Arm kam zuerst zum Vorschein und versperrte ihm den Ausgang. Die schwierige Kindslage konnte nicht korrigiert werden – deswegen der Kaiserschnitt.

Und jetzt der obligatorische Disclaimer: Der Siamang wird von der IUCN als „endangered“ (stark gefährdet) klassifiziert. Er ist in Thailand, Malaysia und Indonesien geschützt und kommt in mindestens zehn Schutzgebieten vor. Sein Lebensraum schrumpft durch landwirtschaftliche Nutzflächen und Waldrodung – die Feuer töten insbesondere die baumflüchtenden Jungtiere. Siamangs dienen als Haustiere oder werden für die traditionelle asiatische Medizin genutzt.