In Europa war der Mai hingegen etwas kälter als im globalen Durchschnitt.
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BerlinDie Weltwetterorganisation (WMO) verweist auf gleich zwei für die Klimaentwicklung Besorgnis erregende Rekordwerte: Der Mai sei nach Daten des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus im globalen Durchschnitt der wärmste Mai seit Beginn dieser Aufzeichnungen 1979 gewesen, berichtet dpa. Außerdem habe eine Messstation auf Hawaii so viel Kohlendioxid in der Atmosphäre gemessen wie nie zuvor. Indikatoren für den Klimawandel hätten neue Höhen erreicht, sagte WMO-Sprecherin Clare Nullis laut dpa am Freitag in Genf. „Das hat großen Einfluss auf die Artenvielfalt und die Natur.“ Am Freitag war der internationale Tag für die Umwelt, der unter dem Motto „Zeit für die Natur“ stand.

Die Durchschnittstemperatur lag im Mai global 0,63 Grad höher als im Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010, berichtete der Klimawandeldienst von Copernicus. Die höchsten überdurchschnittlichen Werte wurden in Teilen Sibiriens gemessen, wo die Temperatur teils bis zu zehn Grad wärmer war. Ebenso in Alaska und in der Antarktis sei es deutlich wärmer gewesen als im Durchschnitt. In Europa sei der Mai etwas kälter gewesen als im Durchschnitt.

Die Beobachtungsstation Mauna Loa auf Hawaii registrierte im Monatsdurchschnitt eine Kohlendioxid-Konzentration von 417,1 Teilchen pro Million Teilchen Luft (ppm) für Mai. Das sei der höchste Durchschnittswert gewesen, der an dieser Station je in einem Monat gemessen wurde, berichtete die US-Wetterbehörde NOAA am Donnerstag (Ortszeit). Der Wert lag 2,4 ppm höher als im Mai 2019.

Besonders hohe Werte wurden in diesem Jahr auch schon an der Messstation des Umweltbundesamtes auf der Zugspitze gemessen. Dort war die Konzentration im März im Monatsschnitt erstmals auf fast 418 Teilchen pro Million Teilchen Luft (ppm) gestiegen, 3 ppm höher als 2019. Auch im April war sie höher als im Vorjahr.

In der nördlichen Hemisphäre liegt die Kohlendioxid-Konzentration Anfang des Frühlings immer besonders hoch. Danach wächst die Vegetation und absorbiert mehr CO2, so dass der Wert im Rest des Jahres in der Regel niedriger ist, so die WMO. Der Durchschnittswert für das Gesamtjahr liege immer unter den Frühjahrswerten.