Green Hospital klingt toll. Und es ist ja auch toll, wenn laut Koalitionsvertrag „das Gesamtfördervolumen für alle im Krankenhausplan aufgenommenen Krankenhäuser“ erhöht wird, um unter anderem in Klimaschutz zu investieren. Wenn sich so ein grünes Hospital allerdings ständig im roten Bereich befindet, weil die Notaufnahmen überlastet sind, nicht genug Betten und Personal bereitstehen, heißt es nur noch: schwarz sehen. Deswegen wäre es richtig toll, wenn in den landeseigenen Krankenhäusern von Vivantes der soeben geschlossenen Tarifvertrag Entlastung dazu führt, dass mehr Pflegekräfte eingestellt und keine Bettenkapazitäten abgebaut werden.

Das mit den integrierten Versorgungszentren für einzelne Stadtteile ist ebenfalls eine tolle Idee, solange sie kein Einfallstor für private Großinvestoren sind. Denn Renditedruck und medizinische Daseinsfürsorge passen ebenso wenig zusammen wie Beiträge der hiesigen Solidargemeinschaft und Rentenfonds in Kanada.

Apropos: Schon mal von Community Health Nurse gehört? Das ist nicht nur Englisch, sondern auch ein Studiengang. Akademische Weihen sollen den Pflegeberuf attraktiver machen in der Health Community Berlin. Ein toller Anfang wäre es, schon mal das Schulgeld für Auszubildende flächendeckend abzuschaffen. Dafür könnte sich Berlin im Bund einsetzen. Ebenso für eine stärkere Entlastung pflegender Angehöriger. In der Altenpflege machen das immerhin zwei Drittel aus. Der Senat will sie besser unterstützen.

Das steht so im Koalitionsvertrag. Der umfasst 152 Seiten. Nur neun beschäftigen sich mit dem Thema Gesundheit. Mitten in einer Pandemie. Klingt erst mal nicht so toll.