Eindringlich: die rund 25 Zentimeter große Chinesische Wollhandkrabbe aus der Wohnung in Lauchringen.
Foto: dpa/Polizei/Polizeipräsidium Freiburg

Behaarte Scheren und Beine: Die Chinesische Wollhandkrabbe ist von bizarrer Schönheit und Anmut. Auch ihre schiere Grüße verströmt einen Hauch von Grusel: Ein 25 Zentimeter großes Prachtexemplar ist nun im baden-württembergischen Lauchringen in eine Wohnung gekrabbelt und hat der Bewohnerin einen ordentlichen Schrecken eingejagt. Nach Angaben der Polizei könnte der Riesenkrabbler beim Lüften durch die offene Terrassentür in die Wohnung gelangt sein. Die Bewohnerin wählte wegen des ungebetenen Besuchs den Notruf. „Mutig hatte sie dem Tier einen Mülleimer übergestülpt, sodass sich ein fachkundiger Polizeibeamter vor Ort ein Bild von dem ,Gefangenen‘ machen konnte“, hieß es in dem Polizeibericht. Die Krabbe wurde dem Veterinäramt übergeben.

Die Chinesische Wollhandkrabbe ist eine ursprünglich in China beheimatete Krabbenart. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sie nach Europa eingeschleppt. In der einheimischen Fauna mancher Flüsse hat sich das Tier mittlerweile trotz Bekämpfung durch den Menschen als Neubürger fest etabliert – auch im Rhein, der nur wenige Kilometer von Lauchringen entfernt fließt. Ein Vorkommen im Kreis Waldshut sei bislang allerdings nicht bekannt gewesen, teilte die Polizei mit. „Möglicherweise war der Einzelgänger auch irgendwo ausgebüxt.“ Die Krabben gelten als nicht für Menschen gefährlich.

Im Gegenteil, in der Elbe bei Hohnstorf etwa wird die Chinesische Wollhandkrabbe eingefangen: Eckhard Panz, der letzte Elbfischer aus der niedersächsischen Gemeinde, bricht dort jeden Morgen mit dem Boot auf, um seine Reusen zu leeren – das Tier ist nämlich eine Delikatesse. Und in Berlin, nur so ein Tipp, bietet das Start-up „Holycrab!“ allerlei invasive Tierarten für die kulinarische Weiterverarbeitung an, darunter auch die Wollhandkrabbe.