Henner Niemann, Leiter der Kreisforsten Herzogtum Lauenburg, sucht mit Wilma ein totes Wildschwein.
Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Berlin/LauenburgMan vergisst es ja in Zeiten von Corona manchmal fast: Es gibt auch noch andere Virusinfektionen, die gefährlich sind und bekämpft werden müssen. Die Afrikanische Schweinepest zum Beispiel, auch African Swine Fever oder Pestis Africana Suum genannt. Sie spielt vorwiegend in Afrika, auf der iberischen Halbinsel und Sardinien eine Rolle und hat sich in den vergangenen Jahren im Bestand der Wildschweine in Europa kontinuierlich weiter ausgebreitet. Bis Anfang August hat es in Europa bisher rund 8200 infizierte Wild- und Hausschweine gegeben. Für Deutschland besteht ein hohes Risiko der Einschleppung.

Im Kreis Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein) setzt man zur Verhinderung einer Ausbreitung auf eigens ausgebildete Suchhunde. Sie sollen ab September eingesetzt werden. Seit Ende Juni wird die acht Vierbeiner starke Suchstaffel darauf trainiert, verendete Wildschweine zu finden.

Wie bei der Klassischen Schweinepest sind nur Schweine und Zecken für das Virus empfänglich. Für den Menschen oder andere Tierarten ist das Virus zwar ungefährlich, aber die wirtschaftlichen Auswirkungen wären im Seuchenfall riesig. Schweinefleischexporte in Nicht-EU-Länder würden gestoppt.

Wilma schnüffelt im Wald an einem toten Wildschwein. 
Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Zum schleswig-holsteinischen Suchhunde-Team gehört übrigens auch Hundedame Wilma, ein Spinone Italiano und damit ein hervorragender Jagdhund mit ausgezeichnetem Geruchssinn. Das Spezialgebiet der Rasse sind die Suche und das Apportieren von Wild. Zudem sind Wilma und ihre Artgenossen wetterfest, gute Schwimmer und einsetzbar in jedem Gelände. Auch ihr gutmütiges Wesen soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.