Laut der Forscher kann strikte Hygiene den Verlauf der Krankheit deutlich mildern (Symbolbild).
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HeinsbergIm Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen sind bereits 15 Prozent der Bevölkerung gegen die durch das Coronavirus übertragene Infektionskrankheit Covid-19 immun. Das ist das Zwischenergebnis einer Feldstudie, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Ziel der Studie war es, den Stand und den Krankheitsverlauf der Infektionen besser zu verstehen.

Für die „Covid-19 Case-Cluster-Study“ unter der Leitung des Virologen Hendrik Streeck von der Universität Bonn wurden mehr als 1000 Menschen aus rund 400 Haushalten der Gemeinde Gangelt untersucht. Für rund die Hälfte der Untersuchten liegen mittlerweile Ergebnisse vor, die dem Zwischenbericht zugrunde liegen. 

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Die Sterberate im Landkreis liege demnach bei 0,37 Prozent. Zum Vergleich: Das Robert Koch-Institut weist für ganz Deutschland derzeit eine Sterberate von 1,8 Prozent aus. 

Strikte Beibehaltung der bisherigen Hygienemaßnahmen

Nach Meinung der beteiligten Wissenschaftler könne man nun allmählich beginnen, die strikten Maßnahmen der Quarantäne in Deutschland zurückzufahren. Dies müsse aber unter Beibehaltung der bisherigen Hygienemaßnahmen erfolgen, sagte der Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn, Martin Exner, der ebenfalls an der Studie beteiligt war. 

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Denn dies ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis der Wissenschaftler: Strikte Hygiene kann den Verlauf der Krankheit deutlich mildern.  Je weniger Coronaviren in den Körper eindringen, desto günstiger verlaufe die Infektion, so Exner.

Im Kreis Heinsberg gab es vor rund sieben Wochen nach einer Karnevalssitzung einen sogenannten Herdenausbruch von Covid-19-Fällen. Laut Aussage der beteiligten Wissenschaftler könne man die Daten aus Heinsberg daher nicht einfach auf die Bundesrepublik hochrechnen, da die Epidemie in den Regionen unterschiedlich verlaufe. 

Für den nordrhein-westfälischen Ministerpräsident Armin Laschet ist die Studien "ein weiterer Baustein, der uns hilft, zu einer Entscheidung zu kommen, wie man die Maßnahmen nach Ostern zurückfahren kann." Dies müsse aber nach den Feiertagen gemeinsam mit der Kanzlerin besprochen werden.

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