Bonn - Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für den menschlichen Stoffwechsel. Sie sind Baustein unserer Zellmembranen, wirken unter anderem entzündungshemmend und beeinflussen den Fettstoffwechsel positiv. Wer mit der Nahrung reichlich davon aufnimmt, kann zudem möglicherweise auch die Häufigkeit von Kopfschmerzen reduzieren. Das ist das Fazit einer neuen Studie der University of North Carolina, berichtet das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE).

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den sogenannten mehrfach ungesättigten Fettsäuren, besonders wichtig für den menschlichen Körper sind die pflanzliche Omega-3-Fettsäure ALA und die beiden überwiegend aus Fisch gewonnenen Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA. Die meisten Menschen nehmen mit der Nahrung allerdings mehr Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) auf, welche in verarbeiteten Lebensmitteln stecken, so das BZfE. Linolsäure kommt vor allem in pflanzlichen Ölen vor, wie Sonnenblumen- oder Sesamöl, aber auch in fetter Wurst und fettem Fleisch. 

Natürliche Nahrungsquelle für EPA und DHA ist fettreicher Meeresfisch, wie zum Beispiel Makrele, Hering, Thunfisch oder Lachs, schreibt die Verbraucherzentrale. Für Veganer eignen sich DHA-reiche Öle aus verschiedenen Mikroalgen. ALA ist etwa in Raps-, Walnuss- und Leinöl enthalten, wie auch in Nüssen, grünem Blattgemüse und Chia-Samen. Omega-3-Fettsäuren seien in kleinen Mengen gesund und lebensnotwendig, heißt es weiter. Sie verbessern die Fließeigenschaften des Blutes, hemmen die Blutgerinnung, wirken blutdrucksenkend, entzündungshemmend und beeinflussen den Triglycerid, also den Fett-Stoffwechsel, positiv.

Die Rolle der Linolsäure

An der Studie nahmen 182 Migräne-Patienten teil, die sich nach einer von drei Diäten ernährten. Die Kontrolldiät enthielt die vor Ort typischen Mengen an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Bei der zweiten Diät wurde die Aufnahme an EPA und DHA um eine bestimmte Menge erhöht, bei der dritten zusätzlich die Aufnahme an Linolsäure verringert.

Das Ergebnis: Die Teilnehmer, die mehr Omega-3-Fettsäuren aufnahmen, hatten weniger häufig Kopfschmerzen. Der Effekt verstärkte sich zudem, wenn auch die Menge an Linolsäure geringer war. Insgesamt berichteten Studienteilnehmer über kürzere und weniger starke Kopfschmerzen als bei der Kontrolldiät, einige konnten sogar die Medikamenteneinnahme verringern.

Die Studienergebnisse legen nahe, dass eine Ernährungsumstellung bei Migräne und anderen chronischen Schmerzen helfen kann, so die Experten des BZfE. Wichtig in diesem Fall sei dabei das richtige Verhältnis der Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, da sie Vorläufer für Signalmoleküle sind, die Schmerzen verstärken (Linolsäure) oder lindern (EPA und DHA).