BerlinOhne die Mithilfe des menschlichen Körpers wäre das Coronavirus nichts – nur eine Hülle mit genetischer Information (RNA). Der  Eintritt in die menschliche Wirtszelle wird dem Virus durch bestimmte Proteine ermöglicht, an die es andockt. Proteine helfen ihm auch bei seiner Vermehrung.  Nun haben Wissenschaftler vom Berlin Institute of Health (BIH) und der Charité gemeinsam mit anderen Forschern aus Deutschland, Großbritannien und den USA in einer großen Studie die Gene dieser sogenannten Helferproteine untersucht. Dabei stießen sie auf eine Vielzahl an Varianten, die die Fähigkeit der Proteine beeinflussen, das Virus zu unterstützen, und die auch zeigen, wo künftig neue Medikamente ansetzen könnten. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Proteine werden umgangssprachlich Eiweiße genannt. Sie finden sich in jeder menschlichen Zelle, aufgebaut aus Aminosäuren nach genetischem Bauplan. Als molekulare Werkzeuge erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben. Wie die Infektion mit Sars-CoV-2 abläuft, schildert das BIH in einer Mitteilung: Die Viren binden sich zunächst an Rezeptor-Proteine auf der Oberfläche der Wirtszellen in Rachen, Nase oder Lunge. So gelangen sie in die Zelle hinein, wo sie sich mithilfe der „Wirtszellmaschinerie“ vermehren. Die neu gebildeten Viruspartikel bringen die befallene Zelle zum Platzen und infizieren weitere Zellen. Sobald das Immunsystem das Geschehen bemerkt, kommt ein Abwehrmechanismus in Gang, mit dem Ziel, sowohl die Viren als auch virusbefallene Zellen zu zerstören und zu entfernen. Läuft alles seinen geregelten Gang, ist die Infektion spätestens nach zwei Wochen ausgestanden.

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