Blick auf die Babyklappe Karlsruhe. Die Babyklappe wurde im Juli 2001 eröffnet.
Foto: dpa/Uli Deck

Berlin - Der Schock für die Schüler war groß: Bei einer Müllsammelaktion in einem Park in Glinde bei Hamburg hatten sie vor einem Jahr die Leiche eines Säuglings entdeckt. Der kleine Junge - Polizeibeamte nannten ihn später Leander - war zwei Monate zu früh zur Welt gekommen. Die Babyleiche war in ein blaues Handtuch gewickelt und teilweise im Erdreich verscharrt. Damit es solche Fälle nicht mehr gibt, wurde vor 20 Jahren in Hamburg die erste Babyklappe Deutschlands gegründet: Dort können Mütter, die verzweifelt sind und anonym bleiben wollen, ihr ungewolltes Baby in Sicherheit bringen.

«Es geht darum, Leben zu retten. Wenn nur eine Frau den Weg zu uns findet, statt ihr Kind auszusetzen, dann hat sich unsere Arbeit schon gelohnt», sagt Leila Moysich, Geschäftsführerin von Sternipark Hamburg, der Deutschen Presse-Agentur. Der Verein hatte am 8. April 2000 die erste Babyklappe Deutschlands eröffnet. An der Eingangstür eines Kinderhauses des Vereins in Hamburg-Altona befindet sich seitdem, verborgen hinter einer schlichten Stahlklappe, ein Wärmebett, in das der Säugling anonym gelegt werden kann. Legt jemand ein Baby hinein, wird ein Alarm ausgelöst und Mitarbeiter kümmern sich sofort um das Neugeborene.

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