Entdeckt in der Nefud-Wüste: Fußabdruck aus der Zeit vor 120.000 Jahren und das digitale Modell (rechts), das die Höhenunterschiede zeigt. 
Foto:  Stewart et al., 2020

Jena - Im Nordwesten der Arabischen Halbinsel haben Forscher Fußabdrücke entdeckt, die etwa 120.000 Jahre alt sind und zu den ältesten Spuren des Homo sapiens außerhalb Afrikas zählen. Bei einem ausgetrockneten prähistorischen See fand das Team um Michael Petraglia vom Jenaer Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte auch Hunderte Abdrücke von Tieren – darunter Elefanten, Kamele, Pferde und Antilopen. Die Funde seien wie eine Momentaufnahme dieser Region, die binnen weniger Stunden bis Tage entstand, schreibt das Team im Fachblatt Science Advances.

Als Verbindung zwischen Afrika und Eurasien bilden die Arabische Halbinsel und der südöstliche Mittelmeerraum Levante eine Schlüsselregion für die Geschichte der Menschheit. Der Homo sapiens entstand in Afrika vor mindestens 300.000 Jahren. Die beiden frühesten Belege außerhalb Afrikas stammen aus Griechenland und Israel und sind rund 200.000 Jahre alt. Der bislang früheste Nachweis von Menschen auf der Arabischen Halbinsel war 85.000 Jahre alt.

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