Köln - Viele junge Frauen nehmen die Pille seit ihrer frühen Jugend: Sie schützt vor ungewollten Schwangerschaften und lindert hormonelle Beschwerden wie Unterleibsschmerzen, Pickel oder Haarausfall. Viele Gynäkologen verschreiben die Pille ohne langes Beratungsgespräch und genau so fühlt sich die Einnahme dann auch an: keine große Sache. Dabei wissen die meisten Frauen gar nicht so genau, wie die täglich eingenommenen Hormone auf Körper und Psyche wirken. Das ändert sich gerade.

War die Pille ab den 1960er Jahren das Symbol für mehr Selbstbestimmung für Frauen, so wird sie heute mehr hinterfragt: Sind täglich eingenommene Hormone nicht vielleicht gesundheitsschädlich und will ich überhaupt so „fremdgesteuert“ sein? Scheinbar nicht, denn immer mehr junge Frauen setzen die Pille ab. Und die, die sie weiterhin nehmen – das sind immerhin 72 Prozent der 20- bis 29-jährigen Frauen – haben dabei oft ein schlechtes Gewissen. „Wir beobachten einen gesellschaftlichen Wandel. Gesundheit wird heute nicht mehr nur als die ‚Abwesenheit von Krankheiten‘ definiert, sondern ganzheitlich betrachtet“, so Christiane Varga vom Zukunftsinstitut in Wien. „Ärzte haben in der Vergangenheit zu wenig über die Risiken der hormonellen Verhütung aufgeklärt“, Frauen informierten sich heute mehr durch das Internet oder in Beratungsgesprächen, so die Soziologin.

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