Ein Feldhamster im Juni dieses Jahres: Keck schaut er nach seiner Auswilderung auf einer Ackerfläche bei Mannheim aus einem Erdbau.
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Ein Hoch auf den Europäischen Gerichtshof. Er hat soeben das Recht von Feldhamstern auf ihren Lebensraum gestärkt. Ruhe- und Fortpflanzungsstätten von Feldhamstern dürfen demnach auch dann nicht zerstört werden, wenn die Tiere diese zwar nicht mehr beanspruchen, aber womöglich dorthin zurückkehren, wie die Luxemburger Richter am Donnerstag urteilten. Halten wir fest: Hamster haben Rechte.

Der Hintergrund dieses epochalen Urteils: Bauarbeiten in Österreich, für die eine Baustraße angelegt wurde. Dafür fehlte nicht nur die Genehmigung, vielmehr zerstörten die Arbeiten auch die Eingänge zu Hamsterbauen. Eine Verwaltungsbehörde hatte daraufhin eine Geldstrafe gegen den leitenden Mitarbeiter des für den Bau beauftragten Unternehmens verhängt. Dieser legt Beschwerde vor dem Verwaltungsgericht ein.

Der Mitarbeiter argumentierte, dass zum Zeitpunkt der Baumaßnahmen die Feldhamster ihre Baue nicht genutzt hätten. Außerdem wären ihre Ruhe- oder Fortpflanzungsstätten durch den Bau nicht beschädigt oder vernichtet worden. Das Verwaltungsgericht setzte das Verfahren schließlich aus und bat den EuGH, den Begriff der Ruhestätten in der entsprechenden EU-Richtlinie zum Artenschutz zu klären.

Dies ist nun geschehen. Bemerkenswert an dem RuGH-Urteil ist der Schutz für aktuell nicht genutzte Hamsterbauten: Es wird ein Rechtsanspruch für die bloße Möglichkeit einer Nutzung postuliert. Die Richter betonten, dass es ausreiche, wenn eine hinreichend hohe Wahrscheinlichkeit für die Rückkehr des Hamsters in den Bau bestehe. Diese Wahrscheinlichkeit zu bemessen sei nun die Aufgabe des Verwaltungsgerichts in Österreich.