Berlin - Freitag, 4. Dezember 2020: Es sind manchmal die absurdesten Fragen, die Menschen für sich selbst beantworten müssen. Fragen, auf die sie sich niemals hätten vorbereiten können: Was packe ich ein, während mein Vater auf einer Intensivstation um seine letzten Atemzüge ringt. Welche Klamotten greife ich aus meinem Kleiderschrank, wo ich ganz genau weiß, dass mein Papa sich vielleicht in wenigen Minuten, vielleicht in wenigen Stunden für immer vom Leben verabschieden wird. Ohne vom Leben selbst die Chance bekommen zu haben, sich von mir, von seiner Familie, zu verabschieden.

Irgendwas Schwarzes. Jeans. Strumpfhosen. Dicke Socken. Ein Top, das man unter dem Rollkragenpullover anziehen wird. Denn es ist Winter und die Beerdigung auf dem Friedhof wird eisig sein. Seltsam, wie der Mensch funktioniert. Egal, was passiert, er versucht zu überleben, selbst wenn ihm der Boden unter den Füßen weggerissen wurde. Einen Funken Rationalität zu bewahren. Wozu eigentlich?

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