Dortmund/OffenburgDer arme Tropf war sicher nur auf der Suche nach einem leckeren Schneckchen, schließlich gibt es für Igel in diesen Tagen nichts Wichtigeres, als sich für den bevorstehenden Winterschlaf noch einige Fettreserven anzufressen. Während des Winterschlafs verlieren Igel 20 bis 40 Prozent ihres Körpergewichts. Möglich wäre es auch, dass das Tier auf unserem Foto schon nach einem adäquaten Quartier Ausschau hielt, nach einem kuscheligen Laub- oder Reisighaufen.

Jedenfalls brachte sich der Igel, der in der größten Stadt des Ruhrgebiets zu Hause ist, durch sein Vorhaben in eine unglückselige Situation. Er geriet zwischen die Streben eines Dortmunder Gartenzauns und schaffte es nicht mehr, sich aus eigener Kraft zu befreien. Bei seinen Versuchen, dem Gitter zu entkommen, hatte er sich bereits leicht verletzt.

Glücklicherweise entdeckte eine Frau den Igel in seiner Notlage und alarmierte die Feuerwehr, die mit einem Löschfahrzeug anrückte und mithilfe eines an Bord befindlichen Bolzenschneiders das Tier aus dem Zaun befreien konnte. Die Anruferin kümmerte sich anschließend um den Igel und übergab ihn einer Tierschutzorganisation.

Igel sind aus verschiedenen Gründen gefährdet: Siedlungen und Straßenbau schränken ihren Lebensraum ein, auf Straßen kommen jährlich Hunderttausende Tiere zu Tode und in Gärten fehlt es häufig an Unterschlupfmöglichkeiten und Nahrung.

Der Offenburger Igel nach seiner glücklichen Befreiung.
Foto: Feuerwehr Offenburg

Weil die stacheligen Einzelgänger in dieser Jahreszeit besonders aktiv sind und auch am Tage Nahrung suchen, tauchen sie verstärkt in herbstlichen Polizei- und Feuerwehrmeldungen auf. So meldeten die Einsatzkräfte im baden-württembergischen Offenburg am Montag eine „Igelrettung in äußerster Not“. Dort war ein aufmerksamer Anwohner lebensrettend, klemmte doch ein stacheliger Kleinsäuger in einem Loch am Boden eines stählernen Garagentorrahmens fest und wäre qualvoll verendet, wenn er nicht gerade noch rechtzeitig entdeckt worden wäre.

Die Feuerwehr beseitigte das vor Jahrzehnten fest verschraubte Rahmenteil und befreite das Tier aus seiner stählernen Falle. Zwei Fahrzeuge rückten dafür an, vier Einsatzkräfte waren eine ganze Stunde lang beschäftigt. Genug Stoff für einen Igel-Krimi!