Berlin - Achtung, das Folgende ist nichts für schwache Nerven, geht aber jeden an: Auf Reptilienfarmen in Vietnam werden Schlangen nach Angaben der Tierschutzorganisation Peta von innen mit Luft aufgeblasen und dann teilweise bei lebendigem Leib gehäutet. Die grausame Technik, die Peta auf Videos und Fotos dokumentiert hat, dient dazu, möglichst viel heile Schlangenhaut für die Lederindustrie zu gewinnen. Ein Video zeigt eine aufgeblasene Python, deren Schwanz sich noch bewegt. Die Reptilien werden nach Angaben von Peta in kleinen Käfigen gehalten und nicht tierärztlich versorgt.

Eine Python wird bei lebendigem Leib gehäutet – nachdem sie unendlich schmerzhaft mit Luft „aufgeblasen“ wurde.

Video: YouTube/Peta Asia

Die Bilder sind von erschütternder Deutlichkeit. Laut Peta wird den Tieren erst sowohl der Mund als auch der Anus mit Klebeband versiegelt; nach Einführung eines Schlauches kommt dann der Luftkompressor zum Einsatz. Diese aus Sicht der Industrie sehr effiziente Methode „führt zu extremen Schmerzen der Tiere, das Herz wird gequetscht und das Kreislauf- und Nervensystem stehen unter furchtbarem Stress“, heißt es in einem Schreiben von Peta-Sprecherin Nirali Shah an die Deutsche Presse-Agentur vom Dienstag. Ein ähnliches Verfahren werde auch bei Krokodilen angewendet, wie ein weiteres Video zeigt.

Aufgeblasene Krokodile auf einer vietnamesischen Farm: „Stellen Sie sich das Leiden vor, wenn keine Kameras dabei sind.“

Video: YouTube/Peta Asia

In einer einzigen Reptilienfarm, so Peta, könnten pro Jahr bis zu 2000 Pythons getötet werden. Ihre Haut gehe auf den internationalen Markt, um daraus etwa Handtaschen, Stiefel oder Gürtel herzustellen. Laut eines Berichts des Internationalen Handelszentrums (ITC) von 2016 gibt es in Vietnam fast 500 registrierte Python-Farmen. Bereits damals hieß es, dass das Aufblasen von Schlangen eine verbreitete Praxis in dem Land am Mekong sei.

Vietnam steht seit Jahren wegen seiner grausamen Behandlung von Schlangen und Krokodilen in der Kritik. Die Organisation Animals Asia hatte 2014 über das „Snake Village“ in Hanoi berichtet, das längst zu einer Touristenattraktion für Menschen aus aller Welt geworden ist. Dort können Urlauber nicht nur Schlangenfleisch probieren, sondern – Gaudi und Mutprobe in einem – auch Schlangenblut trinken und sogar schlagende Schlangenherzen essen.

Animals Asia warnte, dass solche Restaurants auch wilde Tiere fingen und so das Überleben gefährdeter Schlangenarten bedrohten. (mit dpa)