Berlin - Ungeimpfte Patienten machen derzeit den überwiegenden Anteil aller Covid-19-Aufnahmen auf deutschen Intensivstationen aus. Das zeigen Auswertungen aus dem Intensivregister des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Divi, der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. RKI und Divi veröffentlichten die Daten am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Laut Mitteilung lag zwischen dem 14. Dezember 2021 und dem 12. Januar 2022 der Impfstatus für 8912 aufgenommene Covid-19-Patienten vor, das entspreche etwa 90 Prozent der in diesem Zeitraum übermittelten Fälle (9946). Knapp zwei Drittel (5521 Fälle) aller Corona-Neuaufnahmen mit bekanntem Impfstatus waren ungeimpft. Rund 9,6 Prozent (856 Fälle) wiesen einen unvollständigen Immunschutz auf, die Patientinnen und Patienten waren also genesen oder verfügten über eine Teil-Immunisierung. Über ein Viertel der Corona-Intensivaufnahmen (2535 Fälle) hatte demnach einen vollständigen Impfschutz, sie waren also zweifach oder dreifach geimpft, der Anteil der Patienten mit Booster-Impfung lag bei etwa 5,8 Prozent (520 Fälle).

In dem Intensivregister wird seit Mitte Dezember 2021 extra der Impfstatus der Corona-Patientinnen und -Patienten erfasst, nachdem dieser aus Politik und Bevölkerung nachgefragt worden war. Die Daten werden täglich für neu aufgenommene Intensivpatienten anonymisiert erfasst, wie es weiter heißt. Die Ergebnisse werden künftig im RKI-Wochenbericht veröffentlicht.

Die Ergebnisse der neuen Abfrage im Intensivregister würden damit die Erkenntnisse zum Anteil nicht geimpfter und geimpfter Corona-Patientinnen und -Patienten auf Intensivstationen bestätigen, die vom RKI wöchentlich veröffentlicht werden, heißt es in der Mitteilung – wenngleich es sich um zwei verschiedene Arten der Datenerfassung handele, denen leicht unterschiedliche Definitionen des Impfstatus zugrunde liegen. Außerdem könnten sich die Zeiträume der erhobenen Daten und übermittelten Fälle unterscheiden.

RKI und Divi weisen darauf hin, dass die neuen Daten nicht geeignet seien, um die Wirksamkeit der Impfung einzuschätzen.