JohannesburgMit einem Flusspferd ist nicht zu spaßen. Die schwerfällig gebauten, behäbig ihre Bahnen im Wasser ziehenden Pflanzenfresser mag man für gemütliche Tiere halten, dabei erweisen sie sich wegen ihres sehr aggressiven Territorialverhaltens als äußerst gefährlich – und tödlich. Das gefährlichste Tier Afrikas ist nicht etwa der Löwe oder der Elefant, es ist das Flusspferd.

Und so nimmt es kaum Wunder, dass in Südafrikas Millionenmetropole Johannesburg zurzeit etwas Aufregung herrscht, seit Anwohner zum Jahreswechsel ein Hippo am Jukskei-Fluß nahe dem dicht besiedelten Vorort Fourways gesichtet haben wollen. Die ständig erregungsbereiten und -verstärkenden sozialen Medien übertreffen sich mit alarmistischen Beiträgen zur Lage.

Gezeigt werden auch Bilder, allerdings lässt sich deren Echtheit nur schwer überprüfen. Ob es sich vielleicht um eine südafrikanische Variante des Sommerlochtieres handelt? Wie auch immer: Mehrere Medien des Landes berichten übereinstimmend, das Flusspferd habe noch keine Schäden angerichtet. Und von offizieller Seite gab es bislang keine Bestätigung für eine Sichtung.

Nur die regionale Agrarbehörde mahnte zur Vorsicht. Sie bestätigte, dass am 29. Dezember die Meldung einer Sichtung bei ihr eingegangen sei, und bemühte sich ansonsten, den Fall elegant abzumoderieren:

„Bis heute hat das Flusspferd keinen Schaden angerichtet oder eine Bedrohung für das Leben von Menschen oder Tieren dargestellt. Es wird angenommen, dass das Flusspferd aus der Gegend des Hartbeespoort-Staudamms stammt und dass es, wenn es in Ruhe gelassen wird, auch wieder in das Ursprungsgebiet zurückkehrt.“

Flusspferde sind dämmerungs- oder nachtaktive Tiere. Tagsüber ruhen sie entweder im Wasser oder in Gewässernähe, nachts allerdings werden sie rege und gehen auf Nahrungssuche. Das befördert Ängste, abendliche Spaziergänge scheinen bis auf Weiteres ausgeschlossen zu sein.

Allerdings sind die Bewohner von Südafrikas größter Stadt auch tierische Invasionen gewohnt. Immer mal wieder werden sie von Hinweisen auf streunende Affen oder Leoparden aufgeschreckt, die sich in die Hochhauskulisse der Finanzmetropole oder in ihre grünen Vororte verirren. Zuletzt turnte ein Pavian Mitte 2019 wochenlang über Dächer und Balkone. (mit dpa)