Tel Aviv - Ist er es oder ist er es nicht? Unter einer Maske sind selbst gut bekannte Menschen manchmal nur schwer zu erkennen – um 15 Prozent sinkt die Wiedererkennungs-Fähigkeit im Vergleich zu einem maskenfreien Gesicht. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher nach entsprechenden Tests mit fast 500 Menschen. Das liege unter anderem daran, dass Beobachter das Gesicht nicht mehr als Ganzes wahrnehmen können, sondern es quasi Stück für Stück aus den sichtbaren Teilen zusammensetzen müssen. Die Forscher stellen ihre Untersuchung im Fachmagazin „Scientific Reports“ vor. Gute Nachrichten hat ein zweites Forscherteam unterdessen für besorgte Eltern: Kinder erkennen die Gefühle eines Menschen auch, wenn dieser eine Maske trägt, berichten sie im Fachmagazin PLOS ONE.

Gesichter gehören zu den informativsten und bedeutendsten visuellen Reizen im Bereich der menschlichen Wahrnehmung, schreibt das Team um Erez Freud von der York University in Toronto (Kanada). Schon ein kurzer Blick auf das Gesicht reiche meist aus, um Identität, Geschlecht, Alter oder Gefühlszustand des Menschen zu erkennen. Frühere Untersuchungen hätten gezeigt, dass das Gesicht von einem Beobachter in der Regel als Ganzes erfasst wird und die Erkennung ein mehrstufiger Prozess ist. Im ersten Schritt wird das Gesicht als solches identifiziert: zwei Augen über Nase und Mund. Dann würden in weiteren Schritten die einzelnen Merkmale integriert und ihre speziellen Beziehungen zueinander erfasst.

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