Mehr als zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen leiden bereits unter regelmäßigen Kopfschmerzen.
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DresdenEiner Studie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden zufolge leiden mehr als ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland mindestens einmal im Monat unter Kopfschmerzen. Die wenigstens gehen deshalb zum Arzt.

Fast 37 Prozent hatten einmal pro Monat Kopfschmerzen, fast 32 Prozent, mehr als zweimal im Monat. Nur knapp 32 Prozent der Befragten gaben an, gar nicht unter Kopfschmerzen zu leiden. Tendenz steigend. „Auffällig war dabei, dass nahezu alle Kinder, die nur einmal im Monat Kopfschmerzen aufwiesen, und etwa 80 Prozent derjenigen, die mehr als zweimal im Monat Kopfschmerzen hatten, keinen Arzt aufgesucht hatten“, erklärt Neurologin Dr. Gudrun Goßrau.

Und das, obwohl die Schmerzen oft so schlimm sind, dass die Kinder und Jugendlichen nicht in die Schule gehen können. Kopfschmerzen sind lauf Statistik die dritthäufigste Ursache für Fehltage. „Oft führen Kopfschmerzen dann in einen Teufelskreis. Schulfehltage können zu Leistungsabfall, Schulversagen, Schulangst führen. Viele betroffene Kinder isolieren sich sozial, auch die Gefahr einer Depression ist erhöht“, sagt Goßrau. Und ist der Stress erst einmal da, ist dieser oft der Auslöser für neue Schmerz-Attacken.

Bei diesen Experten finden Sie Rat

Kopfschmerzzentrum Charité
Campus Mitte
Charitéplatz 1
10117 Berlin
kopfschmerz@charite.de
www.neurologie.charite.de

SZ Schmerzzentrum Berlin GmbH
Schönhauser Allee 172a
10435 Berlin
zentrum@schmerzmedizin.berlin
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Einfach Schmerzmittel zu nehmen, sei der falsche Weg

Umso wichtiger sind eine rechtzeitige ärztliche Diagnose und individuelle Therapie der Betroffenen. „Es ist eine irrige Annahme, dass jeder seine Kopfschmerzen selbst therapieren kann und keine Diagnose vom Arzt nötig ist“, betont Prof. Reinhard Berner, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, und verweist auf die aus ärztlicher Sicht sehr unterschiedlichen Therapie für die einzelnen Schmerzarten: „Eine Migräne muss anders behandelt werden, als ein Clusterkopfschmerz.“

Einfach Schmerzmittel zu nehmen und sich den Schmerzen zu ergeben, sei der falsche Weg. Und ein Ausdruck eines fehlenden Bewusstseins für Kopfschmerzen als ernstzunehmende Krankheit in unserer Gesellschaft.

Video: "Migräne? Hab ich im Griff!"

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