AueAm Stadtrand von Aue, direkt an der historischen Silberstraße gelegen, gibt es eine besondere Einrichtung: den Zoo der Minis. Aus anderen Tierparks wissen wir, dass Tiere wie Löwen, Tiger, Giraffen oder Elefanten die Besucher schon ob ihrer schieren Größe faszinieren. Auch Foto-Safaris in Afrika kaprizieren gern auf die sogenannten Big Five. Anders gelagert ist der Schwerpunkt im sächsischen Aue.

Hier gilt das Motto: Klein ist fein; als weltweit einziger Zoo hat man sich auf Mini- und Zwergtiere spezialisiert. Zu den mehr als 400 Parkbewohnern, darunter alle weltweit kleinsten Haustierrassen und viele sehr seltene Miniformen aus der Wildnis, gehören Frettchen, das Göttinger Minischwein, Zebrafinken, Mauswiesel und Zwergseidenäffchen.

Läuft: Die Rüsselspringer-Produktion im erzgebirgischen Aue.

Foto: Facebook

Wenn im Mini-Zoo Nachwuchs kommt, dann muss man natürlich schon fast die Lupe bemühen, so wie im aktuellen Falle der Kurzohrrüsselspringer. Bei den seltenen und anspruchsvollen Säugetieren wurde Ende Oktober ein Jungtier geboren – eine schöne Nachricht in traurigen Zeiten, in denen der Auer Tiergarten pandemiebedingt geschlossen bleiben muss.

Das Geschlecht des kleinen Gesellen ist noch nicht bekannt, aber eine Tendenz gibt es: 90 Prozent der Jungtiere sind männlich. Der Winzling wiegt nicht einmal zehn Gramm und ist nur zwei Zentimeter groß. Dafür war er aber schon ein paar Stunden nach der Geburt flott unterwegs, in wenigen Wochen wird er selbstständig sein. Die Mutter des Kleinen ist die zweijährige Rosine, Vater der fünfjährige Limpopo.

Kurzohrrüsselspringer (Macroscelides proboscideus) werden manchmal auch als Kurzohr-Elefantenspitzmaus bezeichnet. Sie sind in trockenen, halbwüstenartigen Regionen im südwestlichen Afrika verbreitet und fallen vor allem durch die rüsselartige Schnauze und den gedrungenen Körperbau mit dünnen Gliedmaßen auf. Die schnellen Läufer bringen es auf bis zu 20 km/h. Anschnallen, bitte!