Berlin - Flache Ufer mit Wasserpflanzen und Libellen, die sich im Schilf verstecken – an vielen Stellen an der Spree und an der Havel ist davon weit und breit nichts zu sehen. Stattdessen ragen senkrechte Stahlspundwände und Mauern ins Wasser – ökologische Totzonen, wie der Berliner Ingenieur Ralf Steeg die Wände bezeichnet. „Hier wächst und lebt nichts“, sagt der 60-Jährige und schüttelt den Kopf, während er auf die Spree blickt. Es ist ein heißer Augusttag, Steeg steht auf der Kieler Brücke in Berlin-Moabit. Eigentlich sind auch hier nur karge Stahlspundwände entlang des Flusses zu sehen. Doch seit zwei Wochen wachsen dank Steeg Schilf, Binsen, Weiden und Kletterpflanzen in sechs bis zu vier Meter langen Kästen, die an den Stahlwänden befestigt sind. 

Die Baukonstruktion des Berliner Ingenieurs trägt den Namen „Vertical Wetlands“ – übersetzt: vertikale Feuchtgebiete. Steeg will auf diese Weise die Stahlspundwände begrünen – eine Art Uferersatz schaffen. In den Kästen sollen die Pflanzen der sogenannten Gehölzlosen Aue und der Weichholzaue wieder angesiedelt werden. Auen sind Uferlandschaften von Flüssen und Bächen und gehören zu Mitteleuropas artenreichsten Lebensräumen, die vielerorts bedroht sind.

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