Noch stehen die verbrannten Kiefern bei Jüterbog. Fallen sie um, dürfen die Stämme liegenbleiben.
Foto: Berliner Zeitung/Benjamin Pritzkuleit

Berlin/JüterbogKurz nachdem Andreas Meißner mit dem Geländewagen auf den Schutzstreifen eingebogen ist, bremst er. Der Streifen ist 50 Meter breit und Hunderte Meter lang, nichts als Sand, Erde und kleine Büschel Silbergras, darüber ein blauer Himmel mit weißen Wolken. Es fühlt sich ein bisschen nach sibirischer Steppe an und ein bisschen nach amerikanischem Westen. Auf beiden Seiten des Streifens stehen Bäume, die Stämme schwarz, die Äste kahl. Ein toter Wald.

Andreas Meißner holt sein Mobiltelefon aus der Tasche. Er macht ein Video an: die gleiche Stelle, die gleichen Bäume, nur, dass alles in einer riesigen Rauchwolke verschwindet, die sich schnell weiterzubewegen scheint und doch nicht endet. In der grauen Wand züngeln Flammen. Das Video hat der Förster des Gebiets Anfang Juni vergangenen Jahres aufgenommen, Andreas Meißner stand neben ihm. Man hört darin Meißners Stimme: „Das hält nicht.“ Er meinte den kahlen Streifen, der das Feuer in Schach halten soll. „Doch, das hält“, hört man den Förster sagen.

Er sollte nicht recht behalten. Wenig später trieb der Wind das Feuer auf die andere Seite des Streifens. Es erfasste fast 750 Hektar Wald auf den Flächen der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, kurz: die Wildnisstiftung, einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog, der sich in Natur zurückverwandeln darf. Andreas Meißner ist der Geschäftsführer der Stiftung. Das Feuer dauerte sechs Tage, es war der größte Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte in Brandenburg.

An jenem über 30 Grad heißen Tag Anfang Juni stand noch jemand neben Andreas Meißner und dem Förster: der amerikanische Autor Jonathan Franzen. Er und Andreas Meißner sind seit Jahren befreundet, und sie sind leidenschaftliche Vogelbeobachter. An diesem Tag wollten sie sich auf den Stiftungsflächen bei Jüterbog auf die Suche nach Zwergdommeln und Nachtschwalben machen, da erfuhr Andreas Meißner per Telefon von dem Feuer. Sie fuhren zusammen hin.

 
Jetzt aber

Wie ein Miteinander von Mensch und Planet doch noch gelingen kann. Ein Wissenschafts-Dossier. 

Teil 1: Wir müssen nur wollen
Teil 2: Essend dem Planeten helfen
Teil 3: Der Wald von morgen 

Die Gedanken, die Franzen hatte, während er sah, wie die Flammen sich den Wald einverleibten, schrieb er ein paar Monate später in einem Essay auf, der kürzlich auch in Deutschland als schmales Buch erschienen ist. Im Vorwort steht, „erst als ich jene Bäume in Flammen aufgehen sah (...), erfasste ich auch emotional, wie schnell die Katastrophen näherkommen. (...). Die Geschwindigkeit des Feuers lebhaft vor Augen, musste ich mich damit auseinandersetzen, dass die Klima-Apokalypse womöglich noch zu meinen Lebzeiten eintreten würde.“

Franzen, mit dem Roman „Die Korrekturen“ weltbekannt geworden und eine prägende Stimme der amerikanischen Literatur, schreibt in dem Essay, dass die Erderwärmung nicht mehr aufzuhalten sei. Er wurde für diese fatalistische Haltung kritisiert. Dabei ist für ihn die Konsequenz ja nicht, die Sache jetzt einfach hinzunehmen. Er schreibt, die Menschen könnten weiter hoffen, dass sich der Klimawandel abwenden ließe, was angesichts der diesbezüglichen Trägheit der letzten 30 Jahre einfach nicht sehr wahrscheinlich sei. „Oder wir akzeptieren, dass das Unheil eintreten wird und denken neu darüber nach, was es heißt, Hoffnung zu haben.“

Steht man ein Jahr später vor dem verbrannten Wald und blickt auf die Baumleichen, die nur aufrecht stehen, weil die Wurzeln sie noch halten, wirkt das wie ein vernünftiger Satz. Hier ist das Unheil schon eingetreten. Wenn auch nicht sicher ist, was das Feuer ausgelöst hat, ist doch klar, dass es eine solche Heftigkeit nur erreichen konnte, weil Bäume und Boden viel zu trocken waren – und weil die Wälder bei Jüterbog, noch geprägt von jahrzehntelanger Kiefern-Monokultur, ihm nichts entgegenzusetzen hatten. Die Trockenheit, auch das gilt als sicher, ist schon Konsequenz der vom Menschen verursachten hohen CO2-Konzentration in der Atmosphäre – einer Konsequenz, mit der wir werden leben müssen, auch wenn es gelingen sollte, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen, wie der Klimavertrag von Paris es vorsieht.

Den Teil mit der Hoffnung haben sie hier bei Jüterbog, 90 Kilometer südlich von Berlin, auch schon in Angriff genommen. Einige der verbrannten Waldflächen sind seit Mai Teil eines Forschungsprojekts. „Pyrophob“ heißt es, und sein Ziel ist es, herauszufinden, wie ein Wald beschaffen sein muss, der für den Klimawandel und damit auch gegen Brände besser gewappnet ist. Weitere Forschungsflächen befinden sich nicht weit entfernt in Treuenbrietzen, wo es 2018 heftig gebrannt hat.

Auf den Stiftungs-Flächen wird man im Rahmen des Projekts tun, was man dort, soweit möglich, immer tut: nichts. Die Idee der Stiftung, die es seit dem Jahr 2000 gibt, ist, die Natur machen zu lassen. Ihr gehören Flächen auf vier ehemaligen Truppenübungsplätzen in Brandenburg, die nach und nach zu Wildnis werden dürfen. Niemand greift ein.  

Aus dem Unheil, von dem Jonathan Franzen schrieb, wurde mit dem Forschungsprojekt sozusagen eine Chance gemacht: Unter wissenschaftlicher Begleitung soll hier der Wald von morgen entstehen – einem Morgen, in dem es, damit muss man rechnen, in Deutschland wärmer und trockener sein wird, als es jahrhundertelang üblich war, und in dem so heiße Jahre, wie 2018 und 2019 es waren, immer wieder vorkommen.

Die vergangenen beiden Sommer haben vielen Menschen ein Gefühl dafür gegeben, was diese Bedrohung namens Klimawandel bedeuten könnte, und sie haben die Wälder zu deren sichtbarem Zeugnis werden lassen. Ausgerechnet die Wälder, die als CO2-Speicher doch helfen sollen, das Klima zu retten. Zehntausende Bäume starben, erschöpft vom Trockenstress, geschwächt von Schadinsekten wie dem Borkenkäfer, gegen die sie sich nicht mehr wehren konnten. Im Osten des Landes, in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, litten die Bäume nicht nur, sie brannten auch.

Andreas Meißners Auto holpert über einen Waldweg, an dem im vergangenen Jahr die Löschfahrzeuge positioniert waren. Das Feuer näherte sich damals in solchem Tempo, dass die Feuerwehrleute in ihren Fahrzeugen flüchten mussten. Später sammelten sie die verbrannten Schläuche ein.

Andreas Meißner hält vor einem verbrannten Waldstück, Kiefern-Monokultur, vor 70 bis 80 Jahren in akkuraten Reihen gepflanzt, die schwarzen Stämme stehen noch. Auch das gehört zum Forschungsprojekt: Die abgestorbenen Bäume werden nicht abtransportiert. „Solange sie stehen, halten sie den Wind auf und spenden Schatten“, sagt Andreas Meißner. Junge Pflanzen können sich dann besser entwickeln. Irgendwann kippen die Stämme um und werden zum Lebensraum von Insekten und Pilzen, die sie zersetzen, am Ende wird er zu Humus. Erster Schritt zu einem robusten Wald: „Alle Nährstoffe bleiben da. Dann kann die Bodenbildung ganz anders Fahrt aufnehmen“. Diese Prozesse werden im Rahmen des Projekts genau analysiert werden, verschiedenste Experten werden den toten Kiefernwald in den kommenden Jahren dabei begleiten, wie er beginnt, sich in etwas Neues zu verwandeln: Bodenkundler, Insektenforscher, Pilzkenner, Forstwissenschaftler. Alles, was passiert, soll erfasst werden.

Ein Wald, das sind ja nicht nur Bäume, das ist ein Ökosystem: ein kompliziertes Gefüge von Lebewesen, die miteinander und mit ihrem Lebensraum in Beziehung stehen. Wie immer, wenn sich der Mensch etwas, das die Natur hervorbringt, zunutze macht, neigt er dazu, diese komplexen Beziehungen zu vergessen und nur das erwünschte Produkt zu sehen, in dem Fall: den Baum.

Neues Leben, ein Jahr nach dem Brand bei Jüterbog: Zwischen den toten Kiefern wächst das Kanadische Berufkraut, das sich gern ansiedelt, wo sonst noch nichts ist.,
Foto: Benjamin Pritzkuleit

Die Holzindustrie ist seit jeher wichtig in Deutschland. Ein Drittel der Landesfläche besteht aus Wald, der größte Teil davon ist bewirtschaftet, also dafür da, Geld einzubringen. Einen gewissen Konflikt zwischen den Eigenheiten des Naturprodukts und den Bedürfnissen der Menschen kann man bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Da ließ die Nachfrage nach Holz die Eichen- und Buchenwälder verschwinden. Es gab einen akuten Holzmangel, Bäume wachsen nun mal langsam. Wieder aufgeforstet wurde mit Nadelhölzern, die schneller nachwachsen als Laubbäume. Dabei ist es dann ein paar Jahrhunderte lang geblieben, Forste aus Kiefern und Fichten wurden die Norm. Inzwischen hat man aber verstanden, dass solche Monokulturen das Gegenteil eines stabilen Ökosystems sind. Bei Stürmen fällt nicht nur ein Baum um, sondern viele, und sie sind anfällig für Schädlinge. Bei Hitze trocknet der Boden schnell aus, da sich in plantagenartig angelegten Baumreihen nicht das für Wälder typische Mikroklima entwickelt, feucht und kühl.  Seit etwa 30 Jahren werden Nadelwälder nach und nach in Mischwälder umgewandelt, indem man dazwischen Laubbäume pflanzt, wobei immer noch ein Viertel reine Monokulturen sind.

Der Wald, der noch so viel mehr kann als Holz liefern, dessen wohltuende Eigenschaften so anerkannt sind, dass das Recht, in ihm spazieren zu gehen, gesetzlich festgeschrieben ist: Er ist ins Bewusstsein gerückt und wird überwacht wie ein Patient, um den man sich sorgen muss.

Es gibt in Deutschland einen Waldzustandsmonitor, der per Satellit die Vitalität der Bäume begutachtet, und einen jährlichen Waldzustandsbericht. Alle zehn Jahre gibt es eine Bundeswaldinventur, die nächste startet im kommenden Jahr, und im vergangenen September gab es einen Nationalen Waldgipfel, auf dem verkündet wurde, dass eine halbe Milliarde Euro bereitgestellt würde, um den deutschen Wäldern zu helfen.

Was in Jüterbog und Treuenbrietzen passiert, ist grundsätzlicher. Es geht nicht darum, aus einer „naturfernen“ eine „naturnahe“ Waldwirtschaft zu machen, wie es heißt, wenn in einem Mischwald auf Kahlschlag verzichtet wird, sondern darum, allein die Natur entscheiden zu lassen und aus diesen Entscheidungen zu lernen: „Die Natur passt sich den Umständen an. Man muss ihr dafür nur die Möglichkeit geben“, sagt Andreas Meißner. Der Wald, der in 80, 100 Jahren hier steht, ist für das Klima gemacht, das dann herrscht, weil er sonst gar nicht entstanden wäre. Das ist ein wenig länger, als das erst mal auf fünf Jahre angelegte Forschungsprojekt geht, aber wichtige Beobachtungen kann man auch in einigen Jahren schon machen.

Das Wissen, nicht erleben zu können, wie es hier einmal aussehen wird, bekümmert Andreas Meißner nicht. Seine Arbeit in dem Wildnisgebiet, von dem die neuen Forschungsflächen nur ein kleiner Teil sind, steht sowieso im Dienst von Zeiträumen, die viel mehr umfassen als ein Menschenleben. „Das Schöne an der Stiftung ist ja, sie ist auf Jahrhunderte angelegt“, sagt er vergnügt. „Es geht nicht darum, dass wir das Ergebnis noch sehen.“

Das Ergebnis ein Jahr nach dem Brand: Aus dem aschegrauen Boden sprießen dicht an dicht hohe, vor den schwarzen Kiefernstämmen sehr grün leuchtende Stängel, das Kanadische Berufkraut. Ein Pioniergewächs, als Erstes zur Stelle, wenn Brachen neu besiedelt werden. Aus seiner Erfahrung auf den früheren Truppenübungsplätzen, die teils seit fast 30 Jahren zu Wildnis werden dürfen, kann Andreas Meißner auch voraussagen, wie es weitergeht. Als Nächstes kommen Pionierbäume: Birke und Pappel. „Sie schließen die Fläche schnell und schaffen schon mal ein Wald-Mikroklima“, sagt Andreas Meißner. Das wiederum ist wichtig für den Übergang von solchen Vorwäldern zu Wäldern, in denen eigentlich eine große Artenvielfalt zu erwarten wäre.

Eigentlich: „In unserem mitteleuropäischen Klima würde immer ein Wald entstehen“, sagt Meißner. Eichen, Ahorn, Buchen, Hainbuchen, Kiefern, all die Arten, die sich seit dem Ende der letzten Eiszeit vor 12.000 Jahren in Mitteleuropa angesiedelt haben. Das Klima ist aber dabei, sich zu verändern. Statt der durchschnittlich üblichen 580 Milliliter Niederschlag gab es in den Jahren 2018 und 2019 nur 280 Milliliter. „Das ist subarid“, sagt Meißner, ein Klimamerkmal von Halbwüsten. In diesem Jahr ist es besser. Schon, dass es seit Juni etwa einmal pro Woche regnet, hilft. Meißner stößt eine Schaufel in den weichen Boden. Oben ist er trocken, doch in etwa 30, 40 Zentimetern Tiefe ist der Sand feucht. „Das ist gut“, sagt er. In den beiden vergangenen Jahren musste er 1,20 Meter graben, um auf Feuchtigkeit zu stoßen. Viel zu tief.

Andreas Meißner, Geschäftsführer der Wildnisstiftung, testet mit einem Spaten die Feuchtigkeit des Bodens. 
Foto: Berliner Zeitung/Benjamin Pritzkuleit

Andreas Meißner sagt, er kann nicht prognostizieren, welche Bäume sich auf der Forschungsfläche durchsetzen werden. Aber ein spannendes Ergebnis wäre, wenn in dem von allein gewachsenen Wald vergleichbar viel Holzmasse entstünde wie in einem gepflanzten. Das wäre auch eine gute Nachricht für die Holzwirtschaft.

Denn sicher ist: Es wird in Zukunft immer weniger funktionieren, dem Wald zu diktieren, woraus er zu bestehen und welches Holz er zu liefern hat. „Man kann Forstwirtschaft nicht mehr so betreiben, dass man sich nach dem Markt richtet“, sagt Pierre Ibisch, Professor für Naturschutz an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde. Das wurde jahrhundertelang gemacht, das Ergebnis steht vor ihm: ein weiterer verbrannter Kiefernwald, dieser ist bei Treuenbrietzen, nicht weit von Jüterbog entfernt, und auch Teil des Forschungsprojekts. „Hier ist der Totalschaden eingetreten: Bevor irgendetwas geerntet wurde, hat es gebrannt. Jetzt kann man nur noch Hackschnitzel aus dem Holz machen“, sagt Pierre Ibisch, der das Pyrophob-Projekt leitet. Für ihn gibt es nur eine Lösung: weg von einer Forstwirtschaft, die einen Wald als Holzlager sieht. Hin zu Wäldern, die sich selbst regenerieren dürfen, die verschiedene Baumarten beherbergen und jene biogische Vielfalt, die ein Ökosystem widerstandsfähig macht, auch gegen Dürren und Brände.

In Treuenbrietzen haben die Selbstheilungskräfte der Natur, auf die er setzt, schon zu wirken begonnen. Zwei Jahre ist der Brand her, neben den Exemplaren des Kanadischen Berufkrauts, das sich hier auch angesiedelt hat, stehen junge Zitterpappeln. Es sind so viele, dass sie zu einer frischgrünen Fläche verschwimmen. „Man sieht: Das geht wieder Richtung Wald“, sagt Pierre Ibisch. Und zwar von ganz allein.

Er kritisiert die Maßnahmen, die beim Waldgipfel des Landwirtschaftsministeriums beschlossen wurden. Ein großer Teil des Geldes soll für Aufforstung verwendet werden und dafür, dass Waldbesitzer sogenanntes Schadholz entfernen lassen können. Bäume pflanzen klingt gut, genau wie der Satz von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, dass jeder nicht gepflanzte Baum den Enkeln fehlen werde. Stimmt nur nicht, sagt Pierre Ibisch. Weil man Bäume gar nicht pflanzen muss, die wachsen schon. Nur eben vielleicht nicht die, die der Holzindustrie am liebsten wären, Nadelbäume. „Wir müssen jetzt nehmen, was kommt“, sagt er, schnell zu reparieren sei der falsche Weg. Was genau da kommt? Er weiß es auch nicht. Aber wenn Pappeln dabei seien, müsse man eben auch das Holz von Pappeln nehmen. Das wird bis jetzt vor allem benutzt, um daraus Zündhölzer und Zahnstocher zu machen.

Pierre Ibisch hält auch nicht viel davon, Bäume anzupflanzen, die in wärmeren Gebieten heimisch sind. „Es ist zwar verlockend, zu sagen, wir haben mediterrane Sommer, da holen wir die Vegetation aus Spanien“, aber so einfach sei das eben nicht. Nicht heimische Bäume zu holen bedeutet, in das Ökosystem einzugreifen, die Folgen werden möglicherweise erst viel später sichtbar – wie immer, wenn es um Bäume geht, die auch in dieser Beziehung nicht den Marktgesetzen angepasst werden können: Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, zeigen ihre Konsequenzen erst in Jahrzehnten.

„Wir segeln gerade in eine neue Zeit“, sagt Pierre Ibisch. „Ich verstehe, dass es schwer ist, sich treiben zu lassen. Es fühlt sich besser an, Steuermann zu sein.“

Ein paar Autominuten entfernt von dem Treuenbrietzener Wald befindet sich eine weite, windige, leere Fläche, ein ungewöhnlicher Anblick in einer Gegend, in der Felder, Wälder und Orte einander ablösen. Es ist eine weitere Brandstelle aus dem Sommer 2018, nur haben die Waldbesitzer hier die verbrannten Bäume gleich fällen, abtransportieren und Hunderte kleine Kiefern pflanzen lassen. Es sollte so weitergehen wie zuvor, der Schaden schnell behoben werden. Die Setzlinge sind dann allerdings vertrocknet. Inzwischen haben die Waldbesitzer zugestimmt, dass das Gebiet Teil der Forschungsfläche wird. Die Pappeln, die aus herbeigeflogenen Samen keimten, sind schon einen Meter hoch.