Koffein in Getränken: Was macht wacher: Kaffee, Tee, oder doch Cola?

Köln - Kaffee soll munterer und leistungsfähiger machen und kann angeblich sogar Demenz und Haarausfall vorbeugen. Das Wundermittel, dem diese vielen Eigenschaften zugeschrieben werden, ist das im Kaffee enthaltene Koffein. Doch wie wirkt es eigentlich?

Professor Andreas Bauer, Neurowissenschaftler am Forschungszentrum Jülich, erklärt: „Nehmen Menschen Koffein zu sich, indem sie zum Beispiel Kaffee oder Tee trinken, so blockiert es im Gehirn sogenannte Adenosinrezeptoren, welche etwa bei Schlafmangel oder Alkoholgenuss zur Ermüdung führen. Auf diese Weise kann Koffein die Müdigkeit etwas hinauszögern."

Kaffee in Maßen erhöht Leistungsfähigkeit

In angemessenen Mengen führt Koffein zu einer vorübergehenden Verbesserung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, bestätigt der Neuowissenschaftler. 

Wer seinen Koffein-Konsum auf einem gesunden Level halten will, sollte wissen, in welchen Produkten viel Koffein steckt – und welche deutlich weniger aufputschen als man vermuten würde. Die Food and Drug Administration (FDA), eine Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums, hat in einem Bericht den Koffeingehalt verschiedener Lebensmittel zusammengetragen. Wir haben in Deutschland gängige Produkte ergänzt.

Das große Kaffee-Ranking: Das sind die sieben effektivsten Wachmacher im Alltag.

Der Spitzenreiter: Espresso

Koffein/100 ml: ca. 110 mg.

Der kleine Italiener wird auch in Deutschland immer beliebter. Kein Wunder: Mit einem Spitzenwert von etwa 110 Milligramm pro hundert Milliliter macht der Espresso wacher als alle anderen koffeinhaltigen Produkte. Natürlich trinkt man von ihm aber auch weniger: In eine größere Tasse Kaffee passt etwas weniger als ein viertel Liter, in eine Espressotasse nur ungefähr 70 Milliliter.

Da Espresso häufig mit stark gerösteten Arabica-Bohnen gemacht wird, enthält er weniger Chlorogensäure und ist somit verträglicher für den Magen als Kaffee, für den weniger stark geröstete Bohnen verwendet werden.

Die Überraschung: Schokolade

Koffein/100 g: ca. 88 mg

Das Produkt, das dem Espresso mit bis zu 88 Milligramm pro 100 Gramm fast das Wasser reichen kann, ist nicht etwa ein anderer Kaffee oder ein Energy-Drink, sondern dunkle Schokolade. Wer also vom vielen Espresso die Nase voll hat, sollte einfach auf eine Tafel Bitterschokolade zurückgreifen. Das ist für die Figur zwar nicht besser, macht aber ebenso wach. Die etwas hellere Milchschokolade schafft es immerhin auf 15 Milligramm pro 100 Gramm.

Der Klassiker: Filterkaffee

Koffein/100 ml: ca. 40 mg

Der gute alte Filterkaffee belegt Platz drei mit durchschnittlich 40 Milligramm Koffein pro 100 Milliliter. Natürlich kann gerade bei diesem Getränk der Koffeingehalt stark variieren – jeder hat mindestens eine Tante, bei der ein Kaffee im schönen Sonntagsporzellan mehr nach Wasser schmeckt als nach allem anderen. Im Gegensatz dazu gibt es auch die sogenannten Kaffees, die tote Tanten wecken, und gerne mal Montags morgens von müden Kollegen gebrüht werden.

Häufig wird empfohlen, immer wenigstens einen Schuss Milch in die Tasse zu geben. So soll die im Kaffee enthaltene Chlorogensäure einen Puffer bekommen und die Magenwände weniger stark angreifen.

Die Weltspitze: Schwarzer Tee

Koffein/100 ml: ca. 31 mg

Für viele ist der schwarze Tee eine leckere Alternative zu Kaffee geworden. Das beliebteste Getränk der Welt bringt es in Deutschland auf etwa 27 Liter im Jahr pro Kopf. Tee gilt im Vergleich zu Kaffee als die gesündere Wahl, unter Ernährungswissenschaftlern ist das umstritten. Der Begriff „Teein“ wurde außerdem abgeschafft: Der im Tee enthaltene Wachmacher ist chemisch identisch mit Koffein.

Genau wie beim Filterkaffee kann die Koffeinkonzentration im Tee stark variieren. Wer seinen Tee nur etwa eine Minute ziehen lässt, bekommt einen Koffeingehalt von etwa 19 Milligramm pro 100 Milliliter. Bei fünf Minuten Ziehzeit sind es bereits über 30 Milligramm – das entspricht dem Gehalt einer leichter gebrühte Tasse Kaffee.