Berlin - Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert eine Positionierung des Deutschen Ethikrates zur Corona-Impfpflicht. Der Dachverband der Krankenhausträger appelliert an die Bundesregierung, den Ethikrat zu beauftragen, eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen zu bewerten, wie es in einer aktuellen Pressemitteilung heißt. Die seit Wochen schwelende Debatte über eine Impfpflicht sei kontraproduktiv und werde die Impfbereitschaft sowohl in den betroffenen Berufsgruppen als auch in der allgemeinen Bevölkerung eher senken als fördern, befürchtet der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß. 

„Deshalb ist es dringend geboten, dass sich der Ethikrat umfassend zur Thematik äußert“, so Gaß weiter. In der jetzigen Situation würden sowohl Arbeitgeber als auch die Beschäftigen mit dieser Frage allein gelassen. „Es liegt in der politischen Verantwortung der Regierung, hier durch den Ethikrat Leitplanken einziehen zu lassen.“

Masern-Impfpflicht als Basis für Corona-Impfung

Dabei könne die Masern-Impfpflicht eine gute Basis für die aktuelle Entscheidung zur Corona-Impfung sein. In Krankenhäusern sei die Impfbereitschaft zwar hoch – diese könne allerdings nicht in allen Bereichen des Gesundheitswesens gleichermaßen beobachtet werden. „Andere Länder haben eine Impfpflicht eingeführt“, so der Vorstandsvorsitzende laut Mitteilung. „Wir brauchen jetzt Klarheit, wohin der Weg führt, damit die Diskussionen ein Ende nehmen und die Akzeptanz einer politischen Entscheidung für oder gegen eine Impfpflicht gestärkt wird.“

Die DKG vertritt Interessen von 28 Mitgliedern – 16 Landesverbände und zwölf Spitzenverbände – in der Bundes- und EU-Politik und nimmt ihr gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Nach eigenen Angaben versorgen 1925 Krankenhäuser mit rund 1,3 Millionen Mitarbeitenden jährlich rund 19,4 Millionen stationäre Patientinnen und Patienten und rund 20 Millionen ambulante Behandlungsfälle.