Das Coronavirus SARS-CoV-2. 
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In der chinesischen Millionenmetropole Wuhan ist das tödliche Coronavirus vor wenigen Wochen erstmals auf Menschen übergesprungen - vermutlich auf einem Tiermarkt. Seither breitet sich die Lungenkrankheit aus. Die Inkubationszeit ist meist etwa zehn Tage. Die kürzeste registrierte Zeitspanne betrug aber nur einen Tag - die längste könnte nach neuesten Erkenntnissen bis zu 24 Tage dauern.

Die wichtigsten Fakten 

  • 16 Erkrankte in Deutschland
  • Testergebnisse von China-Rückkehrern in Berlin: kein Coronavirus nachgewiesen
  • Berliner Senat betreibt unter (030)-9028-2828  zwischen 8 und 20 Uhr eine Hotline für Bürger, die den Verdacht haben, sie könnten infiziert sein.
  • Inkubationszeit könnte bei dem Erreger in seltenen Fällen bis zu 24 Tage betragen

+++ 22. Februar +++

Medien melden zweites Todesopfer durch neuartiges Coronavirus in Italien

In Italien gibt es nach Medienberichten ein zweites Todesopfer durch das neuartige Coronavirus. Eine Frau aus der nördlichen Region Lombardei sei an den Folgen der Krankheit gestorben, meldete die Nachrichtenagentur Ansa am Samstag. Am Freitag war ein 78-Jähriger in der Lombardei am Coronavirus gestorben. In der Lombardei und in der benachbarten Region Venetien waren in den vergangenen Tagen rund 30 Fälle des neuartigen Virus diagnostiziert worden. Aus Furcht vor einer weiteren Ausbreitung der Viruserkrankung ordneten die Behörden in mindestens zehn lombardischen Städten die sofortige Schließung von Schulen, Behörden und sonstigen öffentlichen Gebäuden an. Auch Lebensmittelgeschäfte, Bars, Diskotheken sowie Sportzentren sollen in den betroffenen Orten mindestens für eine Woche geschlossen bleiben. (dpa)

Südkorea: Fallzahlen in 24 Stunden mehr als verdoppelt

Nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 in Südkorea hat sich die Zahl der infizierten Menschen in dem Land innerhalb von 24 Stunden mehr als verdoppelt. Die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention meldeten im Verlauf des Samstags 229 neue Fälle. Nach 142 Fällen über Nacht seien bis zum Nachmittag (Ortszeit) 87 hinzugekommen. Damit stieg die Zahl der Menschen, die sich mit dem Erreger der zuerst in China ausgebrochenen Krankheit angesteckt haben, in Südkorea auf 433. Bisher gab es dort zwei Todesfälle in Verbindung mit dem Virus Sars-CoV-2.

Die Mehrheit der Fälle konzentriert sich weiterhin auf die südöstliche Großstadt Daegu und deren Umgebung. Mehr als die Hälfe der gesamten Infizierungen steht in Verbindung mit einer christlichen Sekte und einem Krankenhaus in Cheongdo in der Region. 100 weitere Infizierungen wurden allein am Samstag unter Mitgliedern der Shincheonji-Kirche von Jesus in Daegu und auch an anderen Orten gemeldet. Die Behörden vermuten, die rasante Verbreitung des Virus unter den Mitgliedern könnte von einer infizierten 61-jährigen Sektenanhängerin ausgegangen sein. Sie habe trotz Krankheitssymptomen zunächst einen Virustest verweigert.

Die Regierung hatte Daegu und Cheongdo zu speziellen Kontrollzonen erklärt. Dort soll unter anderem medizinisches Personal der Streitkräfte eingesetzt werden. Über 6000 Menschen stehen in Südkorea unter Quarantäne. (dpa)

Coronavirus lässt Autoverkäufe in China drastisch einbrechen

Nach dem Ausbruch des Coronavirus sind die Neuwagenverkäufe in China drastisch eingebrochen. Wie der chinesische Autoverband CPCA mitteilte, gingen die Verkäufe vom 1. bis 16. Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 92 Prozent zurück. Waren 2019 in den ersten beiden Februarwochen noch 59 930 Autos verkauft worden, konnten die Händler demnach jetzt nur noch 4909 Fahrzeuge absetzen.

Große Teile der chinesischen Wirtschaft sind wegen der vom Coronavirus ausgelösten und Covid-19 genannten Lungenkrankheit sowie den damit verbundenen Maßnahmen in den vergangenen Wochen praktisch zum Erliegen gekommen. Für deutsche Hersteller wie Mercedes-Benz, Audi, BMW, Volkswagen und Porsche ist China der wichtigste Markt. Bei VW steht die Volksrepublik für gut 40 Prozent der Auslieferungen. Und bei der Umstellung auf Elektro-Autos sind die Konzerne auf Batteriezellen aus China angewiesen.

Eine Studie der Beratungsgesellschaft BCG hatte diese Woche davor gewarnt, dass das Coronavirus der globalen Autoindustrie empfindlich schaden könnte. Allein in der besonders betroffenen Provinz Hubei würden an gut einem Dutzend Standorte fast zwei Millionen Autos pro Jahr gefertigt. (dpa)

+++ 21. Februar +++

Passagiere von Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ in Berlin gelandet

Sechs deutsche Ex-Passagiere des Kreuzfahrtschiffs „Diamond Princess“, das wegen des Coronavirus zwei Wochen im japanischen Yokohama unter Quarantäne stand, sind in Berlin eingetroffen. An Bord einer italienischen Maschine landeten die Menschen aus Berlin, Niedersachsen und Hessen am Samstagmorgen im militärischen Teil des Flughafens Tegel, wie das Auswärtige Amt auf Twitter mitteilte.

Dort wurden sie von einem Amtsarzt in Empfang genommen und untersucht. Anschließend transportierte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sie nach Hause, wie ein Sprecher am Samstagmorgen mitteilte. Zwei Menschen stammten seinen Angaben nach aus Berlin, je zwei weitere aus dem niedersächsischen Emsland und der Nähe von Marburg (Hessen).

Laut Behörden sollten die Rückkehrer zwei Wochen lang zu Hause isoliert werden. Über die Berliner Passagiere hatte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Donnerstag gesagt, diese seien negativ auf das neuartige Coronavirus Sars CoV-2 getestet worden.

Die Rückkehrer waren auf der „Diamond Princess“ gewesen, die wegen des grassierenden Virus bis Mittwoch unter Quarantäne gestanden hatte. Mehrere Hundert Passagiere erkrankten und wurden in Krankenhäuser gebracht, wo zwei von ihnen starben. 970 negativ getestete Passagiere haben seit Ende der Quarantäne das Schiff verlassen. (dpa)

+++ 21. Februar +++

Vier Todesfälle im Iran

Nach Tagen vermeintlicher Ruhe werden aus zwei Ländern besorgniserregende Zahlen gemeldet. Im Iran, wo bis Dienstag kein einziger Fall erfasst war, sind inzwischen vier Menschen an Covid-19 gestorben. Es habe Nachweise bei 13 weiteren Patienten gegeben, zwei von ihnen seien gestorben, twitterte Ministeriumssprecher Kianusch Dschahnpur am Freitag. Von den nunmehr 15 nachweislich mit dem Virus Infizierten kommen demnach 4 aus der Hauptstadt Teheran, 7 aus der Stadt Ghom und 4 aus der Gilan Provinz am Kaspischen Meer in Nordiran. Wie verbreitet das Virus im Land tatsächlich schon ist, lässt sich derzeit kaum abschätzen.

Coronavirus-Ausbruch in Italien

Italien meldet einen  Ausbruch in der Lombardei. Ein 38-Jähriger lag am Freitag in ernstem Zustand auf der Intensivstation des Krankenhauses der Kleinstadt Codogno, wie Behörden mitteilten. Insgesamt seien bisher 14 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, darunter die schwangere Frau des Schwerkranken. Für mindestens 250 Menschen sei vorsorglich eine Quarantäne angewiesen worden, um weitere Ansteckungen zu verhindern.

Tausende Menschen in Codogno und zwei weiteren Orten - Castiglione d'Adda und Casalpusterlengo - wurden aufgefordert, möglichst zuhause zu bleiben. Der Bürgermeister von Codogno, wo rund 16.000 Menschen leben, ordnete die Schließung von Schulen, Bars und anderen öffentlichen Einrichtungen an.

Kreuzfahrtschiff-Passagiere am Samstag in Berlin erwartet

Nach zweiwöchiger Quarantäne wegen der Lungenkrankheit Covid-19 auf einem Kreuzfahrtschiff in Japan werden sechs Passagiere aus Deutschland in Berlin erwartet. Sie sollen am Samstag auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel landen. Nach Angaben der Gesundheitsverwaltung sind zwei Berliner an Bord. Beide seien negativ auf das neuartige Coronavirus Sars CoV-2 getestet, hatte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Donnerstag gesagt. Liegen bei ihrer Ankunft keine Symptome vor, sollen sie zwei Wochen zu Hause isoliert werden. Sie waren an Bord des Schiffs „Diamond Princess“ in Yokohama gewesen, auf dem das Virus grassierte. (dpa)

Erneut junger Arzt an Coronavirus gestorben

In der chinesischen Millionenmetropole Wuhan ist erneut ein junger Arzt am neuartigen Coronavirus gestorben. Der 29-jährige Peng Yinhua starb am Donnerstag, nachdem er sich bei der Arbeit am Volkskrankenhaus Nummer eins des Bezirks Jiangxia in Wuhan angesteckt hatte, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Er ist eines der jüngsten bekannten Opfer. Peng war demnach Experte für Atemwegserkrankungen und kritische Erkrankungen und wollte während der Ferien zum chinesischen Neujahrsfest heiraten. Wegen der Epidemie verschob er seine Hochzeit jedoch. Peng sei „nie dazu gekommen, seine Hochzeitseinladungen zu verschicken, die noch immer in seiner Büroschublade liegen“, berichtete Xinhua. Insgesamt sind damit nach offiziellen chinesischen Angaben mindestens acht Mitarbeiter des medizinischen Personals des Landes durch die Epidemie gestorben, die von Wuhan ihren Ausgang genommen hatte. Mehr als 1700 Ärzte und anderes medizinisches Personal haben sich angesteckt. (AFP)

China-Rückkehrer in Stuttgart gelandet

Die Rückkehrer aus der vom neuen Coronavirus besonders betroffenen chinesischen Provinz Hubei sind in Stuttgart gelandet. Die Maschine mit den 15 Passagieren setzte am Freitag gegen 13.20 Uhr auf dem Stuttgarter Flughafen auf. Das baden-württembergische Sozialministerium bestätigte die Landung. Die Behörden gehen davon aus, dass die Menschen gesund sind. Dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) zufolge handelt es sich bei den Rückkehrern um Bundesbürger und deren Angehörige. Sie waren länger im Ausland und haben keinen festen Wohnsitz mehr in Deutschland. Sie sollen noch am Flughafen untersucht und dann in eine Quarantäne-Sation in den Landkreis Esslingen gebracht werden. (dpa)


+++ 20. Februar +++

China meldet starken Rückgang bei Viruskranken

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in China nach offiziellen Angaben auf den tiefsten Stand seit Wochen gefallen - allerdings sorgt eine erneut geänderte Zählweise für Verwirrung. Wie die Gesundheitskommission in Peking am Donnerstag mitteilte, ging die Zahl neu bestätigter Infektionen auf 394 Fälle zurück, nachdem es am Vortag noch 1749 gewesen waren. Die Zahl neuer Todesopfer wurde mit 114 angegeben. Wie aus einem am Mittwoch veröffentlichen Papier der Gesundheitskommission hervorging, sollen klinische Diagnosen nicht mehr als offiziell bestätige Fälle in die Statistik einfließen. Die besonders betroffene Provinz Hubei, wo das Virus ursprünglich in der Millionenstadt Wuhan ausgebrochen war, hatte vergangene Woche damit begonnen, auch solche Diagnosen zu zählen, die auf einer Kombination von Faktoren wie etwa Lungenbildern und dem körperlichen Zustand beruhen. Nun sollen auch dort wieder nur Labortests maßgeblich sein, die aber laut Experten in der Vergangenheit auch offensichtliche Erkrankungen nicht immer gleich erkannt haben.

Coronavirus: Zwei Passagiere der „Diamond Princess“ gestorben

Zwei mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Passagiere von Bord des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“ in Japan sind gestorben. Wie der japanische Fernsehsender NHK am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise in Tokio berichtete, handelt es sich bei den Opfern um einen 87 Jahre alten Japaner und eine 84 Jahre alte Japanerin. Sie waren positiv getestet und vom Schiff ins Krankenhaus gebracht worden, wo sie nun starben. Damit beklagt Japan inzwischen drei Todesopfer infolge von Virus-Infektionen im Land. Unterdessen ging die Ausschiffung der Passagiere der in Yokohama liegenden „Diamond Princess“ weiter.


+++ 19. Februar +++

RTL cancelt Formel1-Übertragung aus Vietnam wegen Corona-Angst

Aufgrund der nicht kalkulierbaren Verbreitung des Coronavirus und den Risiken für die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen wird RTL von einer Vor-Ort-Berichterstattung des Formel 1 Rennens aus Vietnam am 5. April absehen. Die komplette Produktion der Livesendung wird stattdessen nach Köln verlagert.

„Wir haben eine hohe Verantwortung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bei einer Berichterstattung aus Hanoi erscheinen uns die Risiken für deren Gesundheit nach sorgsamer Prüfung als zu groß. Wir sind zu dieser Entscheidung gekommen, nachdem wir zahlreiche Informationsstellen abgefragt und unterm Strich keine aus unserer Sicht verlässliche Einschätzung der Situation vor Ort erhalten haben“, so RTL-Sportchef Manfred Loppe.

Der große Preis von Vietnam wird in diesem Jahr zum ersten Mal ausgetragen und findet auf dem Hanoi Motor Sport Circuit statt. Am Dienstag hatte die Chefpromoterin des 3. Saisonrennens in Hanoi erklärt, dass der Grand Prix ungeachtet der anhaltenden Corona-Epidemie weder abgesagt noch verschoben wird. Nach der Verschiebung des Großen Preises von China in Shanghai kamen auch Zweifel an der Ausrichtung der Veranstaltung in Hanoi auf. Die Hauptstadt Vietnams liegt nur rund 150 Kilometer entfernt von der Grenze zu China.

Nach Quarantäne: Japan lässt „Diamond Princess“-Passagiere an Land

Nach zweiwöchiger Quarantäne wegen des neuartigen Coronavirus sind am Mittwoch die ersten Passagiere von Bord des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“ in Japan gegangen.
Foto: CHARLY TRIBALLEAU / AFP

Nach zweiwöchiger Quarantäne wegen des neuartigen Coronavirus sind am Mittwoch die ersten Passagiere von Bord des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“ in Japan gegangen. Die Ausschiffung der rund 3000 Menschen an Bord werde mindestens drei Tage dauern, teilte die Regierung in Tokio mit.

In Kambodscha mussten ebenfalls noch Kreuzfahrturlauber auf ihre Heimreise warten, darunter mehrere Deutsche. Alle 781 dort verbliebenen Reisenden der „Westerdam“ seien negativ getestet worden, teilte die Reederei Holland America Line unter Berufung auf das kambodschanische Gesundheitsministerium mit.


+++ 18. Februar +++

Kein Coronavirus bei China-Rückkehrern in Berlin

Bei den 20 China-Rückkehrern in Berlin lässt sich weiter kein Coronavirus Sars-CoV-2 nachweisen. Die jüngsten Tests auf das Covid-19-Virus seien erneut negativ ausgefallen, sagte Lena Högemann, Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit, am Dienstag. Die Deutschen und ihre Familienangehörigen hatten sich in der schwer von Sars-CoV-2 betroffenen chinesischen Stadt Wuhan aufgehalten und waren vor mehr als einer Woche nach Berlin geflogen worden. Zwei Wochen sollen die 16 Erwachsenen und 4 Kinder im Stadtteil Köpenick in Quarantäne bleiben. Gebe es weiter keinen Virus-Nachweis, könnten die Rückkehrer die Isolierstation an diesem Sonntag verlassen, ergänzte Högemann. (dpa)

Krankenhausdirektor in Wuhan an Coronavirus gestorben

In der chinesischen Millionenmetropole Wuhan ist der Direktor eines Krankenhauses an der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Alle Bemühungen zur Rettung des Lebens von Liu Zhiming, des Leiters des Wuchang-Hospitals, seien vergeblich gewesen, berichtete der staatliche Fernsehsender CCTV am Dienstag. Es ist der erste bekannte Fall eines Krankenhausdirektors, der an den Folgen der Ansteckung mit dem Virus starb. Insgesamt sind damit nach offiziellen chinesischen Angaben mindestens sieben Mitarbeiter des medizinischen Personals des Landes durch die Epidemie gestorben, die von Wuhan ihren Ausgang genommen hatte. Weitere 1716 Ärzte und anderes medizinisches Personal haben sich angesteckt. (AFP)

Bekannter chinesischer Aktivist Xu Zhiyong festgenommen

Nach Kritik an Chinas Präsident Xi Jinping wegen seines Umgangs mit der Coronavirus-Epidemie hat die chinesische Polizei nach Angaben von Amnesty International den bekannten Aktivisten Xu Zhiyong festgenommen. Der Anti-Korruptions-Aktivist sei im Dezember untergetaucht und am Samstag gefasst worden, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP wurde Xu in der südchinesischen Stadt Kanton festgenommen. Die dortige Polizei äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.

Xu war untergetaucht, nachdem die Polizei ein Treffen von Intellektuellen in der ostchinesischen Stadt Xiamen aufgelöst hatte. Die Teilnehmer hatten über politische Reformen gesprochen. Nach Angaben von Menschenrechtlern waren nach dem Treffen mehr als ein Dutzend Anwälte und Aktivisten festgenommen worden oder verschwunden. Auch Xus Festnahme habe offenbar mit seiner Teilnahme an dem Treffen zu tun, erklärte der China-Experte von Amnesty, Patrick Poon.

Aus seinem Versteck heraus hatte Xu weiter Beiträge im Onlinedienst Twitter veröffentlicht. Vor zwei Wochen forderte er in einem Beitrag Präsident Xi zum Rücktritt auf. Er kritisierte unter anderem dessen Umgang mit der Coronavirus-Epidemie, dem Handelsstreit mit den USA und den Demokratieprotesten in Hongkong. „Medizinisches Material ist knapp, die Krankenhäuser sind voller Patienten und viele Infizierte haben keine Chance, die Krankheit diagnostizieren zu lassen“, schrieb Xu am 4. Februar über die Coronavirus-Epidemie. „Es ist ein Chaos.“ Xu ist einer der Gründungsmitglieder der Neuen Bürgerbewegung, die sich mit Korruption in China beschäftigt und unter anderem mehr Transparenz über die Vermögen ranghoher Beamter fordert. Von 2013 bis 2017 saß er eine vierjährige Gefängnisstrafe wegen der Organisation einer „illegalen Versammlung“ ab.

Seit dem Amtsantritt von Präsident Xi 2012 hat die chinesische Regierung die Bürgerrechte stark eingeschränkt und zahlreiche Aktivisten, Anwälte und Studenten festnehmen lassen. Der Kampf gegen das neuartige Coronavirus habe die Regierung nicht davon abgebracht, „alle abweichenden Stimmen zu unterdrücken“, erklärte der Amnesty-Experte Poon. Die China-Expertin von Human Rights Watch, Yaqiu Wang, sagte, die Coronavirus-Epidemie verdeutliche, „wie wichtig Werte wie Meinungsfreiheit und Transparenz sind“. Für diese Werte habe sich Xu seit langem eingesetzt. Seine Festnahme zeige, dass Chinas Regierung an „alten Methoden“ festhalte, um „ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen“. Xus langjährige Freundin Hua Ze sagte AFP, Xu habe auch nach seinem Untertauchen weiter seine Meinung gesagt. Das allein sei „eine Art Kampfansage“ an die chinesische Regierung gewesen, sagte Hua, die nach eigenen Angaben seit Samstagmorgen keinen Kontakt mehr zu Xu hatte. (AFP)

Cinas Staatspräsident Xi Jinping räumt Fehler ein

Zum Umgang mit der Corona-Epidemie in China meint die „Irish Times“ am Dienstag: „Während Staatspräsident Xi Jinping Fehler bei der anfänglich langsamen Reaktion einräumte, versuchte Peking eifrig, lokale Apparatschiks dafür verantwortlich zu machen. Ein Bericht in den Staatsmedien legte nahe, dass Xi Anordnungen zur Eindämmung des Virus bereits am 7. Januar erteilt hat - fast zwei Wochen früher als bislang angenommen. Das mag ein Versuch sein, der Ansicht entgegenzutreten, dass Peking zu lange brauchte, um die Kontrolle zu übernehmen. Aber er bringt Xi auch in Verbindung mit der verpfuschten anfänglichen Reaktion, als die potenzielle Schwere des Ausbruchs verheimlicht wurde und Möglichkeiten zur Eindämmung verpasst wurden. Doch jetzt sollte die Politik erst einmal hinten anstehen. Der Fokus muss darauf liegen, die Ausbreitung des Coronavirus zu begrenzen und Lücken im wissenschaftlichen Wissen zu schließen, damit Testmethoden und Therapien verbessert werden können.“ (dpa)


+++ 17. Februar +++

7 von 14 Quarantäne-Patienten in Bayern daheim - Rückkehrer erwartet

In Bayern sind inzwischen sieben der insgesamt 14 Menschen, die sich seit Ende Januar mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert hatten, wieder zuhause. Unter ihnen ist eine Familie aus dem Landkreis Traunstein, wie die Leitung der Kliniken Südostbayern am Montag mitteilte. Die Eltern mit ihren Kindern hätten das Krankenhaus in Trostberg schon am Freitag verlassen, alle seien geheilt und nicht mehr ansteckend. Vor allem für die Kinder war die Quarantäne demnach psychisch stark belastend. Zu den Voraussetzungen für eine Entlassung zählen mehrere negative Tests auf das Virus. (dpa)

Eurogruppenchef rechnet mit nur vorübergehendem Effekt von Coronavirus in Europa

Eurogruppenchef Mário Centeno rechnet mit überschaubaren wirtschaftlichen Folgen des neuartigen Coronavirus in der Eurozone. „Wir erwarten einen vorübergehenden Effekt“, sagte der portugiesische Finanzminister am Montag. „Darum müssen wir uns kümmern, aber wir müssen gleichzeitig auf die langfristigen Aussichten für die Eurozone schauen, und die sehen derzeit gut aus.“ Centenos Kollege, der italienische Finanzminister Roberto Gualtieri, mahnte dagegen zur Vorsicht. Es sei „zu früh“, um das Ausmaß der Folgen zu kennen. Die EU-Kommission rechnet laut ihrer Prognose vonvergangener Woche mit einem Wachstum von 1,2 Prozent in diesem Jahr. Sie warnte allerdings ausdrücklich vor möglichen negativen Folgen der Ausbreitung des Coronavirus. Zwar werde China im ersten Quartal am stärksten betroffen sein, allerdings stelle eine mögliche globale Ausbreitung ein erhebliches Risiko für globale Wertschöpfungsketten dar. Die bereits unter der anhaltenden Schwäche des verarbeitenden Gewerbes leidende deutsche Industrie wäre davon demnach besonders betroffen.  (AFP)

Coronavirus: Gewichtheber verlegen Meisterschaften

Die Asienmeisterschaften im Gewichtheben sind wegen des Ausbruchs des Coronavirus in China von Kasachstan nach Usbekistan verlegt worden. Kasachstan erlaube Chinesen derzeit keine Einreise und habe die Titelkämpfe zurückgegeben, berichtete der olympische Branchendienst „Inside the Games“. Nunmehr soll das Championat vom 16. bis 25. April in Taschkent stattfinden. Die Asienmeisterschaften sind ein wichtiges Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in Tokio. Der Gewichtheber-Weltverband drängt darauf, dass auch chinesische Sportler teilnehmen dürfen. (dpa)

Hunderte US-Bürger von Corona-Schiff vor Japan geholt

Angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus auf der „Diamond Princess“ haben die USA hunderte Staatsbürger von dem in Japan unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff geholt. Auch die Bundesregierung erwog am Montag eine Rückholung der deutschen Passagiere. Die „Diamond Princess“ ist weltweit der größte Infektionsherd außerhalb Chinas. In der Volksrepublik starben inzwischen bereits 1770 Menschen an dem neuartigen Coronavirus. Die USA flogen in zwei Flugzeugen insgesamt rund 300 Passagiere der „Diamond Princess“ aus.

Die Evakuierten müssen in der Heimat nun zwei Wochen unter Quarantäne verbringen. Nach Angaben des US-Außenministeriums sind unter den Heimkehrern auch 14 Menschen, die mit dem neuartigen Virus infiziert sind. Sie wurden im Flugzeug von den anderen Passagieren getrennt. Weitere rund 40 US-Passagiere der „Diamond Princess“ werden derzeit in japanischen Krankenhäusern wegen einer Infektion mit dem Virus behandelt.

Die Rückholaktion ihrer Regierung wurde von den Betroffenen unterschiedlich bewertet. Die 52-jährige Sarah Arana sagte der Nachrichtenagentur AFP vor dem Verlassen des Schiffes, sie sei froh, gehen zu können. Die US-Regierung hätte „viel früher“ handeln sollen. Andere US-Passagiere lehnten es jedoch ab, das Schiff zu verlassen. „Meine Gesundheit ist in Ordnung. Und meine zweiwöchige Quarantäne ist fast vorbei. Warum sollte ich mich mit anderen Menschen, von denen man annimmt, dass sie infiziert sind, in einen Bus und ein Flugzeug setzen lassen?“, schrieb der Anwalt Matt Smith, der zusammen mit seiner Frau an Bord war, im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die „Diamond Princess“ wird seit Anfang Februar im Hafen von Yokohama unter Quarantäne gehalten. Auf dem riesigen Schiff mit mehr als 3000 Menschen an Bord befindet sich die größte Gruppe an Coronavirus-Patienten außerhalb Chinas. Bei neuen Tests wurden 99 weitere Infektionsfälle entdeckt, wie die japanischen Gesundheitsbehörden am Montag mitteilten. Damit sind mehr als 450 Menschen an Bord infiziert. Wegen Material- und Personalmangels konnten allerdings bisher nicht alle Insassen getestet werden. (AFP)


+++ 16. Februar +++

Coronavirus-Patienten aus Klinik  in Bayern entlassen

In Bayern sind am Wochenende weitere Coronavirus-Patienten aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag in München mit. Die Entlassungskriterien des Robert Koch-Institutes seien erfüllt, sagte eine Ministeriumssprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Nähere Angaben zu den Betroffenen wollte die Behörde nicht machen.

Der erste der insgesamt 14 in Bayern registrierten Patienten war am vergangenen Mittwoch aus einer Münchner Klinik entlassen worden. Die Person sei wieder vollständig gesund und nicht mehr ansteckend, hatte das Krankenhaus mitgeteilt. Alle 14 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 in Bayern stehen in Zusammenhang mit dem Stockdorfer Autozulieferer Webasto. Eine chinesische Kollegin hatte den Erreger im Januar bei einer Dienstreise eingeschleppt. Der Stammsitz war wegen der Infektionen zwei Wochen geschlossen und hatte am vergangenen Mittwoch wieder geöffnet.

Neben den 14 Fällen in Bayern gab es in Deutschland zwei weitere Infektionen. Die beiden Heimkehrer aus dem chinesischen Wuhan wurden am Freitag aus der Universitätsklinik Frankfurt entlassen.

Quarantäne für China-Rückkehrer endet

Nach rund zwei Wochen endet an diesem Sonntag die Quarantäne für die über 100 China-Rückkehrer in einer Bundeswehrkaserne im pfälzischen Germersheim. Die Ergebnisse weiterer Tests auf das Coronavirus Sars-CoV-2 seien negativ, sagte ein Sprecher der Luftwaffe am Sonntagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Alle Bürgerinnen und Bürger würden daher am Sonntag aus der Kaserne entlassen.

122 deutsche Staatsbürger und Familienangehörige waren aus der vom Sars-CoV-2-Virus besonders betroffenen chinesischen Stadt Wuhan nach Frankfurt am Main geflogen und am 1. Februar in die Kaserne nach Germersheim gebracht worden. Die angedachte Quarantänezeit von 14 Tagen rührt daher, dass die maximale Inkubationszeit, also die Frist von der möglichen Ansteckung bis zum Krankheitsausbruch, wahrscheinlich meist so lange dauert. Neben den Rückkehrern haben auch 22 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes die vergangenen Tage in der Kaserne verbracht.

Zahl der Infektionen in China steigt auf 68.500

Die Zahl der Infektionen und Todesfälle durch das neuartige Coronavirus ist in China erneut gestiegen. Die Pekinger Gesundheitskommission teilte am Sonntag mit, dass an der auf den Namen COVID-19 getauften Lungenkrankheit erneut 142 Patienten starben, womit die Gesamtzahl der Opfer in China nun bei 1.665 liegt. Zudem wurden 2009 neue Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. Seit Ausbruch der Krankheit sind damit 6. 500 Fälle auf dem chinesischen Festland bestätigt. Experten vermuten jedoch eine hohe Dunkelziffer.


+++ 15. Februar +++

Zwei Deutsche auf Kreuzfahrtschiff in Japan mit Coronavirus infiziert

Unter den mit dem neuen Coronavirus infizierten Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffes in Japan sind zwei deutsche Staatsangehörige. Das teilte die Deutsche Botschaft in Tokio mit. Inzwischen beläuft sich die Zahl der positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getesteten Passagiere und Crewmitglieder von der in Yokohama unter Quarantäne gestellten „Diamond Princess“ auf 355. Die Betroffenen werden in örtliche Krankenhäuser gebracht. Nach Angaben des japanischen Außenministeriums sollen bis Montag alle Passagiere getestet sein, so dass die Resultate spätestens am Mittwoch vorliegen. Bis dahin gilt die über das Schiff verhängte Quarantäne.

Negativ getestete Passagiere sollen ab Mittwoch das Schiff verlassen können, hieß es unter Berufung auf das Ministerium. Jeder Fahrgast müsse vorher jedoch noch einen Gesundheitscheck durchlaufen. Für jene Passagiere, die engen Kontakt mit infizierten Personen hatten, werde die Quarantänezeit verlängert.

Frankreich meldet ersten Todesfall 

Frankreich hat einen ersten Todesfall durch das neuartiges Corona-Virus gemeldet. Das berichtet die Agence France-Presse. Ein Journalist des französischen Nachrichtensenders CNews schrieb auf Twitter, dass es sich demnach um einen 80-jährigen chinesischen Touristen handeln würde. Die Deutsche Presse-Agentur berichtet, dass der Mann aus der schwer betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei, in der auch Wuhan liegt, komme.

Er war Anfang Februar auf die Intensivstation des Krankenhauses Bichat in der französischen Hauptstadt gebracht worden. Der Patient sei mehrere Tage in kritischem Zustand gewesen. Es soll der erste Tote außerhalb Asiens sein, „der erste in Europa", sagte die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn dem Nachrichtensender CNews. Sie sei gestern über den Tod des Mannes informiert worden.

Bill Gates: Coronavirus könnte zu „sehr schlimmer Lage“ führen

Die Stiftung von Microsoft-Gründer Gates hat rund 100 Millionen Dollar zur Bekämpfung des Virus gespendet.
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Das neuartige Coronavirus könnte die Welt nach Ansicht von Microsoft-Gründer Bill Gates möglicherweise in eine „sehr schlimme Lage“ bringen. „Es stellt uns vor eine riesige Herausforderung“, sagte Gates am Freitag  bei der Konferenz des weltgrößten Wissenschaftsverbands AAAS (American Association for the Advancement of Science) in Seattle. „Es gibt viel, was wir nicht über diese Epidemie wissen, aber es gibt auch viel, was wir wissen, das zeigt, dass sie sehr dramatisch werden könnte - besonders, wenn sie sich in Gegenden wie dem südlichen Afrika oder dem südlichen Asien ausbreitet“, sagte Gates.

Diese Krankheit würde, wenn sie nach Afrika komme, dramatischer sein als in China - „und ich will das, was in China passiert, nicht verharmlosen.“ 

Die Zahl der bestätigten Infektionen durch das neuartige Coronavirus in China stieg unterdessen auf mehr als 66.000. Außerhalb des chinesischen Festlands sind im Rest der Welt bislang etwa 600 Erkrankungen bestätigt. Die Stiftung von Microsoft-Gründer Gates und seiner Frau Melinda hat bereits rund 100 Millionen Dollar (etwa 920 000 Euro) zur Bekämpfung des Virus und zur Entwicklung eines Impfstoffs zur Verfügung gestellt.

Deutsche Post nimmt keine China-Pakete mehr an

Päckchen und Pakete nach China, Hongkong und Macao nehme die Deutsche Post nicht mehr an. Das hat die Tagesschau unter Berufung auf eine Sprecherin des Logistikkonzerns berichtet. Grund seien demnach Probleme beim Transport, der Verzollung und der Zustellung, die durch den Coronavirus-Ausbruch ausgelösten worden seien. Briefsendungen sollen hingegen bis auf Weiteres noch angenommen und bearbeitet werden. 

Der Abhol-, Zustell- und Lagerverwaltungsbetrieb der DHL in der Provinz Hubei sei jedoch auch aktuell ausgesetzt, da die Provinzregierung unter anderem alle kommerziellen Flüge von und nach Wuhan ausgesetzt und alle Ausfallstraßen der Provinzhauptstadt abgeriegelt habe, berichtet die Tagesschau weiter. Nicht betroffen vom Annahmestopp für Päckchen und Pakete seien Sendungen nach Taiwan.


+++ 14. Februar +++

Ägypten meldet ersten Fall des neuartigen Coronavirus in Afrika

Das neuartige Coronavirus hat nun auch Afrika erreicht: Das ägyptische Gesundheitsministerium meldete am Freitag die erste Infektion mit dem Virus, das im Dezember in China erstmals bei Menschen aufgetreten war. Der aus dem Ausland stammende Patient habe keine Symptome der Atemwegserkrankung, sei aber in einem Krankenhaus isoliert worden, hieß es aus Kairo weiter. In den vergangenen Wochen hatten Experten wiederholt vor einer Ausbreitung des Virus nach Afrika gewarnt, weil dort die Gesundheitsversorgung oftmals mangelhaft ist. In Festlandchina haben sich nach Behördenangaben bereits knapp 64.000 Menschen mit dem Virus infiziert, fast 1400 Menschen dort starben. Zudem wurden aus mehr als zwei Dutzend weiteren Ländern hunderte Infektionen gemeldet, darunter auch Deutschland. (afp)

Wegen Covid-19: Indonesische Stadt verbietet Verkauf von Fledermäusen

Aus Sorge vor dem Coronavirus hat eine indonesische Stadt den Verkauf von Fledermäusen zum Verzehr auf Märken gestoppt.
Foto: imago images/Ardea

Aus Sorge vor dem Coronavirus Sars-CoV-2 hat eine indonesische Stadt den Verkauf von Ratten, Schlangen, Fledermäusen und Affen gestoppt. Der Markt in Tomohon auf Sulawesi ist dafür bekannt, dass dort solche Tiere zum Verzehr angeboten werden. Es wurde ein Team losgeschickt, das das Verbot bekannt machen soll, wie der Chef der lokalen Gesundheitsbehörde, Isye Liuw, der Deutschen Presse-Agentur am Freitag sagte.

Nach derzeitigem Stand infizierten sich die ersten Menschen auf einem Wildtiermarkt im chinesischen Wuhan mit dem neuartigen Virus. Von welchem Tier der Erreger auf den Menschen übersprang, ist unklar. Ursprüngliches Reservoir sind wahrscheinlich Fledermäuse. Viele Infektionskrankheiten des Menschen, darunter Tollwut, Mers und Ebola, kommen aus dem Tierreich. Gerade Säugetiere tragen Erreger, die auf den Menschen überspringen können. Als mögliche Überträger neuer Coronaviren gelten unter anderem Fledermäuse und Flughunde.

Sechs Krankenhausmitarbeiter in China an Coronavirus gestorben

In China sind nach Behördenangaben sechs Krankenhausmitarbeiter an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Zudem seien seit Dienstag 1716 Neu-Infektionen mit dem Erreger Covid-19 festgestellt worden, teilte der Vize-Chef der chinesischen Gesundheitskommission Zeng Yixin am Freitag mit. Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in der Volksrepublik insgesamt liegt inzwischen bei mehr als 64.000. Mehr als 1100 der Neu-Infektionen wurden laut Zeng in der zentralchinesischen Provinz Hubei gelegenen Metropole Wuhan nachgewiesen, wo das Virus im Dezember erstmals aufgetreten war. 400 weitere seien in anderen Städten in Hubei bestätigt worden.

Zeng hob die großen Risiken hervor, denen Ärzte und Krankenpfleger angesichts der Engpässe bei Schutzanzügen und Atemschutzmasken bei der Behandlung von Coronavirus-Patienten ausgesetzt seien. Vor allem in Wuhan führten die Engpässe zuletzt dazu, dass Ärzte dieselbe Schutzbekleidung mehrfach tragen mussten. Ein Arzt aus Wuhan sagte der Nachrichtenagentur AFP, er und 16 seiner Kollegen hätten Symptome, die auf eine mögliche Coronavirus-Infektion hindeuteten. Dazu gehören Husten und Atemnot. Die chinesischen Gesundheitsbehörden legten die Zahlen eine Woche vor, nachdem der junge Augenarzt Li Wenliang an dem Erreger gestorben war. Li hatte als einer der ersten vor dem Virus gewarnt. Nach seiner Schilderung versuchte die Polizei jedoch, ihn mundtot zu machen. Sein Tod löste in chinesischen Online-Diensten große Bestürzung aus, vielfach wurde der Ruf nach Meinungsfreiheit laut. (AFP)

Wegen Covid-19: Aida Cruises beendet Asien-Saison vorzeitig

Wegen des sich in Ostasien weiter ausbreitenden Coronavirus Sars-CoV-2 und der zunehmenden Reiseeinschränkungen in dieser Region hat die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises die Asiensaison vorzeitig beendet. Betroffen seien die Schiffe „Aidavita“ und „Aidabella“ mit insgesamt rund 3300 Passagieren, teilte das Unternehmen am Freitag in Rostock mit. Ihre Fahrten enden demnach am Sonntag beziehungsweise Montag in Laem Chabang/Bangkok (Thailand). Regulär hätte das Asien-Programm noch bis April gedauert, für jedes Schiff seien bis dahin noch vier Reisen geplant gewesen.

„Für Aida Cruises haben die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Gäste und Crew jederzeit oberste Priorität“, sagte Aida-Sprecher Hansjörg Kunze. Alle betroffenen Gäste und Vertriebspartner würden aktuell informiert. Die Schiffe sollen nun in anderen Regionen fahren. Das Alternativprogramm werde in den kommenden Tagen bekanntgegeben.

Es habe bis heute keinen Verdachtsfall oder bestätigten Fall von Sars-CoV-2 an Bord eines Aida-Schiffes gegeben, betonte Kunze. (dpa)

Lufthansa verlängert Flugpause nach China

Wegen des Coronavirus hat die Lufthansa ihre Flugpause nach China verlängert. Bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März werden nun auch Peking und Shanghai von den Fluggesellschaften der Gruppe einschließlich Swiss und Austrian nicht mehr angeflogen, wie der Konzern am Freitag in Frankfurt mitteilte. Zunächst waren diese Flüge nur bis zum 29. Februar gestrichen worden. Für die übrigen chinesischen Festland-Ziele Nanjing, Shenyang und Qingdao hatte Lufthansa bereits zuvor eine Flugpause bis Ende März angekündigt.

Wegen der stockenden Nachfrage sollen nun auch einzelne Flüge nach Hongkong gestrichen werden, das bislang noch voll mit 19 wöchentlichen Verbindungen bedient worden war. Die Swiss werde im März auf ihren Hongkong-Flügen kleinere Jets einsetzen, kündigte der Lufthansa-Konzern noch an. Man beobachte die Situation weiterhin laufend und stehe mit den Behörden im Kontakt. (dpa)


+++ 13. Februar +++

Corona-Angst: ManU-Spieler darf nicht mit dem Team trainieren

Die Furcht vor dem neuartigen Coronavirus bekommt derzeit auch der Manchester-United-Spieler Odion Ighalo zu spüren. Der englische Top-Club habe den nigerianischen Stürmer gebeten, zwei Wochen lang sein Trainingszentrum in Carrington zu meiden, berichteten am Donnerstag die Zeitungen „The Times“ und „Daily Mail“. Manchester United hat den 30-Jährigen für diese Saison von dem chinesischen Verein Shanghai Shenhua ausgeliehen. Nun will der Verein offenbar sichergehen, dass Ighalo nicht das Coronavirus einschleppt. Er durfte schon nicht zum Trainingscamp von Manchester United in Spanien mitfahren. Seine Teamkollegen soll er den Berichten zufolge erstmals am Wochenende treffen. Ighalo hat seit dem 6. Dezember kein Spiel mehr bestritten. Damit er trotz der Virus-Schutzmaßnahmen fit bleibt, trainierte er mit einem eigenen Trainer in einem Taekwondo-Zentrum in Manchester. In Großbritannien gibt es neun bestätigte Infektionen mit Covid-19. In China wurden nach Behördenangaben bereits fast 60.000 Infektionen sowie mehr als 1300 Todesfälle registriert. (AFP)

Weiter kein Covid-19-Virus bei China-Rückkehrern in Berlin

Auch im zweiten Testdurchlauf ist bei den 20 China-Rückkehrern in Berlin kein neues Coronavirus nachgewiesen worden. Die Ergebnisse seien negativ, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Deutschen und ihre Angehörigen waren am Sonntag in Berlin eingetroffen und sind seitdem im Stadtteil Köpenick in Quarantäne. Sie hatten sich zuvor in der stark von dem Virus Sars-CoV-2 betroffenen chinesischen Stadt Wuhan aufgehalten. Bis zum Ende der 14-tägigen Isolierung sollen die Rückkehrer alle vier Tage auf den Erreger getestet werden. Dieser kann eine Lungenerkrankung auslösen, die inzwischen Covid-19 genannt wird. Die Quarantäne für die Dauer einer längst möglichen Inkubationszeit sei eine Maßnahme, um die Betroffenen selbst und die Bevölkerung zu schützen, teilte die Senatsverwaltung mit. (dpa)

Spahn warnt vor Arzneimittel-Engpässen wegen Covid-19-Epidemie

 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn befürchtet wegen der Covid-19-Epidemie neue Arzneimittel-Engpässe in Europa. Hintergrund sei der Produktionsstopp in China bei wichtigen Wirkstoffen, der in einigen Wochen zu Knappheit in Europa führen könne, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag vor einem Sondertreffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel. Die EU-Kommission müsse die Lage analysieren und Lösungsvorschläge machen.

Schon vor einigen Tagen hatten Pharmaexperten davor gewarnt, dass Produktionsausfälle in China wegen Covid-19 zu Antibiotika-Engpässen auch in Deutschland führen könnten. Da die Herstellung von Wirkstoffen in der stark betroffenen Provinz Hubei stillstehe, schwänden die Lagervorräte für die Weiterverarbeitung, hatte Morris Hosseini, Pharmaexperte bei der Beratungsgesellschaft Roland Berger, gesagt. Bei einem längerfristigen Stopp drohten Lieferengpässe. Weltweit sei die Pharmabranche in der Wirkstoff-Produktion abhängig von China. I

Das Gesundheitsministertreffen in Brüssel war kurzfristig einberufen worden, um den Kampf der 27 EU-Staaten gegen das Coronavirus zu koordinieren. Bisher gibt es in Europa nur wenige Fälle - in Deutschland sind es 16. Doch will man für eine etwaige Ausbreitung gewappnet sein und eine einheitliche Linie finden.

Spahn sagte, nötig sei eine Koordinierung auch bei Einreisekontrollen. „Es braucht eine Abstimmung, ob und wenn ja was an Maßnahmen an den Flughäfen wir ergreifen für uns gemeinsam in der Europäischen Union“, sagte der Gesundheitsminister. Deutschland habe inzwischen die Regel, dass Piloten beim Anflug über mögliche Infektionsfälle informieren müssten. Es stelle sich die Frage, ob man auch bei Passagieren abfrage, ob sie mit infizierten oder gefährdeten Personen in China Kontakt hatten.

Spahn hatte am Mittwoch in Berlin bereits eine stärkere finanzielle Beteiligung der Europäischen Union am Kampf gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 gefordert. Dazu zählte er Forschungsmittel aus dem EU-Haushalt. (dpa)

Erstes Todesopfer in Japan wegen Coronavirus

In Japan ist erstmals ein mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierter Mensch gestorben. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend (Ortszeit) bekanntgab, handelt es sich bei dem Opfer um eine Frau in ihren 80ern in der Tokioter Nachbarprovinz Kanagawa. Nach Erkenntnissen der Behörden war die Frau in letzter Zeit nicht auf Auslandsreisen gewesen. Bislang sind in Japan mehr als 200 Infektionsfälle bestätigt. Die meisten davon sind Passagiere und Crewmitglieder des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“, das in Yokohama zunächst noch bis zum Mittwoch der kommenden Woche unter Quarantäne gestellt ist.

Bei der nun gestorbenen Frau war das Virus erst nach ihrem Tod festgestellt worden. Sie lag seit dem 1. Februar im Krankenhaus. In Japan sollen in weniger als sechs Monaten die Olympischen Spiele in der Hauptstadt Tokio stattfinden. (dpa)

Direktflüge zwischen Berlin und Peking vorerst gestrichen

Die einzige direkte Flugverbindung zwischen Berlin und Peking ist wegen des Coronavirus bis Ende März ausgesetzt. Die zuständige Fluggesellschaft Hainan habe alle Flüge zwischen dem 13. Februar und dem 28. März gestrichen, sagte eine Flughafensprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Grund sei der Coronavirus, der inzwischen offiziell den Namen Sars-CoV-2 trägt. Betroffene Passagiere seien gebeten, sich auf der Internetseite der Fluggesellschaft über ihre Flüge zu informieren. Hainan Airlines fliegt in Deutschland nur ab dem Berliner Flughafen Tegel. (dpa)

China feuert Parteichef von schwer betroffener Provinz

Der Ausbruch des Coronavirus in China hat weitere personelle Konsequenzen: Wie der Staatssender CCTV am Donnerstag berichtete, ist der Parteisekretär der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei ersetzt worden. Jiang Chaoliang wurde demnach von Ying Yong, dem bisherigen Bürgermeister von Shanghai, abgelöst. Bereits am Dienstag waren die Chefs der Gesundheitskommission in der Provinz entlassen worden. Zuletzt war in China immer mehr Kritik an der Untätigkeit oder langsamen Reaktion der Behörden auf den Ausbruch laut geworden.

Für landesweite Bestürzung und Anteilnahme sorgte vergangene Woche der Tod des Arztes Li Wenliang, der frühzeitig vor dem Ausbruch des Coronavirus gewarnt hatte, aber laut Berichten gezwungen wurde, diese „Gerüchte“ nicht weiter zu verbreiten. Der 34-Jährige starb, weil er sich mit dem Virus angesteckt hatte. Am Donnerstag verkündete Hubei überraschend einen drastischen Anstieg der neuen Todesfälle und neu nachgewiesener Infektionen, da die Zählweise der Diagnosen geändert wurde. (dpa)

Zahl der Infizierten in China steigt sprunghaft

Die Zahl neu nachgewiesener Todesopfer durch das Coronavirus hat sich in China in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Vergleich zum Vortag mehr als verdoppelt. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen verzehnfachte sich fast. Wie das chinesische Staatsfernsehen am Donnerstag berichtete, wurden 242 neue Todesopfer registriert, womit die Gesamtzahl der Toten in der Provinz seit Ausbruch der Krankheit bei 1310 liegt. Die Zahl der nachgewiesenen Infektion stieg um 14.840 auf nun 48.208 bekannte Fälle. Wie der sprunghafte Anstieg in der Statistik zu erklären ist, war zunächst unklar. Wie das Staatsfernsehen berichtete, habe die Provinz die „Diagnoseergebnisse überarbeitet“. Patienten seien gemäß der neuen Klassifikation diagnostiziert worden. (dpa)

Mobilfunk-Messe MWC abgesagt

Nach dem Rückzug zahlreicher Aussteller aus Furcht vor dem Coronavirus ist die Mobilfunkmesse World Mobile Congress in Barcelona abgesagt worden. Die ursprünglich für den 24. bis 27. Februar geplante Messe finde wegen der „weltweiten Besorgnis über den Ausbruch des Coronavirus“ nicht statt, erklärte der Veranstalter GSMA am Mittwochabend. In den vergangenen Tagen hatten unter anderem der US-Onlineriese Amazon, der japanische Sony-Konzern, die Telekom und LG Electronics aus Südkorea ihre Teilnahme an der Messe aufgrund der Gesundheitsgefahr für alle Anwesenden durch die Epidemie abgesagt. Die Messe in Barcelona ist mit üblicherweise mehr als 100.000 Besuchern und rund 2800 Ausstellern aus aller Welt eine der wichtigsten Branchenschauen. (afp)

44 weitere Coronavirus-Infizierte auf Kreuzfahrtschiff in Japan

An Bord des unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes im japanischen Yokohama ist bei weiteren 44 Menschen eine Infizierung mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 festgestellt worden. Das gab das japanische Gesundheitsministerium am Donnerstag bekannt. Damit erhöht sich die Zahl der Infizierten an Bord auf 218. An Bord des Kreuzfahrtschiffes sind auch zehn deutsche Staatsangehörige. Die Quarantäne gilt noch bis zum 19. Februar. Gesundheitsminister Katsunobu Kato gab jedoch am Donnerstag bekannt, dass die Regierung Senioren mit chronischen Krankheiten früher von Bord gehen lassen werde als geplant, sofern sie negativ getestet wurden. Möglicherweise schon an diesem Freitag.

In diplomatischen Kreisen sind zunehmend Zweifel an der Art und Weise aufgekommen, wie die japanische Regierung mit dem Fall des Kreuzfahrtschiffes umgeht. Bisher wurden Tests vorrangig bei Menschen vorgenommen, bei denen erhöhtes Risiko einer Infektion besteht. Alle rund 3600 Passagiere und Crewmitglieder zu testen, sei wegen angeblich begrenzter Test-Geräte logistisch schwierig, hatte es zwischenzeitlich geheißen. Vor dem Parlament sagte Kato zwar laut Medien, man erwäge, alle Menschen an Bord zu testen, wenn sie das Schiff verlassen haben. Genaueres über das weitere Vorgehen ist jedoch bislang nicht klar. (dpa)

Japan hält trotz Coronavirus an Olympischen Spielen fest

Japan will ungeachtet der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wie geplant die Olympischen Spielen im Sommer austragen. Der Chef des japanischen Olympischen Komitees, Yoshiro Mori, bekräftigte am Donnerstag bei einem Treffen mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Tokio, dass die Planung für die Spiele nicht durch die neue Lungenkrankheit Covid-19 beeinträchtigt werde. „Ich möchte noch einmal klarstellen, dass eine Absage oder Verschiebung der Tokio-Spiele nicht erwogen wurden“, sagte Mori zum Auftakt eines zweitägigen Vorbereitungstreffens mit dem IOC. Man werde mit der japanischen Regierung zusammenarbeiten und „ruhig“ mit jeglichen Problemen infolge des neuartigen Virus umgehen, sagte Mori. (dpa)


+++ 12. Februar +++

Formel 1 verschiebt China-Rennen wegen Coronavirus

Die Formel 1 verschiebt wegen des Coronavirus den Großen Preis von China. Das eigentlich für den 19. April geplante Rennen in Shanghai soll zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr nachgeholt werden, wenn die Situation sich verbessert, wie die Rennserie am Mittwoch mitteilte. (dpa)

EU-Parlament-Fraktion fordert Fragebogen bei Einreisen

Vor einem Treffen der EU-Gesundheitsminister hat die Europäischen Volkspartei im Europaparlament eine einheitliche Reaktion der EU auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 gefordert. Einzelne Mitgliedsstaaten gingen unterschiedlich vor, doch brauche man eine gemeinsame Strategie, sagte Fraktionschef Manfred Weber am Mittwoch in Straßburg. Die Fraktion schlug vor, dass jeder bei der Einreise in die Europäische Union einen Fragebogen ausfüllen muss, um einer weiteren Verbreitung des Virus besser vorzubeugen.

In dem Fragebogen sollten beispielsweise neben grundsätzlichen Kontaktdaten auch Reisen nach China und Asien eingetragen werden, erklärte der italienische EVP-Abgeordnete Antonio Tajani. Auch ob in den 30 Tagen vor Einreise Grippe-Symptome vorlagen, solle festgehalten werden. Falsche Angaben müssten geahndet werden, sagte Tajani. (dpa)

Spahn fordert mehr Geld aus Brüssel im Kampf gegen Coronavirus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine stärkere finanzielle Beteiligung der Europäischen Union am Kampf gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 gefordert. Vor einem Treffen der EU-Gesundheitsminister an diesem Donnerstag in Brüssel sagte Spahn, er wünsche sich eine Einigung auf Mittel aus dem EU-Haushalt zur Forschung im Kampf gegen das Virus. „Und ich möchte auch erreichen (...), dass die Bitte der Weltgesundheitsorganisation nach finanzieller Hilfe nicht nur von den Nationalstaaten beantwortet wird, sondern dass auch die Europäische Union mit Haushaltsmitteln sich verantwortlich fühlt“, so Spahn nach einer Unterrichtung des Gesundheitsausschusses des Bundestags am Mittwoch in Berlin.

Erneut kein Coronavirus bei China-Rückkehrern nachgewiesen

Auch bei der dritten Untersuchung der in Germersheim untergebrachten China-Rückkehrer ist kein neuartiges Coronavirus nachgewiesen worden. Die Untersuchten - neben 122 Rückkehrern auch 22 Helfer des Deutschen Roten-Kreuzes - seien noch am Dienstagabend informiert worden, teilte das Gesundheitsministerium in Mainz am Mittwochmorgen mit.

Das Ministerium verwies auf das Landesuntersuchungsamt, wonach ein Nachweis des Virus Sars-CoV-2 mit zunehmender Dauer der Quarantäne immer unwahrscheinlicher werde. Dennoch sei nicht auszuschließen, dass es nicht später doch noch einen Nachweis geben könne. Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) sagte: „Das Ergebnis stimmt mich zuversichtlich, dass das Ende der Quarantänezeit wie vorgesehen am Sonntag beendet werden kann und alle Rückkehrerinnen und Rückkehrer sowie die großartigen Helferinnen und Helfer zu ihren Familien zurückkehren können.“ (dpa)

Wieder fast 100 neue Todesopfer in China - Zahl der Todesopfer steigt auf mehr als 1100

Das Coronavirus hat in China innerhalb von 24 Stunden erneut fast 100 Todesopfer gefordert: Wie die Nationale Gesundheitskommission am Mittwoch mitteilte, kamen landesweit im Vergleich zum Vortag 97 Todesfälle hinzu. Die Zahl der Infektionen stieg demnach um 2015 Fälle. Sowohl die Zahl der neuen Opfer als auch die der neu erkrankten Patienten ging den offiziellen Angaben zufolge damit im Vergleich zum Vortag etwas zurück. Am Dienstag waren noch 108 Todesfälle und 2478 neue Infektionen gemeldet worden. Allerdings wird eine hohe Dunkelziffer vermutet.

Die meisten Opfer kamen erneut aus der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, in deren Hauptstadt Wuhan das Virus erstmals auf den Menschen übergesprungen war. Dort wurden 94 der neuen Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Opfer auf dem chinesischen Festland liegt nun bei 1113. Bei mehr als 44.000 Menschen wurde eine Infektion bestätigt. (dpa)

Bisher keine Deutschen auf Kreuzfahrtschiff in Japan infiziert

Unter den positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff in Japan befinden sich nach Angaben der Botschaft keine Deutschen. Das berichtete die deutsche Vertretung in Tokio am Mittwoch. Zuvor hatte das japanische Gesundheitsministerium bei weiteren 39 Menschen - 29 Passagiere und zehn Crewmitglieder - eine Infizierung festgestellt, damit stieg die Zahl der Infizierten auf 174. Vier Personen zeigten ernste Symptome.

Außerdem habe sich auch ein für die Quarantäne Zuständiger infiziert, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Die übrigen der rund 3600 Passagiere und Crew-Mitglieder sollen noch bis zum 19. Februar an Bord des in Yokohama unter Quarantäne gestellten Schiffes bleiben. Ob Japan alle Personen an Bord untersuchen lassen wird, war weiterhin unklar. An Bord sind zehn deutsche Staatsangehörige. (dpa)


+++ 11. Februar +++

Zwei neue Coronavirus-Fälle in Bayern

In Deutschland ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle auf 16 gestiegen. Die beiden Neuerkrankungen stehen im Zusammenhang mit dem Automobilzulieferer aus Stockdorf bei München, bei dem vor über zwei Wochen bundesweit erstmals eine Infektion mit der neuen Lungenkrankheit gemeldet wurde. Das berichtete das bayerische Gesundheitsministerium am Dienstagabend in München. Einzelheiten zu den neuen Fällen wollte das Ministerium am Mittwoch bekanntgeben. Am Abend gab es zudem widersprüchliche Informationen zur Zählweise der Infektionen in China.

Alle nun insgesamt 14 bestätigten Coronavirusfälle in Bayern stehen in Zusammenhang mit dem Automobilzulieferer Webasto. Dort war eine chinesische Kollegin zu Gast, die wenig später zurück in ihre Heimat flog, wo ihre Infektion nachgewiesen wurde. In Deutschland wurde das Virus zudem bei zwei am 1. Februar von China nach Frankfurt/Main ausgeflogenen Menschen nachgewiesen. Am Mittwoch will der Bundestag über die Vorbeugemaßnahmen gegen das Virus beraten.

Antibiotika-Engpässe wegen Coronavirus möglich

Produktionsausfälle in China wegen des neuen Coronavirus könnten Pharmaexperten zufolge zu Antibiotika-Engpässen in Deutschland führen. Da die Herstellung von Wirkstoffen in der stark betroffenen Provinz Hubei stillstehe, schwänden die Lagervorräte für die Weiterverarbeitung, sagte Morris Hosseini, Pharmaexperte bei der Beratungsgesellschaft Roland Berger. Erschwerend komme dazu, dass mit dem chinesischen Neujahrsfest die Produktion ohnehin ruhte. Kurzfristig reichten die Bestände noch aus, doch bei einem längerfristigen Stopp in den chinesischen Werken drohten Lieferengpässe. 

China ändert Coronavirus-Statistik

Das neuartige Coronavirus hat in China inzwischen mehr als 1000 Menschen das Leben gekostet. 108 neue Todesfälle wurden erfasst - so viele wie nie zuvor binnen eines Tages. Nachweislich infiziert haben sich nach der offiziellen Statistik bisher gut 42.600 Menschen, knapp 2500 mehr als noch am Vortag.

Allerdings zählt die zuständige chinesische Gesundheitskommission Menschen, bei denen das Virus mit einem Test nachgewiesen wurde, die aber keine Symptome der Lungenkrankheit zeigen, schon seit einigen Tagen nicht mehr mit - ein Vorgehen, dass klar der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) widerspricht. Die WHO betrachtet jemanden als nachweislich infiziert, wenn eine 2019-nCoV-Infektion durch ein Labor bestätigt wurde - «ungeachtet klinischer Zeichen oder Symptome», wie es heißt. Die WHO in Genf hatte zunächst keine Kenntnis von einer derartigen Änderung der Statistik. Vielmehr sei die Definition, welche Fälle gezählt werden, nach ihren Informationen erweitert worden, sagte WHO-Expertin Sylvie Briand am Dienstagabend in Genf.

Generell dürfte die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle in China immens sein. «Wir sehen nicht den echten täglichen Anstieg, sondern die tägliche Obergrenze in der Fähigkeit, neue Fälle zu identifizieren», erklärte der Coronavirus-Experte Christian Drosten von der Berliner Charité. Es könne sein, dass das Hindernis im Meldesystem die Testung ist, es könne aber auch etwas anderes sein. «Ich gebe inzwischen nichts mehr auf diese Zahlen.»

Coronavirus hat eigenen Namen: Covid-19

Die neue Lungenerkrankung bekam am Dienstag einen eigenen Namen. Sie werde nun Covid-19 genannt, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Covid steht für «COrona VIrus Disease». Zugleich erhielt auch das zunächst vorläufig 2019-nCoV genannte neue Coronavirus eine eigene Bezeichnung: Sars-CoV-2. Der Namensgeber des Erregers, die Coronavirus-Studiengruppe des Internationalen Komitees zur Taxonomie von Viren bezieht sich mit dem Namen Sars-CoV-2 auf die sehr enge Verwandtschaft zum Sars-Virus (wissenschaftlich: Sars-CoV), an dem 2002/2003 Hunderte Menschen gestorben waren. Die Viren sind Experten zufolge Varianten ein und derselben Virusart.

Zwei „Bürgerjournalisten“ in Wuhan festgesetzt

Zwei chinesische „Bürgerjournalisten“, die über den Ausbruch des Coronavirus und die überfüllten Krankenhäusern in Wuhan im Internet berichtet haben, sind von der chinesischen Polizei festgesetzt worden. Wie die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch am Dienstag unter Hinweis auf Familie und Freunde berichtete, hätten Polizisten den Anwalt Chen Qiushi und den Blogger Fang Bin „unter dem Vorwand der Quarantäne abgeholt“.

Seither seien beide nicht mehr über ihr Handy erreichbar, was in Isolation normalerweise möglich sein müsste. Keiner von beiden habe Symptome einer Infektion gehabt. „Wer in normaler Quarantäne steckt, kann telefonieren“, sagte die in New York ansässige Forscherin Wang Yaqiu von Human Rights Watch. „Beide haben die Zustände in Wuhan untersucht und unverblümt darüber gesprochen.“

Die Videos von Fang Bin, der auch Leichensäcke gefilmt und auf Youtube hochgeladen hatte, waren um die Welt gegangen. Auch Chen Qiushi hatte in den überforderten Krankenhäusern der schwer betroffenen Stadt Wuhan gefilmt. „Es gibt nicht genug Gesichtsmasken, nicht genug Schutzanzüge, nicht genug Material und was noch wichtiger ist, nicht genug Tests“, schilderte Chen Qiushi in einem Video.

Der freimütige Anwalt hatte im vergangenen Jahr auch an prodemokratischen Demonstrationen in Hongkong teilgenommen und Videos davon in sozialen Medien in China verbreitet. „Ich habe nicht einmal Angst vor dem Tod“, sagte Chen Qiushi in einem Video aus Wuhan. „Denkt ihr, ich habe Angst vor der Kommunistischen Partei?“ (dpa)

China feuert Chefs der Gesundheitskommission in Hubei

Der Ausbruch des Coronavirus in China zieht personelle Konsequenzen nach sich: Wie Chinas Staatsfernsehen am Dienstag berichtete, sind die Chef der Gesundheitskommission in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei entlassen worden. Zhang Jin, Parteisekretär der Gesundheitskommission von Hubei, und Liu Yingzi, der Direktor der Behörden, wurden demnach von Wang Hesheng, dem stellvertretenden Leiter der Nationalen Gesundheitskommission, abgelöst.

Zuletzt war in China immer mehr Kritik an der Untätigkeit oder langsamen Reaktion der Behörden auf den Ausbruch laut geworden. Für landesweite Bestürzung und Anteilnahme sorgte vergangene Woche der Tod des Arztes Li Wenliang, der frühzeitig vor dem Ausbruch des Coronavirus gewarnt hatte, aber laut Berichten gezwungen wurde, diese „Gerüchte“ nicht weiter zu verbreiten. Der 34-Jährige starb, weil er sich mit dem Virus angesteckt hatte. (dpa)

Zahl der Todesopfer in China steigt auf über 1000

Das neuartige Coronavirus hat in China schon mehr als 1000 Menschen das Leben gekostet. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden fielen der Lungenkrankheit weitere 108 Menschen zum Opfer, womit bislang insgesamt 1016 Menschen in China an der Lungenkrankheit gestorben sind. Das teilte die Gesundheitskommission in Peking am Dienstag mit. Allein 103 neue Opfer wurden aus der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei gemeldet. Während die Zahl der Toten so schnell stieg wie noch nie seit Ausbruch der Krankheit, ging die Zahl neuer Infektionen am Dienstag im Vergleich zum Vortag zurück. Landesweit wurden 2478 weitere Erkrankungen gemeldet, somit die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen in China auf 42.638 stieg. (dpa)


+++ 10. Februar +++

Inkubationszeit könnte bis zu 24 Tage dauern

Die Inkubationszeit könnte bei dem Erreger vorläufigen Analysen zufolge in seltenen Fällen bis zu 24 Tage betragen - und damit 10 Tage mehr als bisher angenommen. Im Schnitt betrage der Zeitraum zwischen Ansteckung und ersten Symptomen wohl drei Tage, ergab eine Auswertung des Experten Zhong Nanshan nach Angaben der Zeitung „China Daily“. Der Leiter des nationalen Expertengremiums zur Eindämmung der Lungenkrankheit hatte mit seinem Team 1099 Fälle aus 552 Krankenhäusern in China untersucht.

Ohne genaue Kenntnis der Methode lasse sich zunächst nicht sagen, wie gesichert die neuen Erkenntnisse seien, sagte der Coronavirus-Experte Christian Drosten von der Berliner Charité. „Eine häufige Fehlerquelle bei scheinbar sehr langen Inkubationszeiten ist eine unbemerkte zwischenzeitliche Exposition.“ Nur unter sehr kontrollierten Bedingungen lasse sich ausschließen, dass Betroffene dem Erreger mehrfach hintereinander ausgesetzt waren. Einen Grund zur Änderung von Richtlinien sehe er daher zunächst nicht. Auch Guan Weijie, Mitglied des chinesischen Expertengremiums, sagte, es gebe derzeit keinen Grund, die übliche Quarantänezeit von 14 Tagen zu verlängern.

ITB bestellt zusätzliches medizinisches Fachpersonal

Erst Anfang März soll in Berlin die Internationale Tourismusbörse (ITB) stattfinden, dank des Coronavirus sind die Mitarbeiter aber schon jetzt so beschäftigt wie zur Messe-Primetime. „Wir gehen nach jetzigem Stand davon aus, dass die Auswirkungen des Virus begrenzt sind - aber wir treffen trotzdem Vorsichtsmaßnahmen“, sagte ITB-Sprecherin Julia Sonnemann am Montag der Berliner Zeitung. So hat die weltweit größte Tourismusbörse für die Messetage bereits zusätzliches medizinisches Fachpersonal bestellt. Desinfektionsmittel-Spender sollen an allen Eingängen angebracht und die Sanitärbereiche häufiger als üblich gereinigt werden.

Die Zahl der Absagen hält sich bei der ITB zurzeit noch in Grenzen – bisher hätten erst zwei Aussteller aus China abgesagt, so Sonnemann. Ein Großteil der chinesischen Aussteller in der Asien-Halle der Tourismusbörse schicke seine Mitarbeiter ohnehin aus Europa. Und die Zahl der Teilnehmer aus China sei gering: „Nur 0,56 Prozent unserer Aussteller kommen überhaupt aus China.“ Aussteller aus anderen, auch benachbarten asiatischen Ländern, hätten noch nicht abgesagt. „Wir sind gut vorbereitet und haben noch etwas Zeit“, so Sonnemann mit Blick auf den Termin der ITB vom 4. bis zum 8. März. „Die ITB wird auf jeden Fall stattfinden.“

Protest gegen Ankunft der China-Rückkehrer

Die Ankunft der 20 Rückkehrer aus China, die am Sonntag in der DRK-Klinik in Quarantäne untergebracht wurden, löste in Köpenick Protest aus, wie die Polizei auf Nachfrage der Berliner Zeitung am Montag mitteilte. Vier Frauen hätten eine spontane Kundgebung vor dem Krankenhaus angemeldet und unter anderem mit einem Plakat gegen die Unterbringung von „Quarantänepatienten in einem Versorgungskrankenhaus in Deutschland“ demonstriert.

Testergebnisse von China-Rückkehrern: kein Virus nachgewiesen

Die 20 China-Rückkehrer in Berlin sind nicht mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. „Wir sind erleichtert. Alle Testergebnisse auf das neuartige Coronavirus der Rückkehrerinnen und Rückkehrer in Berlin sind negativ“, teilte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag mit. „Die 14-tägige Quarantäne für die Dauer einer längstmöglichen Inkubationszeit unter Beobachtung ist eine Maßnahme, um die Betroffenen selbst und die Bevölkerung zu schützen.“ Der Bevölkerungsschutz habe höchste Priorität für sie, betonte Kalayci.

Alle China-Rückkehrer in Berlin symptomfrei

Die 16 Erwachsenen und 4 Kinder waren am Sonntag in Berlin-Tegel gelandet. Die Menschen, die sich in der schwer vom Coronavirus betroffenen chinesischen Stadt Wuhan aufgehalten hatten, kamen umgehend auf eine Quarantäne-Station auf dem Gelände der Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin-Köpenick. Am Sonntag hieß es, die Deutschen und ihren Familienangehörigen seien wohlauf. Die Tests auf das Coronavirus sollen nun zwei Wochen lang alle vier Tage wiederholt werden. (dpa)

Coronavirus in China treibt Inflation auf höchsten Stand seit acht Jahren

Das Coronavirus in China treibt die Inflation: Die Verbraucherpreise, vor allem für Lebensmittel, stiegen im Januar im Vorjahresvergleich um 5,4 Prozent, wie das chinesische Statistikamt am Montag mitteilte. Das war der höchste Anstieg seit Ende 2011. Die Epidemie beeinträchtigt die Produktion und Verteilung von Lebensmitteln.

Die Inflation in China war bereits vor Ausbruch der Epidemie hoch - was vor allem am starken Anstieg der Preise für das beliebte Schweinefleisch liegt. Grund dafür ist die starke Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in der Volksrepublik. Im Januar verdoppelte sich der Preis für Schweinefleisch im Vorjahresvergleich: Er stieg laut Statistik um 116 Prozent. Dazu kommt, dass der Konsum im Januar wegen des Neujahrsfestes Ende des Monats stark zulegte - die Chinesen kaufen zum Fest viel ein.

Die Ausbreitung des Coronavirus verschärfte die Lage: Viele Straßen sind gesperrt, ganze Städte abgeriegelt, viele Menschen hamstern Lebensmittel. Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt etwa stiegen im Januar um ein Fünftel (20,6 Prozent);darunter die für frisches Gemüse um rund 17 Prozent. (afp)

Alle Zuschauer bei Champions League in Asien mit Masken

Beim Eröffnungsspiel der asiatischen Fußball-Champions League am Mittwoch in Südkorea müssen alle Zuschauer Gesichtsmasken tragen. Das ist laut Nachrichtenagentur AP eine der Maßnahmen der Asiatischen Fußball-Förderation (AFC) gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus. Die Körpertemperatur der Besucher darf nicht über 37,5 Grad liegen. Im ersten Spiel des Wettbewerbs stehen sich in Jeonju die Meister aus Südkorea und Japan gegenüber: Jeonbuk Motors und Yokohama F. Marinos.

Die AFC hatte in der vergangenen Woche bereits beschlossen, dass die Partien der drei chinesischen Clubs Shanghai SIPG, Guangzhou Evergrande und Shanghai Shenhua verschoben werden. Sie sollen im April und Mai stattfinden. Die vier iranischen Teams bestreiten ihre ersten drei Partien wegen der Spannungen in der Region auswärts. An dem Wettbewerb nehmen 32 Mannschaften teil. Die Zahl der bestätigten Infektionen durch das Virus stieg in China auf mehr als 37.000 Fälle. Außerhalb Chinas sind mehr als 300 Infektionen bestätigt.

Damen-Golfturniere in Thailand und Singapur gestrichen

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus sind zwei Profi-Golfturniere der Damen in Thailand und Singapur ersatzlos aus dem Turnierkalender gestrichen worden. „Die Gesundheit und Sicherheit unserer Spielerinnen, Fans und aller, die bei dieser Veranstaltung arbeiten, haben für uns immer höchste Priorität“, teilte die LPGA-Tour am Montag mit. Betroffen von der Absage sind die LPGA Thailand vom 20. bis 23. Februar in Pattaya und die eine Woche später geplante Women“s World Championship in Singapur. (dpa)

Coronavirus: Zahl neuer Infektionen steigt weiter - 908 Tote

Die Zahl neuer Infektionen und Todesfälle durch das Coronavirus in China ist erneut gestiegen. Wie Chinas Gesundheitskommission am Montag mitteilte, wurden landesweit 97 neue Todesfälle bestätigt. Damit sind bislang mehr als 908 Menschen in China dem Virus zum Opfer gefallen. Die Zahl der neu nachgewiesenen Erkrankungen stieg um 3062 auf 40.171 Fälle. Allein in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, wo das Virus ursprünglich ausgebrochen war, kamen 2618 Infektionen und 91 Todesfälle hinzu. Außerhalb des chinesischen Festlands sind im Rest der Welt mehr als 300 Erkrankungen bestätigt, davon 14 in Deutschland. (dpa)

Kreuzfahrtschiff in Japan: 60 weitere Coronavirus-Fälle

An Bord des unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes im japanischen Yokohama sind weitere 60 Fälle des neuen Coronavirus festgestellt worden. Das gab das japanische Gesundheitsministerium am Montag bekannt. Damit erhöht sich die Zahl der Infizierten an Bord des Schiffes auf mindestens 130, wie der japanische Fernsehsender NHK weiter berichtete. Die übrigen der insgesamt 2666 Passagiere und 1045 Crew-Mitglieder sollen noch bis zum 19. Februar an Bord bleiben, da die Untersuchungen auf den Erreger weitergehen. An Bord des Kreuzfahrtschiffes sind nach Erkenntnissen der Deutschen Botschaft in Tokio auch zehn deutsche Staatsangehörige. (dpa)


+++ 9. Februar +++

Coronavirus: Rund 6200 Mediziner nach Wuhan entsandt

Rund 6200 medizinische Fachkräfte sind am Wochenende mit 47 Charterflügen in die schwer vom Coronavirus betroffene chinesische Stadt Wuhan gebracht worden. Dies sei der vom Umfang her größte Transport medizinischen Personals seit Ausbruch der neuartigen Lungenerkrankung in China, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag unter Berufung auf die zivile Luftfahrtbehörde ACCA. Neun chinesische Fluggesellschaften hätten neben dringend benötigter medizinischer Ausstattung 34 Teams aus mehreren Provinzen befördert. (dpa)

Flugzeug mit China-Rückkehrern in Berlin gelandet

Ein Flugzeug der Bundeswehr ist mit Rückkehrern aus der schwer vom Coronavirus betroffenen chinesischen Stadt Wuhan in Berlin gelandet. Die Maschine kam am Sonntagmittag auf dem Flughafen Tegel an, wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte. Die 20 China-Rückkehrer kommen nun in Quarantäne. Sie werden in einem Gebäude der Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin-Köpenick untergebracht. Eine britische Chartermaschine brachte die Rückkehrer aus Wuhan zunächst zu einem Militärflughafen in der Nähe von Oxford. Nach dem Zwischenstopp dort flog eine Bundeswehr-Maschine die Deutschen am Vormittag weiter in die Bundeshauptstadt. (dpa)

Erster Fall von Coronavirus auf Mallorca

Erstmals ist ein Fall von Coronavirus auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca bestätigt worden. Es handele sich um einen Familienvater, der seit Freitag isoliert im Krankenhaus Son Espases in der Hauptstadt Palma liege, teilten die Gesundheitsbehörden der Baleareninsel am Sonntag mit. Seine Frau und die zwei Kinder seien negativ auf das Virus getestet worden.

Spanischen Medienberichten zufolge soll es sich um eine britische Familie handeln, die in Marraxtí bei Palma lebt. Der Mann habe zuvor in Frankreich Kontakt mit einem Infizierten gehabt und sich nach seiner Rückkehr selbst im Krankenhaus gemeldet, nachdem er leichte Krankheitssymptome gehabt habe, so das „Diario de Mallorca“. (dpa)

Mehr Tote durch Coronavirus als bei Sars-Epidemie

Die Zahl der Todesopfer durch das neue Coronavirus hat die der Sars-Pandemie vor 17 Jahren überstiegen. Mit 89 neuen Fällen der Lungenerkrankung, die Chinas Gesundheitsbehörde am Sonntag bestätigte, kletterte die Gesamtzahl der Opfer weltweit auf 813. An dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (Sars) waren 2002/2003 laut WHO 8096 Menschen erkrankt und 774 gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen durch das neue Coronavirus stieg am Sonntag in China um weitere 2656 auf 37.198 Fälle.

Außerhalb Chinas sind bislang mehr als 300 bestätigte Infektionen bestätigt. Bis auf ein Opfer auf den Philippinen und eines in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong haben sich alle Todesfälle auf dem chinesischen Festland ereignet - die meisten in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, wo das Virus in der Stadt Wuhan ursprünglich ausgebrochen war. In der Provinz kamen bislang 780 Menschen ums Leben. (dpa)

Maschine mit Rückkehrern aus Wuhan in Großbritannien gelandet

Eine britische Chartermaschine mit Rückkehrern aus der schwer vom Coronavirus betroffenen chinesischen Millionenstadt Wuhan ist in Großbritannien angekommen. Das Flugzeug mit 200 Menschen, darunter etwa 20 Deutschen, an Bord sei am Sonntag um 07.30 Uhr (08.30 Uhr MEZ) auf dem Militärflughafen RAF Brize Norton nahe Oxford gelandet, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Die deutschen Rückkehrer werden noch am Sonntagvormittag in Berlin erwartet. Das Auswärtige Amt hatte sich am Samstagabend per Twitter bei den britischen Behörden bedankt: „Guten Flug und großen Dank an die britischen Behörden für die große Hilfe!“ (dpa)

+++ 8. Februar +++

Zahl der Coronavirus-Fälle in China stabilisiert sich

Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in China hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stabilisiert. Aus der Provinz Hubei, dem Zentrum der Epidemie, sei seit vier Tagen kein Anstieg der Fallzahlen gemeldet worden, sagte der WHO-Experten Michael Ryan am Samstag in Genf. Dies seien „gute Nachrichten“. Die Entwicklung sei möglicherweise auf die strengen Schutzmaßnahmen der Behörden zurückzuführen.

In der Provinz Hubei stehen Millionen Menschen de facto unter Quarantäne. Ryan warnte zugleich, dass es zu früh sei, um Vorhersagen zum weiteren Verlauf der Epidemie zu treffen. Auch WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus mahnte zur Vorsicht. Das neuartige Coronavirus hatte sich in den vergangenen Wochen rasant ausgebreitet. In Festlandchina erkrankten mehr als 34.500 Menschen daran. Mehr als 720 Infizierte starben. (AFP)

Maschine mit Rückkehrern aus Wuhan gestartet

Eine britische Chartermaschine mit Rückkehrern aus der schwer vom Coronavirus betroffenen chinesischen Millionenstadt Wuhan ist unterwegs nach Großbritannien. Das Flugzeug mit 200 Briten und weiteren Staatsbürgern an Bord habe am Sonntagmorgen um 3.20 Uhr (Ortszeit; 20.20 Uhr MEZ Samstagabend) in Wuhan abgehoben, teilte das Außenministerium in London am Samstagabend mit. Es sollte am Sonntagmorgen auf dem britischen Militärflughafen in der Nähe von Oxford landen. (dpa)

+++ 7. Februar +++

WHO: Weltweite Knappheit an Virus-Schutzausrüstung wegen 2019-nCoV

Wegen der Coronavirus-Epidemie in China wird nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile weltweit Schutzausrüstung knapp. „Die Welt ist mit einem chronischen Mangel an persönlicher Schutzausrüstung konfrontiert“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag vor dem WHO-Exekutivrat in Genf. Weltweit gehen seinen Angaben zufolge Gesichtsmasken und andere Schutzausrüstung aus.

Der WHO-Chef kündigte an, sich beim Lieferketten-Netzwerk für Schutzausrüstung dafür einzusetzen, „Engpässe“ in der Produktion zu beheben. Bereits am Mittwoch hatte die WHO angekündigt, Atemschutzmasken, Gummihandschuhe, Schutzhandzüge und Test-Sets an hilfsbedürftige Länder zu schicken. Dazu forderte sie die internationale Gemeinschaft zu Zahlungen in Höhe von 675 Millionen Dollar (613 Millionen Euro) auf.

Wie Tedros am Freitag sagte, gibt es auch immer noch Länder, die Informationen über bestätigte Ansteckungsfälle nicht an die WHO weiterleiten. „Wir fordern diese Mitgliedsländer auf, diese Informationen umgehend zu teilen“, sagte der WHO-Chef. Kein Land und keine Organisation könne die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus allein stoppen. „Zusammenzuarbeiten ist unsere große Hoffnung und unsere einzige Hoffnung“, fügte er hinzu, „Wir haben einen gemeinsamen Feind, der gefährlich ist und zu schweren gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen führen kann“, mahnte Tedros. Das Virus müsse „einhellig“ bekämpft werden.

Die chinesischen Behörden versuchen seit Wochen mit drastischen Maßnahmen, die Ausbreitung des neuartigen Virus 2019-nCoV in den Griff zu bekommen. Neben großflächigen Quarantäne-Maßnahmen gilt in Städten und Provinzen mit Millionen Einwohnern eine Schutzmaskenpflicht. Vielerorts wurden Masken daher bereits knapp. Trotzdem haben die chinesischen Behörden mittlerweile mehr als 31.000 Krankheitsfälle registriert. 636 Menschen starben an den Folgen der Infektion. Von China aus hat sich das Coronavirus zudem in mehr als zwei Dutzend weitere Länder ausgebreitet. In Deutschland gibt es inzwischen 13 bestätigte Ansteckungsfälle. (afp)

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus zusammengestellt.

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Anstieg neuer Virusfälle wächst langsamer - Erneut 73 Tote in China

Der tägliche Anstieg der neu bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in China scheint sich leicht stabilisiert zu haben - ist aber weiter sehr hoch. Die Zahl der Ansteckungen legte bis heute erneut um 3143 zu. Damit sind 31.161 Virusfälle bestätigt, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Es war der zweite Tag in Folge, an dem nicht mehr neue Ansteckungen als am Vortag gemeldet wurden. Innerhalb eines Tages starben aber wieder 73 Patienten an der neuartigen Lungenkrankheit - so viele wie am Vortag. Damit sind in China schon 636 Todesfälle zu beklagen. (dpa)

Chinas Präsident sieht Kampf gegen Virus in „entscheidender Phase“

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping sieht den Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in einer „entscheidenden Phase“. In einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump verwies Xi Jinping am Freitag nach Angaben von Staatsmedien ausdrücklich auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die andere Länder vor Überreaktionen gewarnt habe. Er hoffe, dass auch die USA „ruhig“ die Lage einschätzten und ihre Maßnahmen als Antwort darauf „angemessen“ träfen und anpassten.

Der Präsident bezog sich damit offensichtlich auf das vor einer Woche erlassene Einreiseverbot der USA für Chinesen und Ausländer, die vorher in China waren - mit Ausnahme von Angehörigen von US-Staatsbürgern. China hatte den Bann mehrfach als Überreaktion kritisiert, auch weil es den Empfehlungen der WHO widerspreche. Eine Außenamtssprecherin hatte den USA vorgeworfen, „Angst zu schüren und zu verbreiten, was ein schlechtes Beispiel ist“.

In dem Telefonat gab sich Xi Jinping zuversichtlich, dass China die Epidemie in den Griff bekommt. Regierung und Volk gäben alles, um gegen die Lungenkrankheit anzugehen. Das ganze Land sei mobilisiert und habe sehr umfangreiche und strenge Maßnahmen zur Vorbeugung und Kontrolle ergriffen. „Wir sind vollauf zuversichtlich und in der Lage, die Epidemie zu besiegen.“ (dpa)

Bundesregierung will weitere Deutsche aus China holen

Wegen der Coronavirus-Epidemie ist die Kunstmesse Art Basel in Hongkong abgesagt worden. Dies sei eine „extrem schwierige Entscheidung“ gewesen, erklärte der Schweizer Veranstalter MCH Group am Freitag. Nach einer Prüfung „aller möglicher Optionen“ und Beratungen mit Galeristen, Partnern und externen Experten sei leider sei „keine andere Option“ als die komplette Absage der diesjährigen Messe geblieben.

Die Art Basel in Hongkong ist eine der renommiertesten und größten Kunstmessen weltweit. Sie sollte Ende März in der chinesischen Sonderverwaltungszone stattfinden. Im März 2021 wird die Messe, die weitere Standorte in Basel und Miami hat, nach Hongkong zurückkehren, wie die Veranstalter versicherten.

Die Absage der Messe ist ein weiterer Schlag für die chinesische Sonderverwaltungszone. Wegen monatelanger Massenproteste der Demokratiebewegung in Hongkong und der Coronavirus-Epidemie wurden bereits mehrere öffentliche Veranstaltungen, darunter eine Neujahrsgala und ein Marathon, abgesagt.

Wegen der Coronavirus-Epidemie hatte Hongkong seine Schutzvorkehrungen zuletzt stark ausgeweitet. Ab Samstag müssen Einreisende vom chinesischen Festland für zwei Wochen in Quarantäne. In Hongkong wurde das neuartige Coronavirus mittlerweile bei 22 Menschen nachgewiesen. Einer von ihnen starb. In Festland-China starben nach neuen Angaben der chinesischen Regierung vom Freitag starben inzwischen 636 Menschen an den Folgen der Infektion. (afp)

+++ 6. Februar +++

Bundesregierung will weitere Deutsche aus China holen

Die Bundesregierung will wegen der Ausbreitung des Coronavirus in China weitere deutsche Staatsbürger und ihre Angehörigen aus der Millionenstadt Wuhan zurück nach Deutschland holen. Entsprechende Informationen des „Spiegel“ bestätigte das Auswärtige Amt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Es gebe in Wuhan „einzelne Personen“, die sich erst nach dem Rückholflug am vergangenen Samstag gemeldet oder es nicht rechtzeitig zum Flughafen geschafft hätten, hieß es aus dem Ministerium. „Wir bemühen uns intensiv darum, auch diesen Personen eine Ausreise zu ermöglichen.“

Das gefährliche Coronavirus hatte sich von Wuhan aus verbreitet. Laut „Spiegel“ befinden sich in der Region noch rund 20 Deutsche. Möglicherweise sollen sie in einer Maschine mitreisen, die am Wochenende eine größere Gruppe von britischen Staatsbürgern ausfliegen soll. Auch für die Neuankömmlinge aus China würde eine 14-tägige Quarantäne gelten. Sie sollen nach Informationen des „Spiegel“ in einer Klinik in Berlin-Köpenick untergebracht werden. (dpa)

Weiterer Virus-Nachweis in Deutschland 

Mit einem weiteren Nachweis auf das Coronavirus ist die Gesamtzahl der Infizierten in Deutschland auf 13 gestiegen. Der Erreger wurde bei der Frau eines der Patienten aus Bayern nachgewiesen, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. In den vergangenen Tagen war bereits bekannt geworden, dass sich auch zwei Kinder des Paares angesteckt haben. Sie sind Ärzten zufolge - ebenso wie die Mutter - symptomfrei. Auch der gesundheitliche Zustand des Vaters ist stabil. Deutschlandweit gibt es nun 13 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert haben. Bei zwei von ihnen wurde das Virus nachgewiesen, nachdem sie am vergangenen Wochenende mit einem Flugzeug aus. (dpa)

Human Rights Watch wirft Peking „Holzhammer“-Methode vor

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat den Umgang der chinesischen Behörden mit dem neuartigen Coronavirus scharf kritisiert. „Es hat große Probleme bei Chinas Antwort auf das Coronavirus gegeben, die den Ausbruch verschlimmert haben“, sagte HRW-Chef Kenneth Roth am Donnerstag in Genf.

Er verwies insbesondere auf die „Unterdrückung“ von Berichten über die Krankheit zu Beginn des Ausbruchs. „Es gibt keinen Platz für Geheimhaltung bei der Bekämpfung einer Epidemie“, kritisierte der HRW-Chef. Angesichts der Ausbreitung des Virus sei es an der „Zeit für vollständige Transparenz, auch wenn es unangenehm ist“. Die öffentliche Gesundheit müsse „vor den Erhalt einer bestimmten politischen Macht gestellt“ werden, forderte Roth. „Traurigerweise ist das nicht Pekings Ansatz.“

Der HRW-Chef warf der chinesischen Regierung eine „Holzhammer“-Methode im Umgang mit dem Virus vor. Damit bezog er sich darauf, dass in China eine Reihe von Städten mit insgesamt rund 56 Millionen Menschen de facto unter Quarantäne stehen. „Quarantänen dieser Art funktionieren üblicherweise nicht“, sagte Roth. Vielmehr empfählen Experten gezieltere Quarantäne-Maßnahmen. Roth lobte jedoch, dass die chinesischen Behörden früh die Gensequenz des neuen Coronavirus anderen Ländern zugänglich gemacht hätten. (AFP)

Wuhan wandelt Sporthallen und Ausstellungsgelände in Krankenlager um

Um die steigende Zahl der Kranken zu bewältigen, wandelt Wuhan weitere Hallen und Gebäude in vorübergehende Bettenlager um. Eine Ausstellungshalle, in der 1600 Betten aufgestellt wurden, nahm erstmals Patienten auf. In zwei weiteren Einrichtungen sollen 2800 zusätzliche Betten zur Verfügung gestellt werden. Besonders Patienten mit milden Symptomen sollen dort untergebracht werden. (dpa)

73 weitere Tote durch Coronavirus in China

Die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus in China ist erneut deutlich gestiegen. Wie die chinesischen Behörden am Donnerstag mitteilten, starben seit dem Vortag weitere 73 Menschen an den Folgen der Infektion. Die offizielle Gesamtzahl der Todesfälle in Festlandchina wuchs damit auf 563.

70 der neuen Todesfälle wurden in der zentralchinesischen Provinz Hubei verzeichnet, dem Zentrum der Epidemie. Von der Millionenmetropole Wuhan in Hubei hatte der Erreger im Dezember seinen Ausgang genommen. Die Provinz ist weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt. Auch in anderen Regionen verhängten die chinesischen Behörden Verkehrsbeschränkungen.

Seit Mittwoch wurden nach Angaben der Regierung in Peking insgesamt 3694 neue Krankheitsfälle in Festlandchina durch das Virus registriert. Die offizielle Gesamtzahl der Ansteckungsfälle in Festlandchina stieg damit auf 28.018. Von China aus hat sich das Virus in inzwischen mindestens 25 andere Länder ausgebreitet. In Deutschland gibt es zwölf bestätigte Ansteckungsfälle.

Außerhalb von Festlandchina wurden bislang zwei Todesfälle verzeichnet - einer in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong und einer in den Philippinen. Die Sterblichkeitsrate bei Ansteckungen mit dem neuartigen Virus liegt nach Angaben von Experten bislang bei zwei Prozent. Sie liegt damit weit unter den zehn Prozent der Sars-Epidemie der Jahre 2002 und 2003. (afp)

Zehn weitere Fälle von Coronavirus auf Kreuzfahrtschiff in Japan

An Bord eines unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes in Japan sind zehn weitere Fälle des neuen Coronavirus festgestellt worden. Das gab das japanische Gesundheitsministerium am Donnerstag bekannt. Damit erhöht sich die Zahl der Infizierten an Bord des Schiffes auf 20. Die Betroffenen würden in örtliche Krankenhäuser gebracht, berichteten örtliche Medien weiter.

An Bord des Schiffes sind auch acht deutsche Staatsangehörige. Nach bisherigen Erkenntnissen sind sie nicht unter den Infizierten. Die übrigen der insgesamt 2666 Passagiere, etwa die Hälfte davon Japaner, sowie 1045 Crew-Mitglieder sollen nach Angaben des japanischen Gesundheitsministeriums zunächst für weitere 14 Tage an Bord bleiben, da die Untersuchungen auf den Erreger weitergehen. (dpa)

+++ 5. Februar +++

Neues Coronavirus bei 30 Stunden altem Baby in China nachgewiesen

Bei einem gerade einmal 30 Stunden alten Baby in China ist eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Damit sei der Säugling der jüngste Mensch mit einer nachgewiesenen 2019-nCoV-Infektion, berichteten chinesische Staatsmedien am Mittwoch. Es handele sich möglicherweise um eine sogenannte vertikale Ansteckung von der Mutter auf ihr Kind, zitierte der Staatssender CCTV mehrere Experten.

Die Mutter, die vor der Entbindung positiv auf das Virus getestet worden war, könnte es demnach während Schwangerschaft, Geburt oder unmittelbar danach auf ihr Kind übertragen haben. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua hatte am Montag über ein von einer infizierten Frau zur Welt gebrachtes Baby berichtet, das negativ auf 2019-nCoV getestet worden sei. In China steckten sich nach Behördenangaben bis Mittwoch mehr als 24.000 Menschen an. Etwa 490 Infizierte starben. Nach Angaben von Chinas Nationaler Gesundheitskommission waren rund 80 Prozent der Todesopfer mindestens 60 Jahre alt.

Mindestens zehn Menschen auf Kreuzfahrtschiff in Japan mit Coronavirus infiziert

Von den mehr als 3700 Menschen auf dem in Japan unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiff sind mindestens zehn mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Dies hätten erste Testergebnisse gezeigt, teilte der japanische Gesundheitsminister Katsunobu Kato am Mittwoch mit. Die Mehrheit der Testergebnisse stand demnach noch aus.

An Bord des Schiffs waren nach Angaben der Reederei auch acht Deutsche, sie seien aber nach derzeitigen Erkenntnissen nicht infiziert. Die zehn positiv auf das Virus getesteten Menschen seien von der „Diamond Princess“ geholt worden, sagte Kato. Sie sollten von medizinischen Organisationen betreut werden. Zur Staatsbürgerschaft der Infizierten machte der Minister keine Angaben.

Ein Sprecher der deutschen Vertretung der Reederei Princess Cruises bestätigte einen Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach acht Deutsche an Bord des Kreuzfahrtschiffes sind. „Die sind nicht betroffen aktuell“, sagte der Sprecher. Laut Kato müssen die an Bord verbleibenden Passagiere und Besatzungsmitglieder zwei Wochen auf dem Schiff ausharren.

Zahl der Coronafälle steigt – bisher 490 Tote

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen und der Toten durch das neue Coronavirus ist in China wieder schneller gestiegen als in den Tagen zuvor. Bis Mittwoch kletterte die Zahl der Patienten mit der neuen Lungenkrankheit innerhalb eines Tages um 3887 auf 24.324, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Die Zahl der Toten legte um 65 auf 490 zu.

US-Fluggesellschaften setzen wegen Coronavirus auch Flüge nach Hongkong aus

Die zwei großen US-Fluggesellschaften United und American Airlines stellen wegen des Coronavirus-Ausbruchs in China vorübergehend auch ihre Flüge nach Hongkong ein. Von Samstag an würden alle Flüge in die chinesische Sonderverwaltungszone bis einschließlich 20. Februar ausgesetzt, teilte United am Mittwoch mit. Zur Begründung verwies die Fluglinie auf einen drastischen Rückgang bei den Passagierzahlen.

Bei American Airlines gilt der vorübergehende Stopp für Flüge in die Finanzmetropole ab sofort - und ebenfalls bis einschließlich 20. Februar. Sowohl American Airlines als auch United setzten wegen der Coronavirus-Epidemie bereits alle Flüge nach Festland-China aus.

Diese von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) im Januar 2020 zur Verfügung gestellte Illustration zeigt das Coronavirus
Foto: CDC via AP/dpa

+++ 4. Februar +++

Experten: Coronavirus bereits bei sehr leichten Symptomen übertragbar

Das Coronavirus ist offenbar bereits bei sehr leichten Symptomen übertragbar. Das berichteten das Institut für Virologie der Berliner Charité und das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr am Dienstag nach regelmäßigen Untersuchungen der in der Münchner Klinik Schwabing betreuten Patienten. Die Labore beider Institute stellten demnach in mehreren Fällen fest, dass infektiöse Viren aus dem Nasen- und Rachenraum von Menschen mit geringen Symptomen in Zellkulturen angezüchtet werden können. Die Krankheitszeichen der untersuchten Patienten ähnelten dabei eher einer harmlosen Erkältung als einer schwerwiegenden Lungenentzündung. Zugleich fanden die Forscher Hinweise darauf, dass sich das neuartige Coronavirus unabhängig von der Lunge auch im Nasen- und Rachenraum sowie im Verdauungstrakt vermehrt.

Über eine mögliche Verbreitung über das Verdauungssystem hatten bereits chinesische Experten berichtet. „Diese Beobachtungen sind deutliche Hinweise für eine Übertragbarkeit des Virus bereits bei milder oder beginnender Erkältungssymptomatik“, schrieben die Virologen aus München und Berlin. Dazu zählen demnach Halsschmerzen, Zeichen einer akuten Nasennebenhöhleninfektion oder ein leichtes Krankheitsgefühl ohne Fieber. (AFP)

Brandenburg: Bisher elf Coronavirus-Verdachtsfälle mit Entwarnung

Bisher hat es in Brandenburg elf Verdachtsfälle auf eine Infektion mit dem Coronavirus gegeben. Alle seien negativ gewesen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Dienstag in Potsdam. Ein Verdacht auf eine Erkrankung liegt dem Berliner Robert Koch-Institut zufolge vor allem in zwei Fällen vor: Wenn jemand eine akute Infektion der unteren Atemwege wie eine Lungenentzündung hat und bis maximal 14 Tage vor dem Beginn der Erkrankung in einem Risikogebiet war. Als Verdachtsfall wird auch eingestuft, wenn die Person nur leichtere Symptome wie Husten hat, aber in direkten Kontakt mit einem Erkrankten gekommen ist. (dpa)

China weitet Massenquarantäne auf Nachbarprovinz von Shanghai aus

Im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie ergreift die chinesische Regierung immer großflächigere Quarantäne-Maßnahmen: In der an Shanghai angrenzenden Provinz Zhejiang schränkten die Behörden am Dienstag die Bewegungsfreiheit für rund zwölf Millionen Menschen massiv ein. Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen weiter stark an: In Festland-China starben inzwischen 425 Menschen an dem Virus. Ein erster Todesfall wurde zudem in Hongkong gemeldet. In Deutschland gibt es zwölf bestätigte Coronavirus-Fälle. Die drei von den neuen Quarantäne-Maßnahmen betroffenen Städte liegen an der Ostküste Chinas, hunderte Kilometer entfernt vom Zentrum der Coronavirus-Epidemie in Wuhan. Sie rücken damit immer näher an Shanghai heran. (AFP)

Behinderter Junge in China bei Kampf gegen Coronavirus tragisch gestorben - Vater kam in Quarantäne

In der chinesischen Provinz Hubei ist ein schwerbehinderter Jugendlicher beim Kampf gegen das neuartige Virus auf tragische Weise zu Tode gekommen: Der Vater des 17-jährigen Yan Cheng wurde in Quarantäne genommen und musste seinen auf einen Rollstuhl angewiesenen Sohn allein zu Hause zurücklassen. Da der Junge weder sprechen noch laufen oder selbständig essen konnte, starb er nach einer Woche, wie die Regierung des Bezirks Hongan mitteilte.

Der Vater, Yan Xiaowen, kam am 22. Januar in Quarantäne. Fünf Tage später wurde beim ihm das neuartige Virus diagnostiziert. Verzweifelt veröffentlichte er einen Hilferuf in den Online-Netzwerken und bat darum, dass jemand nach seinem hilflosen Sohn sehen möge. Der Hilferuf kam jedoch zu spät: Der Jugendliche, der an den Folgen einer frühkindlichen Hirnschädigung litt, starb am 29. Januar. Yan habe darauf gehofft, dass sich Angehörige, die Vorsteher seines Heimatdorfes oder Ärzte um seinen Jungen kümmern würden, erklärte die Regierung von Hongan.

Nach dem Vorfall wurden der örtliche Vorsitzende der Kommunistischen Partei und der Bürgermeister abgesetzt. In den Online-Netzwerken brachen sich Wut und Empörung Bahn. „Ich bin so wütend und traurig“, schreib ein Nutzer. „Es ist zu widerlich.“ In Festland-China gibt es nach offiziellen Angaben inzwischen 425 Tote und mehr als 20.000 Kranke durch das Virus. Auch in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong wurde mittlerweile ein erster Todesfall gemeldet. (AFP)

Hyundai unterbricht wegen Coronavirus gesamte Produktion in Südkorea

Der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wird zunehmend zum Problem der global verzahnten Lieferketten. Ein Beispiel ist die Autoindustrie - der südkoreanische Hersteller Hyundai kündigte am Dienstag an, seine gesamte heimische Produktion im Heimatland noch in dieser Woche auszusetzen. Grund sind fehlende Teile, die normalerweise aus China geliefert werden. Analysten gehen davon aus, dass ähnliche Probleme viele Unternehmen treffen werden. Hyundai Motor, der größte Autobauer in Südkorea, kündigte an, bis Ende der Woche werde die komplette Produktion im Heimatland gestoppt. Wann genau welche Produktionslinie ausgesetzt wird, kann demnach variieren. Grund für den Stopp der Bänder sei das Fehlen von für die Produktion benötigten Kabelbäumen, die sich Hyundai üblicherweise aus China liefern lässt. Der Konzern wäge derzeit seine Optionen ab, um die Störung der Betriebsabläufe zu minimieren, erklärte Hyundai. Dazu gehöre auch die Suche nach „alternativen Zulieferern in anderen Regionen“. Sollte dies erfolgreich sein, könnte die Produktion womöglich bereits in der kommenden Woche wieder aufgenommen werden, zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap einen Unternehmensvertreter. Insgesamt betreibt Hyundai sieben Fabriken in Südkorea, weltweit sind es 20 Werke. (AFP)

Hälfte der chinesische Aussteller sagt Fruit Logistica ab

Rund die Hälfte der Aussteller aus China auf der diesjährigen Fruchtmesse Fruit Logistica (5. bis 7. Februar) in Berlin haben ihre Teilnahme wegen der Coronavirus-Ausbreitung abgesagt. „Die anderen Aussteller werden Repräsentanten von Europa oder anderen Ländern aus senden“, sagte Madlen Miserius, eine Fruit-Logistica-Managerin am Dienstag in Berlin. Erwartet worden waren rund 100 Aussteller aus dem Land. (dpa)

Macau schließt wegen Coronavirus zwei Wochen lang Casinos

Die chinesische Sonderverwaltungszone Macau schließt wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zwei Wochen lang ihre Casinos. Dies teilte der Regierungschef von Macau, Ho Iat-seng, am Dienstag mit. Die Glücksspielmetropole ist ein beliebtes Ziel von Reisenden aus Festlandchina. In Festlandchina gibt es inzwischen 425 Tote und mehr als 20.000 Kranke durch das Virus, wie die Regierung in Peking bekanntgab. Auch in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong wurde mittlerweile ein erster Todesfall gemeldet. (afp)

Coronavirus: Erster Todesfall in Hongkong bestätigt

Durch den neuartigen Coronavirus ist erstmals auch ein Patient aus Hongkong ums Leben gekommen. Die Krankenhausbehörde der chinesischen Sonderverwaltungsregionen bestätigte am Dienstag den Tod eines 39-Jährigen. Wie die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ berichtete, hatte der Mann zuvor die besonders schwer vom Virus betroffene Stadt Wuhan besucht.

Seit Ausbruch der neuen Lungenkrankheit ist es erst der zweite bestätigte Todesfall außerhalb des chinesischen Festlands. Zuvor war auch ein Patient auf den Philippinen ums Leben gekommen. Die Zahl der bestätigten Infektionen und Todesfälle durch das Coronavirus war am Dienstag in China erneut sprunghaft angestiegen. Wie die chinesische Gesundheitsbehörde mitteilte, gab es 20 438 bestätigte Erkrankungen - 3225 neue Fälle im Vergleich zum Vortrag. Die Zahl der Todesopfer stieg demnach um 64 auf 425. (dpa)

+++ 3. Februar +++

Zwölf Coronavirus-Fälle in Deutschland - zwei Kinder darunter

In Deutschland haben sich inzwischen zwölf Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Bei dem neuen Betroffenen handelt es sich um einen weiteren Mitarbeiter eines Automobilzulieferers in Stockdorf bei München, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Montagabend unter Berufung auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mitteilte. Der Mann wurde in die München Klinik Schwabing gebracht. Kurz zuvor hatte das Ministerium die Infizierung eines zweiten Kindes in Bayern bekanntgegeben. (dpa)

Virus lässt Chinas Börsen absacken: Verluste von 600 Milliarden Euro

Die Furcht vor der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat Chinas Aktienmärkten die größten Verluste seit Jahren beschert. Die Shanghaier Börse meldete am Montag einen Kursrutsch um 7,72 Prozent und verlor damit innerhalb eines Handelstages 2,8 Billionen Yuan an Wert, umgerechnet etwa 360 Milliarden Euro. Der zweite Aktienmarkt des Landes im südchinesischen Shenzhen brach um 8,45 Prozent ein, was einen Verlust von zwei Billionen Yuan (260 Milliarden Euro) bedeutete. Es war der erste Handelstag nach den wegen der Lungenkrankheit verlängerten Ferien zum chinesischen Neujahrsfest, die schon am 23. Januar begonnen hatten. (dpa)

Chinas Führung gesteht „Fehler“ im Umgang mit Coronavirus ein

Angesichts immer höherer Ansteckungszahlen mit dem Coronavirus hat Chinas Führung „Fehler“ im Umgang mit der Epidemie eingeräumt. Der Ständige Ausschuss des Politbüros der regierenden Kommunistischen Partei erklärte am Montag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, die Reaktion auf die Coronavirus-Epidemie habe „Fehler und Schwierigkeiten“ beim nationalen Notfallmanagement offengelegt. (AFP)

Keine Coronavirus-Infektion in Brandenburg - sieben Verdachtsfälle

Auch nach mehreren Verdachtsfällen sind in Brandenburg bisher keine Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bekannt. Bisher seien sieben Corona-Verdachtsfälle in Brandenburg gemeldet, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Tobias Arbinger, am Montag auf Anfrage mit. Der jüngste Verdacht betrifft einen Mann, der in Cottbus in isolierter stationärer Behandlung ist, ein Ergebnis des Tests werde noch für Montagabend erwartet. (dpa)

WHO besorgt über „massive Infodemie“ zu Coronavirus

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich besorgt gezeigt über die Informationsflut zum Coronavirus. Der Ausbruch des Erregers 2019-nCoV sei von einer „massiven Infodemie“, einer Überschwemmung an Informationen begleitet worden, teilte sie am Sonntagabend in Genf. Einige Informationen seien korrekt, andere nicht.

Da die Flut an Informationen es vielen Menschen schwer mache, zwischen Mythen und Fakten zu unterscheiden, hat die WHO eine große Informationskampagne auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Medien gestartet. Darin beantwortet sie etwa Fragen wie: Kann das Essen von Knoblauch gegen das Coronavirus helfen. Antwort: Dafür gibt es keinen Beleg.

Auch der Rauch von Feuerwerk helfe nicht gegen den Erreger, schreibt die WHO. Die Annahmen von Briefen oder Päckchen aus China sei hingegen ungefährlich. Das Virus überlebe nicht lange auf solchen Objekten. Auf einer gesonderte Webseite rät die WHO unter anderem zum regelmäßigen Händewaschen, auch wenn die Hände „nicht sichtbar dreckig“ seien. Erkrankte sollten in die Armbeuge oder in ein Taschentuch niesen und letzteres in einen geschlossen Abfalleimer werfen.

Wuhan eröffnet neues Krankenhaus für Coronavirus-Patienten

In Wuhan wurde nach weniger als zwei Wochen Bauzeit das erste von zwei Notkrankenhäusern eröffnet. Das «Huoshenshan» («Berg des Vulkan-Gottes») genannte Hospital hat rund tausend Betten und wurde am Montag eröffnet. Rund 1400 medizinische Kräfte des Militärs betreiben das Behelfshospital, in dem Lungenkranke zentral in Quarantäne kommen und behandelt werden. (dpa)

 Im Kampf gegen das Corona-Virus hat China in weniger als zwei Wochen das erste von zwei Notkrankenhäusern in Wuhan hochgezogen.
Foto: dpa/Shao Rui/XinHua

Rekordanstieg: Mehr Tote in China durch neuen Virus als bei Sars

Der Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit hat in China schon mehr Menschenleben gefordert als die Sars-Pandemie vor 17 Jahren. Die Gesundheitskommission in Peking meldete am Montag den bisher stärksten Anstieg der Infektionen und Todesfälle innerhalb eines Tages. An dem neuen Coronavirus starben demnach erneut 57 Menschen.

Damit sind nun offiziell 361 Todesfälle in China zu beklagen. Die Zahl der bestätigten Infektionen kletterte den Angaben zufolge um 2829 auf 17 205. Weltweit sind rund 180 Fälle in etwa zwei Dutzend Ländern bestätigt. In Deutschland ist das Virus bei zehn Menschen nachgewiesen.

Höhepunkt der Epidemie in China doch erst später als bisher erwartet

Chinesische Fachleute rechnen erst später als bisher erwartet mit dem Höhepunkt der Coronavirus-Epidemie in der Volksrepublik. „Wir gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Epidemie in zehn Tagen bis zwei Wochen erwartet wird“, sagte der Chef des nationalen Expertenteams im Kampf gegen das Coronavirus, Zhong Nanshan, nach Angaben chinesischer Staatsmedien vom Montag. Dafür müssten aber vorbeugende Maßnahmen verstärkt werden. „Wir dürfen in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen.“

Damit korrigierte der bekannte Experte seine bisherige Vorhersage von vor einer Woche, als er den Höhepunkt noch für Ende dieser Woche vorhergesagt hatte. Warum er den Zeitpunkt jetzt doch weiter in die Zukunft verschieben musste, sagte Zhong Nanshan nicht.

Obwohl die Ausbreitung des neuartigen Erregers zunimmt und das Virus bereits in jeder Provinz und Region Chinas nachgewiesen ist, rechnet er nach eigenen Worten nicht mit einem „nationalen Ausbruch“. „Es könnte eher nur ein partieller Ausbruch sein“, sagte Zhong Nanshan.

Der Experte verwies auf radikale Maßnahmen wie die Einschränkung der Bewegungsfreiheit für mehr als 50 Millionen Menschen in Zentralchina, verlängerte Ferien, Fieberkontrollen, abgesagte Veranstaltungen und persönliche Vorsichtsmaßnahmen, die bei den Bemühungen helfen dürften.

+++ 2. Februar +++

Rund 20 Wuhan-Rückkehrer in Frankreich mit Symptomen

Etwa 20 Passagiere, die mit einem Sonderflug aus Wuhan nach Frankreich zurückgekehrt sind, haben Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus. Es seien nun Tests geplant, teilte Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Sonntagabend in Paris mit. Die Flugpassagiere waren Sonntag auf dem Militärflughafen Istres bei Marseille angekommen. Sie verblieben zunächst auf dem Rollfeld, sagte Buzyn. In der Maschine, die von Frankreich gechartert worden war, befanden sich gut 250 Passagiere, davon rund 64 Franzosen. Ein Teil der Passagiere reiste weiter. In Frankreich sind bisher sechs Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt.

Italienische Forscher isolieren Coronavirus

Italienische Forscher haben nach Medienberichten das Coronavirus isoliert. „Das ist international eine wichtige Nachricht. Sie bedeutet, dass es mehr Möglichkeiten gibt, es zu verstehen und zu studieren, um es eindämmen zu können“, sagte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza am Sonntag. Die Ergebnisse der Wissenschaftler vom nationalen Institut für Infektionskrankheiten Lazzaro Spallanzani in Rom würden der internationalen Gemeinschaft für weitere Forschungen zur Verfügung gestellt.

An dem Spezialinstitut in Rom werden auch Untersuchungen im Fall eines Corona-Verdachts in Italien durchgeführt. Es gibt in dem Mittelmeerland zwei bestätigte Fälle von chinesischen Touristen, die mit dem Virus aus ihrem Heimatland infiziert sind. Die Forscher selbst erläuterten nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa, sie hätten das Virus weniger als 48 Stunden nach der Diagnose für die beiden Patienten isolieren können. Australische Forscher hatten bereits vor einigen Tagen im Labor das Coronavirus nachgezüchtet.

G7-Staaten wollen über Coronavirus beraten

Die G7-Staaten wollen nach Darstellung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) über ein einheitliches Vorgehen beim Coronavirus beraten. Spahn sagte am Sonntag in Berlin, er habe am Samstag mit dem US-Gesundheitsminister telefoniert, um zu einer gemeinsamen Einschätzung zu kommen. Sie hätten vereinbart, dass es eine Telefonkonferenz der G7-Gesundheitsminister geben solle. „Es bringt ja nichts, wenn ein Land alleine Maßnahmen ergreift, schon gar nicht in Europa.“ Zu den G7 gehören neben Deutschland und den USA noch Frankreich, Italien, Japan, Kanada und Großbritannien. Spahn sagte außerdem, man sei im Austausch mit den europäischen Partnern.

Jens Spahn: Mit Coronavirus Infizierte waren in Frankfurt symptomfrei

Die beiden mit einem Bundeswehrflugzeug aus China zurückgekehrten Passagiere, die mit dem Coronavirus infiziert sind, waren nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Ankunft in Deutschland symptomfrei. „Sowohl beim Abflug in China als auch bei der Ankunft in Frankfurt waren diese beiden Patienten symptomfrei“, betonte der CDU-Politiker am Sonntag in Berlin. Es gehe ihnen zur Stunde gut, sie würden in der Uniklinik in Frankfurt untersucht. Dies zeige auch, dass es richtig gewesen sei, dass man sich für eine zentrale Unterbringung der Rückkehrer entschieden habe.

Spahn sagte, sollte sich in der Inkubationszeit von 14 Tagen herausstellen, dass sich weitere Rückkehrer infiziert hätten, würden diese auch sofort in eine Klinik gebracht.

Zwei Wuhan-Rückkehrer positiv auf Coronavirus getestet

Einen Tag nach ihrer Rückkehr aus der chinesischen Stadt Wuhan nach Deutschland sind zwei Menschen positiv auf den Coronavirus getestet worden. Die beiden Patienten sollten nun von der Südpfalz-Kaserne in Germersheim, wo sie mit mehr als 110 weiteren Rückkehrern unter Quarantäne stehen, in einem Infektionsschutz-Fahrzeug in die Uniklinik Frankfurt am Main gebracht werden, teilte der Landkreis Germersheim am Sonntag mit.

Für die ehrenamtlichen Helfer und die Bevölkerung bestehe „kein Grund zur Sorge“. Es sei nun jener „Fall eingetreten, wofür die Einrichtung dieser Schutzzone erfolgt ist“, hieß es in der Erklärung weiter. „Die betroffenen Personen haben diesen Befund gefasst aufgenommen und wurden isoliert.“

Sie waren am Vortag mit einem Sonderflug der Luftwaffe aus Wuhan nach Deutschland gebracht worden. Die Luftwaffe flog insgesamt 124 Frauen, Männer und Kinder aus. 115 von ihnen wurden am Samstagabend in die Germersheimer Kaserne gebracht, wo sie mindestens 14 Tage unter Quarantäne stehen sollen. Die restlichen Rückkehrer waren nach der Landung in die Frankfurter Uniklinik gebracht worden - in einem Fall bestand Verdacht auf den Coronavirus, in den übrigen Fällen erfolgte die Einweisung wegen anderer medizinischer Probleme.

Verdachtsfall am Uniklinikum hat sich nicht betätigt

Bei dem aus China zurückgekehrten Passagier, der am Frankfurter Universitätsklinikum auf das Coronavirus untersucht wurde, hat sich der Verdacht nicht bestätigt. Das teilte das hessische Sozialministerium am Sonntag mit.

Formel E sagt für März geplante China-Rennen ab

Die Formel E wird nicht wie geplant am 21. März im chinesischen Sanya starten. Das teilte die vollelektrische Rennserie am Sonntag mit. Grund für die Entscheidung in Übereinkunft mit den zuständigen Behörden, dem Automobil-Weltverband, dem chinesischen Verband und örtlichen Partnern ist der grassierende neue Coronavirus.

Angesichts der weiter wachsenden Gesundheitsbedenken und der Notstandserklärung durch die Weltgesundheitsorganisation habe die Formel E die notwendigen Maßnahmen ergriffen, Gesundheit und Sicherheit von Reisepersonal, Teilnehmern und Zuschauern zu gewährleisten. Die Rennserie beobachte die Lage weiter sehr intensiv. Man werde prüfen, ob sich die Situation womöglich zu einem anderen Zeitpunkt anders darstelle. Von einem Alternativ-Datum war die Rede.

Es ist nicht die erste Absage eines größeren sportlichen Ereignisses in China nach dem Ausbruch des Coronavirus. In China starben durch die Lungenkrankheit bereits mehr als 300 Menschen. Offen ist, ob Mitte April das Formel-1-Rennen in Shanghai stattfindet. Zuletzt hatte der Weltverband in einer Mitteilung ebenfalls erklärt, die Situation in China mit Blick auf den Großen Preis in Shanghai am 19. April genau zu verfolgen. Man werde den Kalender der bevorstehenden Rennen bewerten und falls nötig, „jede erforderliche Maßnahme ergreifen, um dabei zu helfen, die weltweite Motorsportgemeinschaft und die breite Öffentlichkeit zu schützen.“ (dpa)

Philippinen melden erstes Todesopfer außerhalb Chinas

Erstmals ist außerhalb Chinas ein Mensch an den Folgen des neuartigen Coronavirus gestorben. Auf den Philippinen erlag am Samstag ein 44 Jahre alter Chinese aus Wuhan der von dem Erreger ausgelösten Lungenkrankheit, wie das Gesundheitsministerium des Inselstaates am Sonntag mitteilte. Er und seine ebenfalls erkrankte Partnerin waren am 21. Januar auf die Philippinen gereist. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt es sich bei den beiden um die einzigen bestätigten Infektionen auf den Philippinen.

Neues Virus könnte auch über Verdauungssystem verbreitet werden

Das neuartige Coronavirus hinter der Lungenkrankheit aus China könnte neben Tröpfeninfektion auch über das Verdauungssystem verbreitet werden. Chinesische Forscher haben das Virus auch in Stuhlproben und Rektalabstrichen gefunden, nachdem sie festgestellt hatten, dass einige Patienten allein Durchfall statt üblicherweise Fieber bekommen haben, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag berichtete. An der Forschung waren das Renmin Hospital der Universität Wuhan und das Virus-Institut der chinesischen Akademie der Wissenschaften in der schwer betroffenen Provinzhauptstadt von Hubei beteiligt.

Mehr als 300 Tote und 14.000 Infektionen in China

Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten und daran gestorbenen Menschen in China ist erneut deutlich gestiegen. Mit 45 neuen Todesfällen habe die Lungenkrankheit nun insgesamt 304 Menschen das Leben gekostet, teilte die chinesische Gesundheitskommission am Sonntag in Peking mit. Die Zahl der bestätigten Erkrankungen kletterte demnach so schnell wie noch nie innerhalb eines Tages - um 2580 auf 14.380 Fälle.

+++ 1. Februar +++

China-Rückkehrer wird in Klinik untersucht

Einer der mit einem Bundeswehrflugzeug zurückgekommenen Passagiere aus China wird in der Frankfurter Uniklinik auf das Coronavirus untersucht. Elf Passagiere seien direkt vom Flieger in die Uniklinik gebracht worden, sagte Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne). Bei einem von ihnen solle abgeklärt werden, ob er mit dem Coronavirus infiziert sei, bei den anderen lägen andere medizinische Gründe vor, erläuterte Klose rund drei Stunden nach der Landung des Fliegers auf dem Frankfurter Flughafen. Die Nationalität und das Geschlecht des sogenannten Abklärungsfalls wurden zunächst nicht bekannt. Insgesamt seien 124 Passagiere in Frankfurt gelandet, darunter 100 Deutsche, 22 Chinesen, ein US-Bürger und ein Rumäne. 

Achter Coronavirus-Fall in Bayern nachgewiesen

In Bayern ist erneut das Coronavirus bei einem Menschen nachgewiesen worden. Bei dem Infizierten handle es sich um einen 33 Jahre alten Mann, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Samstagabend mit. Er ist so wie sechs andere Corona-Kranke Mitarbeiter der Firma Webasto in Stockdorf im Landkreis Starnberg. Die Gesamtzahl der Fälle in Bayern - und somit auch in Deutschland - ist damit auf acht gestiegen. Außer den nun sieben Mitarbeitern der Firma war ein Kind eines der Erkrankten ebenfalls positiv auf die neuartige Lungenkrankheit getestet worden.

Bei der Firma Webasto hatte es in den vergangenen Tagen umfangreiche Tests gegeben, deren Ergebnisse teilweise noch ausstehen. Ein weiterer deutscher infizierter Staatsbürger war zuvor in Spanien registriert worden. Der Deutsche auf der Kanareninsel La Gomera ist der erste bekannte Fall in Spanien. Er sei mit einem der in Deutschland infizierten Patienten in Kontakt gewesen, teilte die spanische Regierung mit.

China-Rückkehrer landen in Frankfurt

Das Bundeswehrflugzeug mit Rückkehrern aus China an Bord ist am Samstag in Frankfurt angekommen. Einige Passagiere waren im Flieger aus Sicherheitsgründen von den anderen getrennt worden. „Die Passagiere wurden vor dem Start in China untersucht und waren beim Start des Fluges symptomfrei“, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hanno Kautz, nach der Landung gegen 16.30 Uhr.

„Aus Gründen der Vorsicht wurde während des Fluges jeder Passagier mit dem kleinsten Husten wie geplant separat gesetzt.“ Ein Infektion kann bis zu 14 Tage symptomlos bleiben. Am Frankfurter Flughafen stiegen zunächst medizinische Fachkräfte mit Schutzmasken und Schutzkleidung in das Flugzeug, um die Passagiere zu begutachten und zu befragen. Eine nähere Untersuchung sollte im sogenannten Medical Assessment Center geschehen - eine umgewidmete Sporthalle. Danach sollte entschieden werden, ob einige Passagiere in die Frankfurter Universitätsklinik in eine Isolierstation gebracht werden, hieß es vom Frankfurter Gesundheitsamt.

Die gesunden Rückkehrer sollen zu einem Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Germersheim gebracht werden, wo sie für zwei Wochen in Quarantäne bleiben müssen.

Russland verweigert Luftwaffen-Flug aus Wuhan die Zwischenlandung

Die Rückholung deutscher Bürger aus dem chinesischen Seuchengebiet hat zu diplomatischen Verstimmungen mit Russland geführt. Russland habe der deutschen Luftwaffen-Machine aus Wuhan die vorher in Aussicht gestellte Landegenehmigung für einen Zwischenstopp auf dem Moskauer Flughafen verweigert, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) am Samstag in Bonn. Die russischen Behörden hätten dies mit Kapazitätsengpässen am Flughafen begründet. Kramp-Karrenbauer ließ durchblicken, dass sie sich mit dieser Erklärung nicht zufrieden geben wolle.

Die Ministerin kündigte ein mögliches Nachspiel an: „Was jetzt neben der offiziellen Erklärung von mangelnden Kapazitäten am Flughafen von Moskau die Gründe sind, das werden wir sicherlich in der nächsten Woche gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt besprechen.“

Der Zwischenstopp auf dem Flug von China nach Frankfurt am Main wäre zwingend nötig gewesen, um den Luftwaffen-Airbus aufzutanken und die Piloten auszutauschen. Dies erfolge nun in der finnischen Hauptstadt Helsinki, sagte die Verteidigungsministerin. Die Ersatz-Crew sei dorthin umgeleitet worden, „einer sicheren Landung in Frankfurt steht nichts entgegen“.

Die Nachricht, dass die Landung in Moskau verweigert wird, kam nach Informationen der „Bild am Sonntag“ in der Nacht zu Samstag. Dem Bericht zufolge halten deutsche Sicherheitskreise den Verweis der russischen Seite auf Platzprobleme für vorgeschoben. Nach Angaben eines Sprechers des Frankfurter Flughafens sollte die Luftwaffen-Machine um 13.40 Uhr in Helsinki starten und gegen 15.50 Uhr in Frankfurt landen.

Olympia-Skitests der Biathleten in China wegen abgesagt

Wegen der Ausbreitungsgefahr des neuartigen Coronavirus sind am Freitag die Biathlon-Skitests für die Olympischen Spiele 2022 in Peking abgesagt worden. Ursprünglich war vom 27. Februar bis zum 2. März vorgesehen, dass in Zhangjiakou die Skitechniker aller Nationen auf den Olympia-Strecken das Material testen können.

Auf Empfehlung der Internationalen Olympischen Komitees sagten die Internationale Biathlon-Union (IBU) und das Organisationskomitee für Peking 2022 die Wettkämpfe am Freitag ab. Auch die Ausrufung des globalen Gesundheitsnotstandes durch die Weltgesundheitsorganisation sei für die Entscheidung ausschlaggebend gewesen.

„Wir werden die Situation vor Ort weiter beobachten und hoffen, in Zukunft einen Alternativtermin für die Testläufe anbieten zu können“, sagte IBU-Generalsekretär Niklas Carlsson. „In der Zwischenzeit werden die Vorbereitungen der IBU für die Olympischen Winterspiele 2022 wie gewohnt fortgesetzt“, sagte er. (dpa)

China übt scharfe Kritik an Einreiseverbot der USA 

China hat die USA scharf wegen ihres Coronavirus-Einreiseverbots für Chinesen und andere Staatsangehörige kritisiert, die aus China kommen. „Es ist mit Sicherheit keine Geste des guten Willens“, sagte Außenamtssprecherin Hua Chunying am Samstag in Peking. Während die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Reisebeschränkungen wegen der Lungenkrankheit abrate, gingen die USA in die entgegengesetzte Richtung und setzten ein „schlechtes Beispiel“.

Viele Länder hätten China ihre Hilfe im Kampf gegen das Coronavirus angeboten, sagte die Sprecherin. Sie verwies auf die Redensart „In der Not erkennt man seine Freunde“. Doch was die USA täten und sagten, basiere weder auf Fakten noch sei es zu dieser Zeit besonders hilfreich. Die US-Regierung hatte wegen der Ansteckungsgefahr einen Einreisestopp für ausländische Reisende aus China verfügt - mit Ausnahme der Angehörigen von US-Staatsbürgern. Der von US-Präsident Donald Trump erlassene Bann gilt von Sonntag (23 Uhr MEZ) an. US-Staatsbürger, die in den 14 Tagen zuvor in der schwer betroffenen Region Wuhan oder der umliegenden Provinz Hubei waren, müssen für bis zu zwei Wochen in Quarantäne. Amerikaner, die in anderen Teilen Chinas waren, sollen sich selbst für zwei Wochen isolieren. Bislang gibt es sechs Coronavirus-Fälle in den USA. (dpa)

Apple schließt vorübergehend Filialen in China

Apple schließt wegen des Coronavirus vorübergehend seine Geschäfte in China. Wie der Konzern am Samstag mitteilte, sollen die Filialen aus Präventionsgründen und zum Schutz der öffentlichen Gesundheit bis einschließlich 9. Februar geschlossen bleiben. Das Virus breitet sich unterdessen weiter aus. Die Zahl der Infizierten in China stieg bis Samstag auf 11 791. Mit 46 neuen Todesfällen sind 259 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. (dpa)

Australien verhängt wegen Coronavirus Einreiseverbot gegen China-Reisende

Wegen des Coronavirus-Ausbruchs hat die Regierung in Australien ein Einreiseverbot gegen Reisende aus China verhängt. Von dem Verbot ausgenommen seien australische Staatsbürger, Menschen mit dauerhaftem Aufenthaltsrecht sowie deren Angehörige, erklärte Premierminister Scott Morrison am Samstag. Das Außenministerium in Canberra verschärfte seine Reisehinweise für China und empfiehlt Australiern nun, auf Reisen in die Volksrepublik zu verzichten. (AFP)

Erstmals Coronavirus in Spanien - Deutscher auf La Gomera isoliert

Die spanischen Gesundheitsbehörden haben erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt. Betroffen sei ein Deutscher auf der Kanareninsel La Gomera, der mit einem der in Deutschland infizierten Patienten in Kontakt gewesen sein soll, teilte die Regierung auf Twitter mit. Er liegt den Angaben nach isoliert in einem Krankenhaus der Insel. Einzelheiten zu Alter oder Herkunftsort des Patienten wurden zunächst nicht bekannt. Insgesamt waren fünf Deutsche in La Gomera auf das Virus getestet worden, die in Kontakt mit einem Mann gekommen sein sollen, bei dem in Deutschland das Virus nachgewiesen worden war. Zuvor war die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuen Virus in Deutschland auf sieben gestiegen. Außerhalb Chinas wurde das Virus bisher bei mehr als 120 Menschen in über 20 Ländern nachgewiesen. Die Zahl der in China bestätigten Fälle lag am Freitag bei knapp 9700. (dpa)

Lauterbach verurteilt Diskriminierung von Chinesen wegen Coronavirus

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat Diskriminierungen asiatisch aussehender Menschen wegen des Coronavirus verurteilt. „Dass in Deutschland vereinzelt chinesische Touristengruppen angefeindet oder nicht mehr in Restaurants gelassen werden, ist nicht akzeptabel“, sagte Lauterbach der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag). Medizinisch ergebe das auch keinen Sinn. Es sei sehr unwahrscheinlich, sich zu infizieren. „Wir dürfen Menschen nicht unter Generalverdacht stellen“, sagte Lauterbach. „Es genügt, die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen wie häufiges Händewaschen und In-die-Armbeuge-Husten zu beherzigen.“ Zuvor hatte es erste Meldungen aus Frankreich und Deutschland gegeben, wonach Menschen aus China und anderen asiatischen Ländern angefeindet und diskriminiert wurden. Auf der Internetplattform Twitter setzen sich Betroffene unter dem Hashtag #ichbinkeinvirus zur Wehr. (ost)

Zahl der Coronavirus-Todesopfer in China steigt auf 259

Die Zahl der Infizierten mit dem neuartigen Coronavirus in China ist auf 11.791 gestiegen. Mit 46 neuen Todesfällen sind 259 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben, wie die chinesische Gesundheitskommission am Samstag in Peking berichtete. Danach kamen allein in der schwer betroffenen Krisenprovinz 45 Tote und 1347 neue Virusfälle hinzu, so dass dort jetzt 7153 Patienten gezählt wurden. (dpa)

+++ 31. Januar +++

USA erklären wegen Coronavirus "gesundheitliche Notlage"

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat aufgrund des Coronavirus eine "gesundheitliche Notlage" in den Vereinigten Staaten ausgerufen. Ausländer, die potenziell ein Ansteckungsrisiko darstellen könnten, würden ab Sonntag (23.00 Uhr MEZ) vorübergehend nicht mehr ins Land gelassen, teilte US-Gesundheitsminister Alex Azar am Freitag bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mit. Das habe US-Präsident Trump per Präsidialproklamation festgelegt. Zudem müssten sich US-Staatsbürger, die in den 14 Tagen zuvor in der stark betroffenen chinesischen Provinz Hubei waren, für bis zu 14 Tage in Quarantäne begeben. US-Staatsbürger, die in den 14 Tagen vor der Rückkehr in die USA in anderen Teilen Chinas waren, würden aufgefordert, sich selbst für 14 Tage zu isolieren. (dpa)

Siebter Coronavirus-Fall aus Bayern gemeldet

Die Zahl der in Deutschland an dem neuartigen Coronavirus Erkrankten ist auf sieben gestiegen. Wie das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag in München mitteilte, wurde bei einem Mann aus dem bayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck die Erkrankung nachgewiesen. Wie fünf weitere Infizierte ist der Mann ebenfalls ein Mitarbeiter des in Starnberg angesiedelten Automobilzulieferers Webasto. Der erste in Deutschland erkrankte Mann war ein Webasto-Mitarbeiter, der sich den Behörden zufolge während einer Schulung bei einer Kollegin aus China im Landkreis Starnberg infizierte. (AFP)

Erstmals Kind in Deutschland an Coronavirus erkrankt

 Zum ersten Mal ist in Deutschland ein Kind an dem neuartigen Coronavirus erkrankt. Es handle sich um ein Kind des Manns aus dem bayerischen Landkreis Traunstein, bei dem Donnerstagabend die Erkrankung nachgewiesen worden sei, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag in München mit. Insgesamt gibt es damit nun sechs bestätigte Fälle in Deutschland. Bei den fünf zuvor betroffenen Menschen handelt es sich um Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto aus dem Landkreis Starnberg, die sich bei einer aus China zu einer Schulung angereisten Kollegin ansteckten. Wie das Landesministerium weiter mitteilte, befinden sich die sechs Erkrankten nach Angaben ihrer Ärzte „in einem stabilen gesundheitlichen Zustand“.

Lesen Sie hier: Wie gefährlich ist das Coronavirus wirklich?

Bisher keine bestätigten Verdachtsfälle in Brandenburg

Brandenburg ist trotz mehrerer Verdachtsfälle weiter von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus verschont. Bei einem dritten Anfangsverdacht gab es am Freitag Entwarnung. Der Test bei dem Patienten sei negativ gewesen, teilte der Landkreis Märkisch-Oderland mit. Der Mann war im Klinikum Frankfurt (Oder) isoliert behandelt worden. Dem Brandenburger Gesundheitsministerium ist bisher kein begründeter Verdachtsfall bekannt. „Wir sind in Brandenburg für den Ernstfall vorbereitet“, sagte Sprecher Gabriel Hesse. Alle drei Patienten mit Anfangsverdacht wurden vorsorglich isoliert und beobachtet. Sie zeigten ähnliche Symptome, die auch das Coronavirus (2019-nCoV) hervorruft, waren aber negativ getestet worden. (dpa)

Coronavirus erstmals auch in Schweden bestätigt

Auch Schweden hat seinen ersten bestätigten Fall des neuartigen Coronavirus. Das Virus wurde bei einer Patientin in Jönköping rund 300 Kilometer südwestlich von Stockholm festgestellt, wie die schwedische Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten am Freitag mitteilte. Die Frau habe die Region um die chinesische Millionenstadt Wuhan besucht und sei am 24. Januar in Schweden gelandet. Dabei habe sie zunächst keine Symptome gezeigt, später aber über Husten geklagt. Sie befinde sich in einem Krankenhaus in Jönköping in Isolation. Ernsthaft krank sei sie nicht. In der EU waren Fälle der neuartigen Lungenerkrankung zunächst in Frankreich, Deutschland und Finnland bestätigt worden. Zuletzt kamen bestätigte Funde in Italien und Großbritannien dazu. (dpa)

Rückholaktion von gut 100 Deutschen aus Wuhan läuft

Die Evakuierungsaktion für Deutsche, die wegen des Coronavirus China verlassen wollen, läuft. Am Samstag sollen mehr als hundert Deutsche aus der besonders betroffenen Metropole Wuhan mit einer Bundeswehrmaschine in Frankfurt eintreffen. Nach einer Untersuchung am dortigen Flughafen werden sie für eine zweiwöchige Quarantäne auf einen Luftwaffenstützpunkt in Rheinland-Pfalz gebracht. (AFP)

Berlin rät von Reisen nach China ab

Bundesbürger sollten von Reisen nach China absehen. „Verschieben Sie nach Möglichkeit nicht notwendige Reisen nach China“, heißt es in neuen Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes. Vor einem Besuch in der schwer betroffenen Provinz Hubei wird ausdrücklich gewarnt.

Virus breitet sich rasant aus

Die Infektionen und Todesfälle erlebten bis Freitag den größten Anstieg innerhalb eines Tages. Die Zahl der Patienten mit dem neuartigen Coronavirus kletterte um 1981 auf 9692, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Die Zahl der Toten stieg um 42 auf 213.

Schon fast 10.000 Fälle weltweit

Mit fast 10.000 Fällen weltweit zählt der Ausbruch der „akuten Atemwegserkrankung“, wie sie offiziell genannt wird, schon deutlich mehr Infektionen als vor 17 Jahren die ebenfalls von China ausgegangene Sars-Pandemie mit - laut WHO - 8096 Infektionen. Durch das „Schwere Akute Atemwegssyndrom“ (Sars) 2002/2003 starben 774 Menschen. Der neue „2019-nCoV“-Erreger ist eine Variante des damaligen Sars-Virus. Vermutlich stammt er auch von Wildtieren.

+++ 30. Januar +++

Zahl der Coronavirus-Fälle in Bayern steigt auf fünf

In Bayern hat sich ein weiterer Patient mit dem neuartigen Coronavirus aus China infiziert. Es handelt sich um einen Mitarbeiter der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg, bei der auch die vier bislang bekannten Fälle beschäftigt sind, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend in München mitteilte. Der fünfte nun bestätigte Patient wohnt den Angaben zufolge im Landkreis Traunstein. Weitere Informationen wollte das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilen. (dpa)

Coronavirus in China: WHO erklärt internationale Notlage

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach der rasanten Zunahme von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in China eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen. Damit sind konkrete Empfehlungen an Staaten verbunden, um die Ausbreitung über Grenzen hinweg möglichst einzudämmen. Noch sei die Zahl der Infektionen außerhalb Chinas relativ gering, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstagabend. Aber man wisse nicht, welchen Schaden das Virus in einem Land mit einem schwachen Gesundheitssystem anrichten würde.

Die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV hat mittlerweile die weltweiten Fälle bei der Sars-Pandemie vor 17 Jahren übertroffen. Mit 317 neuen Erkrankungen, die die Behörden der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina am Donnerstag berichteten, kletterte die Gesamtzahl weltweit auf mehr als 8100. An dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (Sars) waren 2002/2003 nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation 8096 Menschen erkrankt und 774 gestorben. Durch das neue Virus, das mit dem Sars-Erreger verwandt ist, sind bisher 170 Menschen ums Leben gekommen. (dpa)

Erste Übertragung von Mensch zu Mensch in den USA

In den USA ist die erste Übertragung des neuen Coronavirus von Mensch zu Mensch nachgewiesen worden. Dabei handele es sich um den Ehemann einer Frau, bei der nach einer Reise nach Wuhan vor rund zehn Tagen das Virus nachgewiesen wurde, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag mit. Der Mann sei um die 60 Jahre alt und in stabilem Zustand. Die Frau befinde sich isoliert in einem Krankenhaus und sei in gutem Zustand. Außer den beiden gibt es in den USA bislang vier bestätigte Fälle von Menschen mit Coronavirus, alle von ihnen hatten das Virus aus Wuhan mitgebracht. (dpa)

Sechster Coronavirus-Fall in Frankreich - Arzt infiziert

 In Frankreich ist eine sechste Infektion mit dem neuen Coronavirus bestätigt worden. Es handele sich dabei um einen Arzt in Frankreich, der mit einem Menschen in Kontakt war, dessen Erkrankung später in Asien festgestellt worden sei, teilten Frankreichs Gesundheitsbehörden am Donnerstagabend mit. Der Arzt sei nun schnell isoliert worden. Der Gesundheitsdirektor Jerome Salomon lobte die Kommunikation mit den asiatischen Behörden - diese hätten Frankreich über den Fall in Asien informiert. „Man ruft sich gegenseitig an, um Fälle zu melden“, sagte er. (dpa)

Erste Tests: Coronavirus-Verdacht auf Kreuzfahrtschiff nicht erhärtet

Die ersten Tests nach einem Verdacht auf das Coronavirus auf einem Kreuzfahrtschiff deuten auf Entwarnung: Wie das italienische Gesundheitsministerium am Donnerstag bestätigte, ergaben erste medizinische Untersuchungen keinen Hinweis auf den Erreger der Lungenkrankheit aus China. Man wolle aber noch weitere Resultate abwarten. Wegen des Verdachts waren rund 7000 Menschen - darunter etwa 6000 Passagiere - stundenlang an Bord der „Costa Smeralda“ im Hafen der italienischen Stadt Civitavecchia festgehalten worden. Eine Touristin aus der chinesischen Sonderverwaltungszone Macao hatte an Bord Symptome wie Fieber und Atemprobleme gehabt, die ein Anzeichen für das Coronavirus sein können. Auch ihr Mann war untersucht worden.  (dpa)

China-Rückkehrer sollen in Kaserne in Rheinland-Pfalz kommen

 Für die Deutschen, die wegen der neuen Lungenkrankheit aus China zurückgeholt werden sollen, ist eine zentrale Unterbringung am Luftwaffenstützpunkt Germersheim in Rheinland-Pfalz vorgesehen. Wie zuerst die Zeitungen der VRM am Donnerstagabend berichteten, gibt es dort in einer Ausbildungskaserne medizinische Einrichtungen, um die Menschen zwei Wochen abgeschottet in Quarantäne zu betreuen. (dpa)

Coronavirus: Zwei neue Verdachtsfälle in Thüringen

Am Donnerstagmittag gab das Thüringer Helios-Klinikum gekannt, dass es dort derzeit zwei aktuelle Verdachtsfälle gibt. „Wir bestätigen, dass wir im Helios Klinikum Erfurt zwei Patienten mit einer Atemwegserkrankung aufgenommen haben, bei denen aktuell noch nicht ausgeschlossen werden kann, dass eine Corona-Infektion vorliegt“, sagte Krankenhaus-Sprecherin Sylvia Kreyßel-Minar. (BLZ)

Entwarnung bei Verdachtsfall von Coronavirus in Potsdam

Auch der zweite Verdachtsfall auf das Coronavirus in Brandenburg hat sich nicht bestätigt. Das Laborergebnis sei negativ, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Potsdam mit. Damit ist die Schülerin aus Potsdam nicht mit dem Erreger infiziert. Sie war am Mittwochabend in das Ernst von Bergmann-Klinikum gebracht worden. Ein erster Fall in Brandenburg hatte sich zuvor ebenfalls nicht bestätigt. Zuvor hatten mehrere Medien über die Entwarnung berichtet. Das Coronavirus kann eine Lungenkrankheit auslösen. (dpa)

Zahl der Virus-Fälle in China steigt auf 7830

Die Zahl der Infizierten mit dem neuartigen Coronavirus in China ist auf 7830 gestiegen. Das berichtete das kommunistische Parteiorgan „Volkszeitung“ am Donnerstagabend Ortszeit. Die Todesfälle standen unverändert bei 170. Da lokale Stellen im Kampf gegen die Ausbreitung der Lungenkrankheit mancherorts Straßensperren errichten, appellierte das Pekinger Transportministerium an die Behörden, den reibungslosen Verkehr aufrechtzuerhalten. Straßenblockaden ohne Genehmigung seien illegal. Es könne Kontrollen mit Fiebermessungen an Autobahnauffahrten, Raststätten oder Provinzgrenzen und auf Landstraßen geben, aber Straßen dürften nicht einfach gesperrt werden, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua aus der Anweisung. (dpa)

7000 Menschen auf Kreuzfahrtschiff vor Italien wegen Virusverdachts blockiert

Wegen zweier Verdachtsfälle des neuartigen Coronavirus an Bord sitzen rund 7000 Passagiere und Besatzungsmitglieder auf einem Kreuzfahrtschiff vor Italien fest. Wie die Gesundheitsbehörden der italienischen Hafenstadt Civitavecchia nördlich von Rom am Donnerstag mitteilten, wurden sie am frühen Morgen über eine chinesische Passagierin mit Fieber informiert. Daraufhin seien drei Ärzte an Bord gegangen, um von der Frau und ihrem Mann Proben zu nehmen. (AFP)

Deutsche sollen am Samstag aus Wuhan ausgeflogen werden

Die Deutschen in der schwer von der neuen Lungenkrankheit betroffenen Metropole Wuhan in Zentralchina sollen am Samstag ausgeflogen werden. Die deutschen Konsularbeamten vor Ort haben die Betroffenen informiert, dass sie dann zum Flughafen kommen sollen, um nach Frankfurt geflogen zu werden, wie ein deutscher Ingenieur telefonisch der Deutschen Presse-Agentur in Peking berichtete. Nach bisherigen Schätzungen geht es um rund 90 Bundesbürger. Sie sollen nach der Landung zwei Wochen in Quarantäne kommen. Die Deutschen müssten den Transport zum Flughafen in der weitgehend stillgelegten Metropole selbst organisieren, sagte der 32-Jährige aus der Nähe von Köln, der seit zweieinhalb Jahren bei einem deutsch-chinesischen Gemeinschaftsunternehmen in Wuhan arbeitet. „Wie viele sich jetzt darauf einlassen, weiß ich nicht.“ (dpa)

Impfstoff-Entwicklung braucht vermutlich Monate

Forschungsinstitute rund um den Globus suchen mit Hochdruck nach einem Impfstoff gegen das neue Corona-Virus. Es dauere mindestens drei Monate, bis sich ein Impfstoff als wirksam erwiesen haben könnte, sagte der renommierte chinesische Epidemiologe Li Lanjun in einem am Donnerstag verbreiteten Interview der Nachrichtenagentur Xinhua. Es seien bisher fünf Erregerstämme isoliert worden. „Zwei eignen sich sehr gut für die Entwicklung eines Impfstoffes.“

An verschiedenen Stellen in China laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Mehrere Institute sind nach Angaben von Staatsmedien parallel von der Regierung beauftragt worden. Wie schnell ein Impfstoff entwickelt sein könnte, wird von chinesischen Experten allerdings unterschiedlich eingeschätzt.

Das Krankenhaus der Shanghaier Tongji Universität arbeit laut Xinhua gemeinsam mit dem Unternehmen Stermirna Therapeutics an einem neuen mRNA-Impfstoff. Die Herstellung der Proben würde laut unternehmensangaben nicht länger als 40 Tage dauern. Sie würden dann zu Testzwecken verschickt und so schnell wie möglich in die Kliniken gebracht.

An Impfstoffen forschen laut einem Bericht der Tageszeitung „China Daily“ auch die Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten der Provinz Zhejiang und der Hauptstadt Peking. Es könne einige Zeit vergehen, bis ein Impfstoff verfügbar ist, da „weitere klinische Studien erforderlich sind“, wurde Zhang Yanjun, der Leiter des mikrobiologischen Labors des Zentrums in Zhejiang, zitiert.

Die Erforschung und Entwicklung eines Impfstoffs sei eine komplexe Aufgabe und erfordere in der Regel zwei bis drei Jahre, bevor er zur Anwendung kommen könne, sagte laut dem Bericht hingegen Xu Wenbo, Leiter des Instituts für die Kontrolle und Prävention von Viruserkrankungen des Zentrums in Peking. Unter Notfallbedingungen und mit „vorrangiger Genehmigung“ könne ein neuer Impfstoff aber auch in wenigen Monaten entwickelt werden.

Von einer Entwicklungszeit von „drei bis vier Monaten oder sogar länger“ sprach der renommierte chinesische Atemwegsexperte Zhong Nanshan, Leiter eines nationalen Expertenteams zur Bekämpfung der neuen Lungenkrankheit, im Interview mit Xinhua. (dpa)

Russland schließt im Osten des Landes Grenze zu China

Russland riegelt wegen des neuartigen Coronavirus seine Grenze zu China ab. Sie verläuft vor allem im äußersten Osten Russlands. Die Schließung ordnete der russische Regierungschef Michail Mischustin am Donnerstag an, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Details dazu sollten später mitgeteilt werden. „Bisher wurde in Russland kein einziger Fall dieser gefährlichen Krankheit registriert“, sagte demnach der neue Ministerpräsident bei einer Regierungssitzung. „Aber wir müssen alles tun, um unsere Bevölkerung zu schützen.“ Grenzübergänge im äußersten Osten des Landes waren bereits für Fußgänger und den Autoverkehr geschlossen worden. Russland hatte zuletzt an der rund 4200 Kilometer langen Grenze zu China Einreisende mit Temperaturmessungen kontrolliert und zusätzlich befragt.

Auch in der Hauptstadt Moskau haben die Befürchtungen vor eine Übertragung erste Auswirkungen. So sagte die US-Fastfoodkette McDonald's eine geplante Rekordaktion zum 30. Bestehen in Russland ab. (dpa)

+++ 29. Januar +++

Coronavirus: Erster Verdachtsfall in Potsdam - Schülerin in Krankenhaus

In Potsdam gibt es den ersten Corona-Verdachtsfall. Wie das Schiller-Gymnasium auf seiner Internetseite mitteilte, sei eine chinesische Schülerin aus der Klassenstufe 10 in das Ernst-von-Bergmann-Klinikum gebracht worden. „Vorsorglich wurden Schutzmaßnahmen ergriffen für den Fall, dass sie das Corona-Virus trägt“, hieß es. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums und die Sprecherin der Klinik hatten zuvor entsprechende Berichte des rbb bestätigt, dass eine Person mit dem Verdacht auf das Coronavirus in die Klinik gebracht wurde. Sie machten allerdings keine näheren Angaben über deren Identität. Da die Schülerin schon mehrere Tage nicht in der Schule war, bestehe keine Ansteckungsgefahr durch einen Aufenthalt im Schulgebäude, teilte das Gymnasium weiter mit. „Die Schülerinnen und Schüler, mit denen sie zusammen wohnt, sind frei von Anzeichen, bleiben vorsichtshalber zu Hause.“ Die Schule bleibe geöffnet.

In der Klinik sei die Person isoliert worden und werde beobachtet und behandelt, sagte der Ministeriumssprecher. Es sei ein Schnelltest gemacht worden, der in der Berliner Charité analysiert werde. Dies könne bis Donnerstagabend dauern. „Es besteht kein Grund für Panik in der Bevölkerung“, so der Sprecher. Der erste Verdachtsfall in Brandenburg sei es nicht, sagte der Ministeriumssprecher weiter - aber der erste in Potsdam. Es habe bereits am Dienstag eine Person gegeben, die isoliert wurde. Sie kam den Angaben zufolge aus China - aber nicht aus dem dortigen Risikogebiet. Der Test auf das Coronavirus sei allerdings negativ verlaufen. Die Sprecherin des Ernst-von-Bergmann-Klinikums, Damaris Hunsmann, sagte zum Verdachtsfall am Mittwoch: „Der Rettungswagen hat mit der Person am frühen Abend das Klinikum angefahren. Wir wussten Bescheid und waren vorbereitet.“ Unterdessen sei der Verdachtsfall in die Klinik für Infektiologie verlegt - und dort ebenfalls isoliert worden. Welche Symptome die Person habe, falle unter die ärztliche Schweigepflicht. (dpa)

WHO beruft neue Notfallsitzung wegen Coronavirus ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für Donnerstag ein weiteres Treffen seines Notfallkomitees wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus anberaumt. Bei der Krisensitzung solle darüber beraten werden, ob es sich bei dem Virus um einen internationalen Gesundheitsnotfall handle, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter. Bei einem Krisentreffen des Gremiums in der vergangenen Woche war zunächst kein Notfall ausgerufen worden. (AFP)

Corona-Verdachtsfall in Lufthansa-Maschine - Crew kehrt zurück

An Bord einer Lufthansa-Maschine hat es einen Corona-Verdachtsfall gegeben. An dem am Mittwochmorgen in Nanjing gelandeten Flug LH780 aus Frankfurt hatte auch ein Mann teilgenommen, der von den chinesischen Behörden als Risikofall eingestuft wurde, bestätigte das Unternehmen in Frankfurt. Der Chinese soll gehustet haben und zwei Wochen zuvor in der Stadt Wuhan gewesen sein, in der das neuartige Coronavirus zuerst bemerkt worden war. Ob er tatsächlich infiziert ist, blieb zunächst unklar. Zuvor hatte die Website „Aerotelegraph“ berichtet. Die Passagiere, die jeweils drei Reihen vor und hinter dem Mann saßen, seien von den chinesischen Behörden ebenso untersucht worden wie die Crew des Airbus A 340, sagte der Lufthansa-Sprecher. Nach der medizinischen Untersuchung seien sie als unbedenklich entlassen worden. Flugbegleiter und Piloten seien dann umgehend in die nächste Maschine nach Frankfurt umgestiegen. Der Rückflug LH781 war am Mittwochabend in Frankfurt gelandet. Die deutschen Behörden seien über das Vorgehen informiert worden, erklärte die Fluggesellschaft. (dpa)

Fünfter Infektionsfall mit Coronavirus in Frankreich

In Frankreich hat sich die Zahl der Coronavirus-Patienten auf fünf erhöht. Bei der Tochter eines bereits mit dem Virus infizierten chinesischen Touristen sei die Krankheit ebenfalls nachgewiesen worden, sagte Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Mittwoch vor Journalisten. Der Vater der infizierten Frau, ein 80-jähriger Chinese, sei auf die Intensivstation verlegt worden, sagte Buzyn weiter. Sein Zustand sei kritisch. Bei den drei anderen bestätigten Patienten handelt es sich um einen 31-jährigen Chinesen und seine 30-jährige Frau sowie um einen 48-jährigen Franzosen. Auch der Zustand des 31-Jährigen habe sich verschlechtert, sagte Buzyn. Er müsse künstlich beatmet werden und sei ebenfalls auf eine Intensivstation verlegt worden. Buzyn kündigte weiter an, dass ein erstes Evakuierungsflugzeug aus Frankreich noch am Mittwochabend starten sollte, um etwa 200 Franzosen aus dem Zentrum des Virus-Ausbruchs, der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan, zu holen. Weitere Flüge sind demnach für die kommenden Tage geplant. (AFP)

Erstmals Coronavirus in Finnland bestätigt 

In Finnland ist erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Eine Touristin aus der chinesischen Millionenstadt Wuhan sei während eines Aufenthalts in Lappland positiv auf das Virus getestet worden, teilte die finnische Gesundheitsbehörde THL am Mittwochnachmittag mit. Sie befinde sich in einem Krankenhaus der Stadt Rovaniemi in Isolation. Finnischen Medien zufolge soll es sich um eine 32-Jährige handeln. Grund zur Besorgnis bestehe nicht, erklärte THL-Direktor Mika Salminen. Nach Frankreich und Deutschland ist Finnland damit das dritte EU-Land, in dem die neue Lungenkrankheit nachgewiesen worden ist. (dpa)

Leichtathletik-WM in China wegen Coronavirus auf 2021 verschoben

Die für März geplante Leichtathletik-Weltmeisterschaft in China ist wegen des Coronavirus-Ausbruchs um ein Jahr verschoben worden. „Mit Bedauern“ habe der Leichtathletik-Weltverband gemeinsam mit den Organisatoren entschieden, den Wettbewerb auf März 2021 zu verschieben, teilte der Weltverband am Mittwoch mit. „Unser medizinisches Team, das in Kontakt mit der Weltgesundheitsorganisation steht, hat uns informiert, dass sich der Ausbruch des Coronavirus - sowohl in China als auch außerhalb des Landes - immer noch auf einem besorgniserregenden Niveau befindet“, erklärte der Weltverband. Niemand solle in einer solchen Situation eine Großveranstaltung organisieren, „die verschoben werden“ könne. (AFP)

Lufthansa streicht alle Flüge von und nach China

Die Lufthansa streicht ihre Flüge von und nach China. Europas größte Fluggesellschaft mit ihren Töchtern folgt damit angesichts des neuartigen Coronavirus ihrem Konkurrenten British Airways und anderen Fluggesellschaften, wie das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt bestätigte. Zuvor hatte die „Bild-Zeitung“ berichtet. (dpa)

British Airways setzt alle Flüge nach China aus

Die britische Fluggesellschaft British Airways setzt wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China alle ihre Flüge in die Volksrepublik und von dort nach Großbritannien aus. Das gelte ab sofort, teilte die Airline am Mittwoch mit. British Airways fliegt normalerweise täglich von London Heathrow nach Peking und nach Shanghai. Air France teilte mit, der Flugplan ändere sich vorerst nicht. Die französische Airline hatte ihre Flüge nach Wuhan, wo das Virus seinen Ursprung hat, allerdings bereits am vergangenen Freitag ausgesetzt. Cathay Pacific Airways mit dem Heimatdrehkreuz Hongkong hat ebenfalls bereits angekündigt, Flüge zum chinesischen Festland ab dem 30. Januar bis Ende März um die Hälfte zu reduzieren. Die US-Fluggesellschaft United Airlines will angesichts einer stark nachlassenden Nachfrage die Zahl ihrer Flüge nach China ab Samstag bis vorerst 8. Februar verringern. (AFP)

Universität Hamburg stoppt wegen Coronavirus alle Kontakte mit China

Wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus in China hat die Universität Hamburg alle Dienstreisen in das Land vorerst gestoppt. Außerdem kündigte die Hochschule an, Tagungen und Konferenzen zu verschieben, an denen Menschen mit Wohnsitz in China teilnehmen sollten. Die Maßnahmen erfolgten „zum Schutz ihrer Angehörigen und Gäste“. Die Universität wollte sich auch einen Überblick über alle ihre Dozenten und Studenten verschaffen, die sich derzeit in China aufhalten. Diese sollten bei einer „gegebenenfalls erforderlichen Ausreise“ unterstützt werden, hieß es. Studenten, die für die kommenden Monate einen Auslandsaufenthalt in dem Land planten, sollten wegen möglicher Folgen für ihr Studium beraten werden. (AFP)

Skiverband sagt alpinen Olympiatest in China ab

Der Internationale Skiverband FIS hat aufgrund der Verbreitung des neuartigen Coronavirus' die für den 15. und 16. Februar geplanten alpinen Weltcup-Rennen der Männer in Yanqing abgesagt. „Es ist sehr bedauerlich, dass wir zu dieser schwierigen Entscheidung gezwungen wurden, da es sich um den ersten FIS-Ski-Weltcup in China überhaupt und den ersten offiziellen Test für Olympia 2022 in Peking handelt“, sagte FIS-Präsident Gian Franco Kasper.Obwohl das Risiko in Yanqing „niedrig ist, haben die Gesundheit und das Wohlergehen der Athleten und aller Teilnehmer Vorrang“, führte Kasper weiter aus: „Es ist auch unerlässlich, dass sich die Athleten auf ihre Leistung konzentrieren können, insbesondere auf den völlig neuen und sehr herausfordernden Kurs.“ (SID)

+++ 28. Januar +++

Autozulieferer schließt wegen vier Coronavirus-Fällen Standort

Wegen vier mit dem neuen Coronavirus infizierten Mitarbeitern schließt der Automobilzulieferer Webasto seinen Stammsitz im oberbayerischen Gauting bis Sonntag. Bis dahin sollen Mitarbeiter der Firmenzentrale auch nicht an nationale und internationale Standorte reisen, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Für China gelte sogar eine Sperre für zwei Wochen.

Die vier ersten in Deutschland bestätigten Fälle der neuen Lungenkrankheit sind allesamt Mitarbeiter des Unternehmens. Eine Kollegin aus China war vergangene Woche zu einer Schulungsmaßnahme im Gautinger Ortsteil Stockdorf. Dort hatten sich die vier Mitarbeiter nach bisherigen Erkenntnissen angesteckt.

„Unter den Mitarbeitern des Automobilzulieferers Webasto gibt es weitere mit dem Coronavirus infizierte Personen“, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. „Die Maßnahmen zum Schutz der Belegschaft wurden aufgrund der neueren Entwicklungen ausgeweitet.“

Alle vier Betroffenen arbeiten demnach in der Firmenzentrale, wo insgesamt rund tausend Menschen arbeiten. Das Unternehmen sei in engem Austausch mit den Behörden und orientiere sich an den Empfehlungen des Roland-Koch-Instituts.

Webasto hatte schon nach Bekanntwerden des ersten Falls alle Dienstreisen nach und von China für mindestens zwei Wochen abgesagt und den Mitarbeitern am Standort Stockdorf freigestellt, diese Woche im Homeoffice zu arbeiten. Von diesem Mittwoch an soll ein Ärzte-Team des Gesundheitsamts systematisch alle Kontakte der betroffenen Personen testen.

Das Unternehmen mit 13.400 Mitarbeitern und einem Umsatz von 3,4 Milliarden Euro im Jahr 2018 hat seinen Hauptsitz im oberbayerischen Stockdorf. Weltweit hat Webasto mehr als 50 Standorte. In Deutschland gibt es laut Unternehmenswebsite noch weitere Standorte in den bayerischen Orten Gilching, Utting, Schierling, Hengersberg, Regensburg und Nürnberg sowie in Wörth (Rheinland-Pfalz) und Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern). In China gibt es demnach zwölf Standorte - einer davon auch in der besonders betroffenen Stadt Wuhan.

Die wichtigsten Produkte des Unternehmens sind Panorama-, Schiebe- und Cabrio-Dächer sowie Standheizungen, Heizsysteme für Hybrid- und Elektrofahrzeuge sowie Klimasysteme.

Drei weitere Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt

In Bayern sind drei weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert worden. Sie stünden in Zusammenhang mit dem ersten bestätigten Fall der neuen Lungenkrankheit in Deutschland, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am Dienstagabend mit. Auch die drei neu angesteckten Patienten seien Mitarbeiter der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg, bei der der erste Betroffene beschäftigt ist.

„Es wurde entschieden, dass auch die drei neuen Patienten in der München Klinik Schwabing stationär aufgenommen und dort medizinisch überwacht und isoliert werden“, teilte das Ministerium weiter mit. „Bei einigen weiteren Kontaktpersonen läuft derzeit ein Test, ob auch hier eine Infizierung mit dem Coronavirus vorliegt.“

Über Einzelheiten wollen das bayerische Gesundheitsministerium und das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Mittwoch per Pressemitteilung berichten. Weitere Angaben machte ein Sprecher am Abend zunächst nicht.

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in chinesische Provinz Hubei

Die Bundesregierung warnt seit Dienstag vor Reisen in die zentralchinesische Provinz Hubei, von der aus sich das neuartige Coronavirus ausbreitet. Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von Reisen in die Region um die Millionenstadt Wuhan abgeraten. Jetzt heißt es auf der Internetseite des Ministeriums: „Vor Reisen in die Provinz Hubei wird gewarnt.“ An anderer Stelle heißt es aber trotzdem weiterhin: „Das Risiko für deutsche Reisende in Wuhan wird als moderat eingeschätzt.“ Nach Angaben des Auswärtigen Amts befinden sich in der Region 90 Deutsche und Angehörige. Derzeit wird eine Evakuierungsaktion für sie geprüft. (dpa)

Neuer Corona-Verdacht in Berlin

In Berlin gibt es einen neuen Verdachtsfall auf das Coronavirus. Eine Frau in Charlottenburg-Wilmersdorf wurde isoliert. Laut Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) habe die Frau Symptome gezeigt und sich, "wenn man es groß fasst", im Risikogebiet in China aufgehalten. Spezialisten an der Charité untersuchen, ob es sich wirklich um das neue Virus handelt. Mit den Ergebnissen wird spätestens am Mittwochvormittag gerechnet.

Kalayci wiederholte am Dienstag ihre Einschätzung, Berlin sei auf mögliche Ansteckungsfälle gut vorbereitet. Vor fünf Monaten sei im Flughafen Tegel eine Übung mit der Berliner Feuerwehr, der Polizei und der Charité durchgeführt worden für das Szenario, dass ein hochansteckender Passagier eintrifft. Beim Thema Isolation und Einhaltung von infektionshygienischen Regeln sei das Personal geschult und der Transport bis hin zu einer Isolierstation sei gesichert. "Das ist aus meiner Sicht die beste Vorbereitung, die man haben kann", so Kalayci am Dienstagmittag.

Patrick Larscheid, Amtsarzt in Reinickendorf, warnte vor Panikmache. Es gebe in Berlin nur sehr wenige Leute, die überhaupt erkrankungsverdächtig seien – auch, weil Berlin kein nennenswerter Zielflughafen für Flüge aus China sei. „Die Rentnerin in Pankow oder der Kassierer in Moabit sind in ihrem Alltag nicht gefährdet.“ Zur Risikogruppe gehören Leute, die Symptome zeigen (Husten, Fieber, Atemnot) und entweder selbst im Risikogebiet in China waren oder Kontakt hatten zu Menschen, die sich dort aufgehalten haben.

Der Berliner Senat betreibt unter (030) 90 28 28 28 zwischen 8 und 20 Uhr eine Hotline für Bürger, die den Verdacht haben, sie könnten sich mit dem Corona-Virus infiziert haben.

Skirennen in China vor Absage - Teams gegen Reise

Wegen des Coronavirus steht der Olympia-Test der alpinen Skirennfahrer unmittelbar vor der Absage. Gut zweieinhalb Wochen vor den nahe Peking geplanten Speed-Rennen sprechen sich die meisten Teams und auch Vertreter des Weltverbandes FIS deutlich gegen die Wettkämpfe auf den Olympia-Strecken von 2022 in Yanqing aus. Herren-Rennchef Markus Waldner sagte auf dpa-Anfrage, dass die geplante Herren-Abfahrt und der Super-G noch nicht offiziell abgesagt seien. Man warte auf eine Mitteilung der Veranstalter oder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Mit dieser wurde am Dienstagabend oder spätestens am Mittwoch gerechnet. 

Ungeachtet der Entscheidung scheint bereits jetzt sicher zu sein, dass kein deutsches Team nach China reisen wird. Der Deutsche Skiverband (DSV) lässt es seinen Athleten nämlich offen, ob sie den Trip antreten wollen. Auch aus anderen nationalen Verbänden, von beteiligten Skifirmen und sogar aus der FIS war zu hören, dass viele Beteiligte am Weltcup auf keinen Fall nach China fliegen werden. (dpa)

Kreise: Coronavirus-Patient steckte sich bei chinesischem Gast an

Der erste bestätigte Coronavirus-Patient in Deutschland hat sich bei einem chinesischen Gast seiner Firma angesteckt. Die Frau aus China sei zu einer Fortbildung bei der Firma Webasto im Landkreis Starnberg in Oberbayern gewesen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Kreisen der Gesundheitsbehörden. (dpa)

Erster Coronavirus-Fall in Deutschland - mehr als 100 Tote in China

Erstmals ist in Deutschland eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern habe sich mit dem Erreger infiziert, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am späten Montagabend mit. Das Virus kann eine Lungenkrankheit auslösen, an der im Hauptverbreitungsland China bereits mehr als 100 Menschen gestorben sind - die meisten davon waren ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen.

Der Patient in Bayern befindet sich nach Angaben der „Task Force Infektiologie“ des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) klinisch in einem guten Zustand, wie es in der Mitteilung hieß. „Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert.“ Weitere Angaben zu dem Mann machte der Sprecher zunächst nicht.

Das bayerische Gesundheitsministerium und das LGL wollen die Öffentlichkeit am Dienstagvormittag bei einer Pressekonferenz informieren. „Dann besteht die Möglichkeit für Fragen der Medien“, hieß es weiter.

Risiko derzeit gering

Der Ministeriumssprecher betonte: „Das Risiko für die Bevölkerung in Bayern, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, wird von der „Task Force Infektiologie“ des LGL und vom Robert Koch-Institut (RKI) derzeit als gering erachtet.“ Menschen, die engen Kontakt mit dem Patienten hatten, würden ausführlich aufgeklärt und über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege informiert.

In Europa waren zuvor drei Infektionen mit dem neuartigen Virus nachgewiesen worden. Alle drei betrafen Menschen in Frankreich, die zuvor in China gewesen waren.

Die Gesamtzahl der weltweit bekannten Erkrankungen ist auf über 4500 gestiegen, nachdem das chinesische Staatsfernsehen am Dienstag einen Sprung um mehr als 1700 Fälle im Vergleich zum Vortag meldete. Allein in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei habe es auch 24 weitere Todesopfer gegeben, so dass landesweit mindestens 106 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben seien.

Oft milde Symptome

Das neue Virus 2019-nCoV stammt ursprünglich vermutlich von einem Markt in der chinesischen Millionenstadt Wuhan, wo es wohl von dort gehandelten Wildtieren auf den Menschen übersprang. Eine schützende Impfung oder eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung gibt es nicht. Die Symptome - darunter trockener Husten, Fieber und Atemnot - können aber mit Medikamenten abgemildert werden.

Nach derzeitiger Einschätzung von Experten verläuft die neuartige Lungenkrankheit offenbar in den meisten Fällen mild, möglicherweise sogar ohne Symptome. Von den in China registrierten Todesfällen gehen die meisten nach bisherigen Erkenntnissen auf ältere und ohnehin schon stark geschwächte Patienten zurück.

Der neue Erreger ist dem Virus hinter der Sars-Epidemie 2002/2003 sehr ähnlich. Damals hatte es nach Daten der Weltgesundheitsorganisation zwischen November 2002 und Juli 2003 neun Nachweise in Deutschland gegeben. Todesfälle gab es hier nicht.

China hat im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung drastische Maßnahmen ergriffen: In Hubei wurden mehr als 45 Millionen Menschen weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Fern- und Nahverkehr wurden gestoppt.

Mögliche Evakuierung wird in Betracht gezogen

Wegen der Lungenkrankheit wollen immer mehr Länder ihre Staatsangehörigen aus den besonders betroffenen Regionen zurückholen, so etwa Großbritannien und Belgien, Japan, Frankreich und die USA. Auch die Bundesregierung erwägt, ausreisewillige Deutsche aus China auszufliegen. Eine mögliche Evakuierung werde in Betracht gezogen, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Montag, bevor der bestätigte Fall aus Bayern bekannt wurde.

Bislang hatte es in Deutschland lediglich Verdachtsfälle gegeben. Einige Bundesländer haben ergänzende Sicherheitsvorkehrungen getroffen, beispielsweise an Flughäfen. Pandemie- und Umgangspläne sorgten für Klarheit, was im Fall der Fälle an den Flughäfen und an den Kliniken zu tun sei, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

+++ 27. Januar +++

WHO korrigiert internationales Gefährdungsniveau durch Coronavirus nach oben

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eigene Angaben zum internationalen Gefährdungsniveau durch das neuartige Coronavirus korrigiert. Weltweit sei die Gefährdung „hoch“, erklärte die Organisation und korrigierte damit bisherige Angaben. Zur Begründung sagte eine Sprecherin am Montag der Nachrichtenagentur AFP, es habe einen „Formulierungsfehler“ gegeben. Die WHO schätze das Risiko „sehr hoch in China, hoch in der Region und hoch auf weltweitem Niveau“ ein.

In Erklärungen der WHO vom Donnerstag, Freitag und Samstag vergangener Woche hatte es dagegen immer geheißen, das Risiko sei „sehr hoch in China, hoch in der Region und moderat auf weltweitem Niveau“. Dies sei ein „Formulierungsfehler“ gewesen, sagte WHO-Sprecherin Fadela Chaib. Sie betonte, dass die neue Formulierung nicht die Ausrufung eines internationalen Gesundheitsnotstandes bedeute. Dieser wird nur äußerst selten erklärt. An dem neuartigen Virus 2019-nCoV sind in China mehr als 2700 Menschen erkrankt, die meisten von ihnen in der Stadt Wuhan, in der der Erreger das erste Mal auftrat.

Mehr als 80 Menschen starben bereits. Am Montag gab es nun auch einen ersten Todesfall in Peking. Ein 50-Jähriger sei der Krankheit erlegen, teilte das Gesundheitsamt der chinesischen Hauptstadt mit. Der Mann habe Anfang Januar Wuhan besucht und eine Woche nach seiner Rückkehr Fieber bekommen. Am Montag sei er an Lungenversagen gestorben. (AFP)

Berlin bereitet mögliche Evakuierung von Deutschen aus Wuhan vor

Angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China bereitet Deutschland eine mögliche Evakuierung von Deutschen aus der besonders betroffenen Metropole Wuhan vor. Die Bundesregierung ziehe jetzt auch eine mögliche Evakuierung aller ausreisewiligen Deutschen „in Betracht“, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Montag mit Blick auf eine Sitzung des Krisenstabs im Auswärtigen Amt. Im Raum Wuhan gibt es nach Angaben des Auswärtigen Amts etwa 90 Deutsche. „Wir prüfen und bereiten uns auf alle Optionen vor“, sagte Maas nach einem Treffen mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell in Berlin. Ein Konsularteam der deutschen Botschaft in Peking werde am Montagnachmittag in Wuhan eintreffen, um bei einer möglichen Evakuierung deutscher Staatsbürger „Unterstützung“ zu leisten. Maas rief alle Bürger auf, die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes aufmerksam zu verfolgen. Der Außenminister bekräftigte die Mahnung an die Bürger zu erwägen, „nicht zwingende Reisen nach China“ abzusagen oder zu verschieben. In der elf Millionen Einwohner zählenden Stadt Wuhan hatte das neuartige Coronavirus im Dezember seinen Ausgang genommen. Ein Großteil der mittlerweile mehr als 2700 infizierten Patienten in China lebt dort. Durch das Virus, das Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündungen verursacht, kamen bislang mehr als 80 Menschen in der Volksrepublik ums Leben. Aus einem Dutzend weiteren Ländern wurden einzelne Infektionen gemeldet. Die USA und Frankreich haben bereits angekündigt, zumindest einen Teil ihrer Staatsbürger in Wuhan auszufliegen. (AFP)

Schon 80 Tote: Zahl der Virus-Infizierten in China steigt sprunghaft

Die Zahl der Toten durch die neuartige Lungenkrankheit in China ist bis Montag um 24 auf 80 gestiegen. Innerhalb eines Tages kletterte die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuen Coronavirus in der Volksrepublik sogar um mehr als 700 auf 2744, wie das Staatsfernsehen unter Berufung auf die chinesischen Behörden berichtete. Mit den rund 50 Fällen außerhalb Chinas sind damit bislang fast 2800 Fälle weltweit bestätigt. Die Zahl der Infizierten in China kann weiter stark steigen, da es rund 5800 Verdachtsfälle gibt, bei denen die Diagnose noch nicht abgeschlossen ist. In Hongkong, Taiwan und Macao gibt es 17 bestätigte Erkrankungen - in anderen Ländern Dutzende mehr. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete, war die große Mehrheit der außerhalb Chinas Erkrankten zuvor in der besonders schwer betroffenen Metropole Wuhan in Zentralchina gewesen, dem Ausgangsort der Epidemie. (dpa)

Mongolei schließt wegen Coronavirus Grenze zu China - Auch Schul- und Universitätsbetrieb wird vorübergehend eingestellt

Die Mongolei hat wegen des Coronavirus-Ausbruchs in China die Grenze zum Nachbarland vorsorglich geschlossen. Das Grenzverbot gelte für alle Fußgänger und Fahrzeuge, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident Enkhtuvshin Ulziisaikhan am Sonntag. Darüberhinaus blieben alle Schulen und Universitäten bis 2. März geschlossen. In dem zentralasiatischen Land gibt es bisher keine bestätigten Infektionsfälle. In China war die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus zuletzt auf mehr als 80 gestiegen, mehr als 2700 Menschen haben sich nach Angaben der Zentralregierung in Peking infiziert. Hinzu kommen landesweit rund 6000 Verdachtsfälle. Auch in rund einem Dutzend weiteren Ländern, darunter den USA, Frankreich und Australien, gibt es einzelne Infektionsfälle. Das Virus war zuerst in der Elf-Millionen-Metropole Wuhan in der zentralchinesischen Provinz Hubei aufgetreten. Die meisten der Todesfälle gab es in dieser Provinz. Die chinesischen Behörden betonten, die meisten Todesopfer seien alt gewesen oder hätten bereits unter Vorerkrankungen gelitten. (AFP)

+++ 26. Januar +++

Coronavirus: Erster Verdachtsfall in Berlin hat sich nicht bestätigt

Ein Verdacht auf eine erste Infektion mit dem neuen Coronavirus in Berlin ist am Sonntag ausgeräumt worden. „Derzeit gibt es in Berlin keinen bestätigten Fall des Coronavirus 2019-nCoV" sagte Lena Högemann, Pressesprecherin der Senatsgesundheitsverwaltung, der Berliner Zeitung am Sonntag. Man empfehle "Menschen in Berlin, falls sie zum Risikokreis gehören, d.h. in dem Risikogebiet (Provinz Hubei, China) gewesen sind oder Kontakt mit Personen aus dem Risikogebiet hatten und Symptome einer Atemwegserkrankung aufweisen, eine Notaufnahme aufzusuchen und sich auf den Coronavirus testen zu lassen", sagte sie weiter. Es habe "die Information eines Verdachts des Coronavirus 2019-nCoV der DRK-Kliniken Mitte" vorgelegen: "Der Test zu diesem Verdachtsfall fiel heute negativ aus“, bestätigte Lena Högemann am Sonntag. Eine Frau hatte sich nach einer Chinareise mit verdächtigen Symptomen gemeldet und war in einem Krankenhaus in Berlin-Wedding untersucht worden.  

Flugzeuge mit Corona-Verdachtsfällen werden zu fünf Flughäfen umgeleitet

Der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel, hat angesichts des sich weiter ausbreitenden Corona-Virus auf die Notfallpläne deutscher Flughäfen verwiesen. „Die Internationalen Gesundheitsvorschriften der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehen für Deutschland fünf Flughäfen vor, die zum Schutz der öffentlichen Gesundheit so genannte Kernkapazitäten vorhalten müssen“, sagte Beisel der Tageszeitung Rheinischen Post. Im Falle der Ankunft eines Passagierflugzeuges, das einen Verdachtsfall an Bord habe, würde die betreffende Maschine zu einem dieser Flughäfen umgeleitet. „In Deutschland zählen dazu Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, München und Berlin“, sagte Beisel. Grundsätzlich seien die Gesundheitsbehörden der jeweiligen Bundesländer zuständig für die Umsetzung der Maßnahmen. „Notfallpläne für den Umgang mit gefährlichen Infektionen auf deutschen Flughäfen existieren seit Jahren und haben sich in der Vergangenheit bewährt, so etwa 2003 bei SARS, 2006 bei einem Fall von Lassafieber oder 2009 im Zuge der Ausbreitung der Schweinegrippe“, sagte Beisel. „Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Notfallpläne sind Erkenntnisse und Vorschriften der Weltgesundheitsorganisation.“

Deutsche werden vorerst nicht aus Hubei evakuiert

Eine Evakuierung deutscher Staatsbürger aus der vom neuartigen Coronavirus besonders betroffenen chinesischen Provinz Hubei ist vorerst nicht geplant. Aus Regierungskreisen in Berlin verlautete am Sonntag, das Auswärtige Amt stehe in engem Kontakt mit den Betroffenen und mit Partnerorganisationen vor Ort, wie mit der Situation umzugehen sei. Demnach leben in der Region etwa 100 deutsche Staatsangehörige mit ständigem Wohnsitz, die in der Krisenvorsorgeliste des Amtes registriert sind. In diese Liste können Deutsche sich freiwillig eintragen lassen.

China sagt nationale Winterspiele ab

China sagt wegen der Lungenkrankheit seine nationalen Winterspiele ab. Die Wettkämpfe sollten eigentlich vom 16. bis 26. Februar in der Inneren Mongolei stattfinden und eine wichtige Vorbereitung für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking sein. Ebenfalls verschoben wird der Fußball-Supercup zwischen dem Meister und Pokalsieger, der eigentlich für den 5. Februar in Suzhou terminiert war. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

China: Handel mit Wildtieren verboten

In China wird der Handel mit Wildtieren verboten. Da vermutet wird, dass das Virus von wilden Tieren auf den Menschen übertragen wurde, ordneten die Marktbehörden am Sonntag auch an, alle Zuchtfarmen unter Quarantäne zu stellen. Nicht nur der Handel sondern auch der Transport von Wildtieren sei verboten. Alle Plattformen - von Frischmärkten über Supermärkte und Restaurants bis hin zu Online-Geschäften - müssten den Verkauf einstellen.  Woher das Virus genau kommt, ist noch nicht klar. Es wurde spekuliert, dass die neue Variante des Sars-Virus vielleicht von Schlangen oder Fledermäusen stammt. Bei der Pandemie des Sars-Virus waren 2002/2003 rund 8000 Menschen infiziert und knapp 800 gestorben. Das damalige Sars-Virus stammte offenbar von Schleichkatzen, die in China als Delikatesse gegessen werden.

US-Bürger werden aus Wuhan ausgeflogen

Das US-Außenministerium kündigte am Sonntag an, US-Bürger aus der Millionenstadt Wuhan auszufliegen. Die USA planen für Dienstag einen Flug aus der Elf-Millionen-Stadt Wuhan, in dem das Virus zuerst aufgetreten war, um US-Behördenpersonal und weitere Staatsbürger nach San Francisco zu bringen, teilte das US-Außenministerium am Sonntag mit. Für Privatpersonen gebe es nur „begrenzte Kapazitäten“, schränkte die Behörde ein. Vorrang hätten Menschen, die durch den Krankheitserreger „stärker gefährdet“ sind. Rund 1000 US-Bürger sollen sich nach Angaben des „Wall Street Journals“ in Wuhan aufhalten. Auch Frankreich plant per Bus eine Evakuierungsaktion seiner Bürger aus der Hubei-Provinz.

China: Immer mehr Tote wegen Coronavirus

Trotz drastischer Gegenmaßnahmen nach dem Ausbruch der neuen Lungenkrankheit in China gibt es immer mehr Todesfälle in der Volksrepublik. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg inzwischen auf 56, wie die Nationale Gesundheitsbehörde des Landes am Sonntag mitteilte. Demnach haben sich 1975 Menschen in China mit dem Coronavirus angesteckt, der die neuartige Lungenkrankheit auslöst. Zuletzt war von knapp 1400 Infizierten die Rede gewesen. Weltweit kommen nach bisherigen Informationen rund 30 bestätigte Fälle hinzu - darunter drei Patienten in Frankreich, bei denen es sich um die ersten bekanntgewordenen Erkrankungen in Europa handelt.

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+++ 25. Januar +++

Coronavirus: Krisentreffen in Peking

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping berief am Samstag in Peking ein Krisentreffen ein. Alle Ebenen von Partei und Regierung müssten dem Kampf gegen das Coronavirus höchste Priorität einräumen, sagte er laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. die Provinz Hubei entsandt, um die Arbeit vor Ort zu steuern. Die Provinzhauptstadt von Hubei, die Millionenmetropole Wuhan, ist besonders stark vom Coronavirus betroffen: Dort war der Erreger vor wenigen Wochen auf Menschen übergesprungen - vermutlich auf einem Tiermarkt.

Berlin: Informationskampagne an Flughäfen über Coronavirus

Nachdem sich das tödliche Coronavirus immer weiter ausbreitet und es inzwischen auch Fälle der Lungenkrankheit in Frankreich gibt, hat Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) vor Hysterie in Berlin gewarnt. „Berlin ist gut vorbereitet für den Ernstfall“, sagte sie am Rande der SPD-Fraktionsklausur in Nürnberg. „Das Robert-Koch-Institut schätzt das Risiko in Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt als gering ein“, sagte Kalayci. Allerdings könnten Einzelfälle auftreten. Darauf bereite man sich vor. So wird am Sonntag an den Flughäfen eine große Plakataufklärung starten. Zudem sollen Aufklärungsflyer   an Reisende aus den Regionen, in denen das Virus aufgetreten ist, verteilt werden. Man arbeite eng mit der Charité, der Flughafen-Gesellschaft und den Rettungsdiensten zusammen, die im Ernstfall sofort reagieren können, so die Gesundheitssenatorin. Die Notaufnahmen und Rettungsdienste seien ausführlich informiert. "Berlin verfügt mit dem Institut für Virologie und der Sonderisolierstation an der Charité über eine sehr gute Ausstattung für den Fall der Einreise eines an 2019-nCoV erkrankten Patienten in Berlin", erklärte sie weiter.