Gesundheitsakten von Patienten sollen künftig digital vernetzt werden – in der Ärzteschaft regt sich massiver Widerstand gegen die spezielle Technik. 
Foto: imago images/McPHOTO

BerlinEs könnte alles so schön sein: Ein Arzt behandelt einen Patienten, dessen Daten werden automatisch über seine Chipkarte eingelesen, und sobald der Patient zu einem anderen Arzt geht oder ins Krankenhaus muss, werden all seine Beschwerden, der Blutdruck, die Medikamente und weitere zur Genesung wichtige Informationen den weiteren Behandlern angezeigt. Vielleicht stellt sich das der Gesundheitsminister so vor, man weiß es nicht. Stattdessen laufen Ärzte gerade Sturm gegen den Umgang des Gesundheitsministeriums mit der sogenannten Telematik.

Unter diesem Begriff, der an telegene Sportübungen aus dem Fernsehen der 80er- oder PC-Spiele der 90er-Jahre erinnert, versteht man das elektronische Netz zur Datenübertragung medizinischer Befunde und Berichte unter Ärzten und Krankenhäusern. Auch das Überprüfen auf Gültigkeit der Chipkarte beim Einlesen der Karte in der Praxis und neu ab 2021 die Übertragung von Krankschreibungen aus der Arztpraxis zu den Krankenkassen gehört mittlerweile dazu. Eigentlich kein schwieriger Vorgang, sollte man meinen, doch um ihn gibt es nun schon seit Jahren schwere Kämpfe. So schwer, dass vor zwei Wochen die versammelte Ärzteschaft, zumindest die der Krankenkassenärzte, einen Brandbrief an Spahn geschrieben hat. Stein des Anstoßes: Sicherheit der Patientendaten, Fehler bei der Technik – und vor allem: der Zwang, die spezielle Technik der Telematik einzusetzen.

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