Quebec wird künftig noch mehr Wasserkraft produzieren können.
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MontrealDas Phänomen wurde vor kurzem in der Fachzeitschrift Resources von Ali Nazemi beschrieben. "Kanada als Ganzes wird ein zusätzliches Potenzial für die Wasserkraftproduktion schaffen, insbesondere Quebec", sagt Nazemi, Assistenzprofessor in der Abteilung für Bau-, Bau- und Umweltingenieurwesen an der Gina Cody School of Engineering and Computer Science. "Aber einige Orte werden enorm darunter leiden, insbesondere der Westen Kanadas."

Laut dem Papier, über das das Wissenschaftsportal Sciense daily berichtet, werden die Wasserkraftwerke in Quebec ihr Leistungspotenzial in den Sommermonaten um bis zu 15 Prozent und im Winter um sieben bis acht Prozent steigern.

In British Columbia, dem zweitgrößten Wasserkraftproduzenten Kanadas, sowie in Alberta, den Northwest Territories und Nunavut wird das Produktionspotenzial in bestimmten Monaten wegen Trockenheit dagegen um bis zu zehn Prozent sinken.

Nazemi und sein Co-Autor Amirali Amir Jabbari, haben historische Daten zwischen 1977 und 2007 von Hunderten lokaler Klimastationen im ganzen Land untersucht. Es werteten Niederschläge, Schneefälle, Gesamtniederschläge und Temperaturdaten aus. Anhand ihres historischen Datensatzes konnten sie auch die Zeitverzögerung zwischen Niederschlag und Stromerzeugung verfolgen.

Aktuelle Klimatrends halten an

Bei ihrer Betrachtung gingen Nazemi und Amir Jabbari davon aus, dass die aktuellen Klimatrends in den kommenden Jahrzehnten anhalten, und schufen eine so genannte Basiserzählung, die das Potenzial der lokalen Energieerzeugung mit den Klimatrends verknüpft.

Quebec und Ontario werden von ihrer Fähigkeit profitieren, mehr Wasserkraft zu produzieren, während die trockeneren Staaten Alberta und B.C. einen gravierenden Rückgang des Wasserkraft-Produktionspotenzials erleben.

Nazemi glaubt, dass sich diese Trends für die Regierungen eine große Herausforderung bedeuten.

Quebec und Ontario könnten damit beginnen, ihre überschüssige Energie an andere Teile Kanadas zu verkaufen. Die Entfernungen sind groß, aber Nazemi glaubt, dass es möglich ist, wenn Kanadier zusammenarbeiten wollen. "Wir müssen darüber reden und mit der Planung beginnen. Man kann den westlichen Mitbürgern nicht einfach sagen, dass sie ihr Öl nicht mehr zur Stromerzeugung verwenden sollen, weil sie ab sofort keinen verlässlichen Ersatz für erneuerbare Energien haben", sagt er .