Nepal, Kathmandu, am Dienstagmorgen: Eine Krähe frisst eine Heuschrecke auf einer Straßenlaterne.
Foto: dpa/Sunil Sharma

Alarm in Nepal: In dem Land wurde vor wenigen Tagen ein Schwarm von Wüstenheuschrecken gesehen – die gefräßigen Insekten sind für die Zerstörung von Feldern gefürchtet. Das Landwirtschaftsministerium in Kathmandu ist alarmiert und ging jetzt in die Gegenoffensive: Der Staat bietet seinen Bürgern für ein Kilo getöteter Heuschrecken 20 bis 100 nepalesische Rupien, umgerechnet 15 bis 70 Cent; der Preis hängt von dem Ausmaß der Invasion und also der Region ab. Der Sinn der Preisstaffelung: Wo es am dringlichsten ist, gibt es das meiste Geld zu verdienen.

So weit, so klug. Landwirtschaftsminister Ghanashyam Bhusal plant aber noch härtere Maßnahmen. So will er die Heuschrecken mit Heavy-Metal-Musik bedröhnen und damit in die Flucht schlagen. „Mein in Australien lebender Bruder hat mir am Telefon gesagt, dass Lieder und Musik sehr effektiv sein können“, wird der Politiker zitiert. Nun, auch im Nachbarland Indien wurde schon laute Musik gegen die Plagegeister verwendet. Zur allgemeinen Beruhigung können wir allerdings festhalten, dass aus Nepal in diesem Jahr noch keine größeren Schäden gemeldet wurden.

Wie auch immer, örtliche Medien berichten, dass besonders Kinder und arme Leute die Heuschrecken fangen. Oft würden sie später an Hühner verfüttert. Insofern ist die staatliche Heuschrecken-Prämie auch eine Art Konjunkturprogramm. Und den ernsten Hintergrund sollte niemand vergessen: In den vergangenen Monaten haben die auch als Wanderheuschrecken bekannten Tiere, die sich in Schwärmen von bis zu 50 Millionen Individuen versammeln, in Ostafrika ganze Landstriche kahlgefressen. Mit verheerenden Folgen für die Bevölkerung.

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