BerlinIns Weiße Haus werden mit dem neugewählte US-Präsidenten Joe Biden auch neue Tiere einziehen. Der Demokrat und seine Frau Jill besitzen zwei nämlich Schäferhunde: Champ ist seit 2008 bei den Bidens, Major wurde 2018 aus dem Tierheim geholt. Die beiden Vierbeiner spielten auch schon im Wahlkampf eine Rolle. Biden nutzte sie für seinen Wahlkampf. So veröffentlichte er im Oktober auf Twitter ein Bild von sich und Champ und schrieb: „Einige Amerikaner feiern #NationalCatDay, andere feiern #NationalDogDay – Präsident Trump feiert beides nicht. Es sagt viel. Es ist Zeit, dass wir ein Haustier zurück ins Weiße Haus bringen.“

Der Tweet bezog sich auf die Tatsache, dass Trump kein Tierhalter ist, und lässt sich auch so verstehen, dass Tiere in den USA schnell ein Politikum werden können. So gerieten die Bidens, als sie Champ nach der Wahl 2008 angeschafft hatten, in die Kritik. Michael Markarian von den Tierschutzorganisation „Humane Society of the United States“ etwa beschwerte sich, der Hund sei gekauft und nicht aus einem Tierheim geholt worden – letzteres wäre aber eindeutig dem Tierwohl zugute gekommen. Ein Kauf hingegen unterstütze die kommerziellen Tierhändler.

Der Hintergrund der tierischen Anschaffung: Als Barack Obama 2008 für das Präsidentenamt kandidierte, versprach er seinen Töchtern, dass sie nach den Wahlen einen Hund bekämen, ganz gleich, ob er die Wahlen nun gewinnen oder verlieren würde. Auch der Vizekandidat Biden hatte seiner Frau Jill versprochen, dass sie einen Hund bekommen würden, wenn er und Obama gewännen. Der Zeitung Christian Science Monitor schrieb seinerzeit, Jill habe dafür gesorgt, dass ihr Mann sein Versprechen nicht vergesse. Und dann war Champ da. Der Ärger auch.

Zehn Jahre später schienen die Bidens dazugelernt zu haben. Mit Major holten sie – politisch korrekt – dann einen Hund aus dem Tierheim. Ashley Biden, die Tochter des Politikers, hatte ihrem Vater einen Facebook-Post geschickt; darin war von einem Wurf aus sechs Schäferhundwelpen zu lesen, die vergiftet und in eine Tierklinke eingeliefert worden waren. Die Bidens holten eines der Tier zu sich nach Hause. Und damit die politische Botschaft: Joe steht für so wichtige Werte wie Mitgefühl und Verantwortung.

Die Delaware Humane Association markierte die Adoption mit einem Beitrag auf Instagram : „Heute ist Majors Glückstag! Major fand nicht nur sein Zuhause für immer, sondern er wurde auch von Vizepräsident Joe Biden und Dr. Jill Biden adoptiert! Die Bidens haben es geschafft.“