Michael Müller steigt in seinen Mercedes S 600 Guard.
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BerlinBerlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) bekommt im kommenden Jahr einen neuen Dienstwagen, der besser für die Umwelt sein soll als sein aktuelles Modell. Es handle sich bei dem neuen Wagen um einen Audi mit besonderer Sicherheitsausstattung, aber mit reduziertem Ausstoß, sagte Senatssprecherin Claudia Sünder am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Der Wagen wird demnach im Verlauf des ersten Halbjahres 2020 zur Verfügung stehen.

Der Grund für die Mitteilung ist die jüngste Kritik der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Denn im Moment ist  Müller mit dem umweltschädlichsten Dienstwagen aller Länderchefs unterwegs. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Erhebung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hervor. Demnach stößt Müllers gepanzerter S-Klasse-Mercedes im Realbetrieb 408 Gramm Kohlendioxid (CO2) je Kilometer aus. Zudem frisst der 530 PS starke Benziner mit einem Normverbrauch von 11,6 Litern je 100 Kilometern den meisten Sprit.

Zum Vergleich: Der am umweltfreundlichsten motorisierte Länderchef, Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD), erzeugt mit seinem Dienstwagen laut DUH real 200 Gramm CO2 je Kilometer. Er ist in einem Hybrid-Mercedes E-Klasse unterwegs.

DUH- Definition ist nicht identisch mit Angaben der Hersteller

Mit seiner gesamten Fahrzeugflotte liegt der rot-rot-grüne Senat im DUH-Ländervergleich mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 202 g/km aber immerhin auf Platz 2 von 16. Am besten steht nur  Bremen da (199 g/km), Hamburg ist gleichauf mit Berlin. Liegt aber vielleicht auch daran, dass in den Stadtstaaten  weniger Autobahnkilometer gefahren werden. Schlusslicht ist Hessen (255 g/km).

Die „reale“ DUH-Definition des CO2-Ausstoßes ist nicht identisch mit den Angaben zum offiziellen Normausstoß der Autohersteller, die deutlich tiefer liegen. Bei ihrer eigenen Erhebung berechnet die DUH die durchschnittliche Abweichung der Herstellerdaten von Messwerten im tatsächlichen Fahrbetrieb. Sie stützt sich dabei auf Methoden des Umweltforschungsverbunds ICCT, der den VW-Abgasskandal mit aufdeckte.

Müllers Limousine hat besondere Anforderungen

Die Dienstlimousine des regierenden Bürgermeisters von Berlin muss sich besonderen Herausforderungen stellen. Über die Sicherheitsanforderungen des Dienstwagens entscheidet das Landeskriminialamt, das ständig die Gefährdungslage analysiert. Somit ist Müllers  Auto das sicherste der Stadt, der Boden ist mit einer zusätzlichen Metallplatte verstärkt. Die Fenster sind kugel- und splittersicher. Das bedeutet, dass der Wagen auch den Beschuss durch ein Sturmgewehr, sowie die Sprengkraft von zwei Handgranaten aushalten kann. Der S-600 wiegt dadurch etwa 4 Tonnen. Gefahren wird Michael Müller von einem speziell ausgebildeten Fahrer, der ihn notfalls schnell in Sicherheit bringen kann.