Mund-Nasen-Schutze sollten bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Auswechseln ist vor allem dann ein Muss, wenn sie durchs Tragen durchfeuchtet sind.
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BerlinEs ist ein Utensil mehr geworden. Wer sich aus dem Haus begibt, hat neben Schlüssel und Portemonnaie jetzt wohl zumeist auch den Punkt „Maske“ auf der inneren Checkliste. Denn in Corona-Zeiten braucht man einen Mund-Nasen-Schutz beim Einkaufen, Bus- und Bahnfahren. Manche ziehen ihn bei Bedarf aus der Hosentasche, andere tragen ihn unterm Kinn oder lassen ihn lose am Handgelenk baumeln, wenn er nicht gebraucht wird. Wie sieht es also mit der Hygiene aus? Wie lange schützt eine solche Alltagsmaske aus Stoff?

Nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bieten Alltagsmasken aus Stoff – auch als Community Masken oder DIY-Masken bekannt –  zwar keine nachgewiesene Schutzwirkung gegen das Virus, dienen aber als Barriere für den Tröpfchenauswurf des Maskenträgers. Sie können damit Studien zufolge die Gefahr einer Übertragung zumindest ein Stück weit verringern. Die Masken sollten nach einmaliger Nutzung idealerweise bei 95 Grad Celsius, mindestens aber bei 60 Grad gewaschen und anschließend vollständig getrocknet werden, heißt es vom BfArM.

Allerdings erscheint dieser Rat wenig praxistauglich. Das finden auch Infektiologen wie Sebastian Lemmen von der Uniklinik Aachen, der bezweifelt, dass das im Alltag umzusetzen wäre. Viele tragen ihre Maske sicherlich mehrmals, ohne sie jedes Mal zu reinigen.

Das sei erst mal kein Problem, sagt der Infektiologe Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg. Dem Experten zufolge kann die Alltagsmaske in einem gewissen Zeitfenster durchaus beliebig oft getragen werden. Wie lange am Stück man einen Mundschutz tragen kann, hängt vor allem von der körperlichen Aktivität ab. Absetzen und auswechseln sollte man ihn aber sofort, wenn er feucht ist, empfiehlt zum Beispiel das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Ansonsten rät es zum Auswechseln spätestens nach drei bis vier Stunden.

Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik in Kaiserslautern, das die Tragedauer von Schutzmasken untersucht hat, lässt die Filterwirkung mit zunehmender Feuchte nach. Runter muss die Maske demnach spätestens bei einer kompletten Durchfeuchtung, denn dann bestehe die Gefahr einer Infektionsbrücke zwischen tragender Person und der Umgebung. Das bedeutet: Beim Husten oder Niesen könnten dann Tröpfchen von der Außenfläche der durchfeuchteten Maske in die Umgebung geschleudert werden – und andere möglicherweise mit dem Erreger anstecken. (mit dpa)