Washington/Berlin - US-Präsident Joe Biden hat alle Hände voll zu tun, das ramponierte Image seines Landes wieder aufzupolieren, den Kurs seines Amtsvorgängers zu korrigieren und die USA wieder in eine weltpolitische Führungsrolle zu hieven. Als ob das noch nicht genug wäre, drängt ein weiteres Projekt auf die To-do-Liste. Die First Dogs, die Präsidentenhunde des Weißen Hauses, hadern offenbar noch immer mit ihrer neuen Umgebung und vielleicht auch mit der ihnen nun obliegenden öffentlichen Aufmerksamkeit und den damit verbundenen Benimmregeln. 

Besonders der Schäferhund Major neigt bekanntlich zu aggressivem Verhalten und Beißattacken. Das jüngere der beiden Tiere bereitet Joe und Jill Biden schon länger Kopfzerbrechen, war es doch nach dem Amtsantritt seines Herrchens im Januar in Washington mehrfach auffällig geworden: Von mindestens einer Beißattacke im Weißen Haus war die Rede, außerdem hatte Major Angestellte und Sicherheitspersonal angesprungen und angebellt. Daher musste der Deutsche Schäferhund bereits im März einmal kurzzeitig aus dem Weißen Haus verbannt werden, in Bidens Haus in Wilmington, Delaware erhielt er ein spezielles Training.

Doch das war offenbar nicht ausreichend. Denn im Anschluss hatte Major erneut zugeschnappt und einen Mitarbeiter des Weißen Hauses gebissen. Es handelte sich um einen Mann, der mit Gartenarbeiten beschäftigt war, er blieb glücklicherweise unverletzt. Konsequenzen soll es trotzdem geben: Eine weitere Runde „First Dog“-Unterricht steht an. Ein Sprecher von First Lady Jill Biden teilte am Montag mit, der Schäferhund werde den Amts- und Regierungssitz des Präsidenten erneut für ein paar Wochen verlassen, um ein spezielles Training zu bekommen, wie sich ein Präsidentenhund zu verhalten hat. Woher soll ein Deutscher Schäferhund sonst auch wissen, wie das Leben im Weißen Haus so läuft? Joe Biden äußerte selbst gegenüber dem Sender ABC Verständnis: Major wolle ihn nur beschützen. Der Hund erschrecke nun mal, wenn er „im Weißen Haus um die Ecke kommt und da sind zwei Leute, die er nicht kennt“.

Der ältere Hund Champ hingegen darf im Weißen Haus bleiben. „Champ wird hier sein“, sagte der Sprecher der Präsidentengattin. Der sanftere der beiden Hunde ist bereits seit 2008 bei den Bidens. Den temperamentvollen Major holten sie 2018 aus dem Tierheim dazu, um Champ jung zu halten. Major ist nach Angaben von Bidens Team der erste Tierheimhund im Weißen Haus.