Berlin - Auch nach Ende der epidemischen Lage, wie sie von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt wurde, sollen im Herbst und Winter weiterhin zwei Basis-Maßnahmen beibehalten werden: die Corona-Hygieneregeln sowie die 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet). Das erfuhr die Berliner Zeitung aus Regierungskreisen.

Überall dort, wo viele Personen, deren jeweiliger Immunitäts- oder Teststatus nicht bekannt ist, in geschlossenen Räumen zusammentreffen, soll die AHA+L–Formel gültig sein (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Lüften). Insbesondere gelte dies für das Tragen der Schutzmaske im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel.

Zudem müsse die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) Voraussetzung für den Zutritt zu oder die Teilnahme an bestimmten Dienstleistungen oder Veranstaltungen bleiben. Unter anderem werden dabei Innengastronomie, körpernahe Dienstleistungen, Hotelübernachtungen, Sport im Innenbereich, Veranstaltungen im Innenraum sowie Großveranstaltungen drinnen oder draußen aufgeführt.

2G-Optionsmodell soll einheitlich umgesetzt werden

Das 2G-Optionsmodell (geimpft oder genesen) bei gleichzeitigem Wegfall anderer Corona-Maßnahmen wie Mindestabstand – wie es aktuell auch in Berlin mancherorts vorgesehen ist – solle unbedingt beibehalten und idealerweise einheitlich in allen Ländern umgesetzt werden. Dabei sei zu beachten, dass die erreichten Impfquoten der einzelnen Bundesländer große Unterschiede aufweisen. Insbesondere für die Länder mit niedrigeren Impfquoten drohe für Herbst und Winter eine Infektionsdynamik, die zu einer regionalen starken Belastung oder sogar Überlastung des Gesundheitswesens führen könne – und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch werde.

In Zukunft notwendig und gültig seien auch Quarantäne-Maßnahmen, serielle Testungen an Schulen, in Kitas und weiteren Gemeinschaftseinrichtungen sowie Schutzmaßnahmen in Schulen, Kitas und Pflege- und Altenheimen.

Übergangsphase vom pandemischen in endemisches Geschehen

Deutschland befinde sich aktuell in der Übergangsphase vom pandemischen in ein endemisches Geschehen. Die Dauer dieses Übergangs lasse sich zeitlich nicht auf eine Kalenderwoche genau bestimmen. Das Robert-Koch-Institut zumindest schätze das Risiko durch das Coronavirus für geimpfte Personen als moderat ein.

Sofern sich keine neue Variante in Deutschland und Europa verbreitet, bei der die Wirkung des Impfstoffs stark oder vollständig eingeschränkt wird, seien weitergehende bundesweite Beschränkungen nicht mehr notwendig. Die epidemische Lage von nationaler Tragweite nach §5 Infektionsschutzgesetz (IfSG) könne daher am 25. November 2021 als bundesweite Ausnahmeregelung auslaufen. Damit werde auch ein seit fast 19 Monaten bestehender Ausnahmezustand beendet.