Seattle - Negativrekord in der Arktis: Im Polarmeer nordöstlich von Grönland war die Meereisbedeckung im August 2020 mit 52 Prozent so niedrig wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Dabei war das Eis am 1. Juni sogar noch durchschnittlich dicker gewesen als in den Vorjahren (2011 bis 2019). Forscher um Axel Schweiger von der University of Washington in Seattle rekonstruieren nun die Prozesse mithilfe von Satellitenmessungen und Computersimulationen. Im Fachjournal „Communications Earth & Environment“ beschreiben sie eine ungewöhnliche Wetterlage und den Anteil des Klimawandels an der Rekordschmelze, die das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ vor einem Jahr in der Region registriert hatte.

Die Wandelsee nordöstlich von Grönland zählt zusammen mit dem Meeresgebiet um die nördlichen kanadischen Inseln zur „letzten Eisfläche“ (Last Ice Area). So nennen Wissenschaftler das Gebiet, weil sie aufgrund von Simulationen in Klimamodellen erwarten, dass dort am längsten ganzjährig Meereis zu finden sein wird. „Die Last Ice Area gilt als letztes Refugium für mit Eis verbundene arktische Meeressäuger, wie Eisbären (Ursus maritimus), eisabhängige Robben wie Ringelrobben (Pusa hispida) und Bartrobben (Erignathus barbatus) und für Walrosse (Odobenus rosmarus), für das ganze 21. Jahrhundert“, schreiben Schweiger und Kollegen.

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