Berlin/Lima - Das peruanische Reservat El Sira ist ein Paradies für Naturfreunde. Auf einer Fläche von mehr als 6000 Quadratkilometern leben in dem Schutzgebiet etliche endemische und bedrohte Arten. So findet man dort seltene Sperlingsvögel, den nur in Peru vorkommenden Orangebraunen Schattenkolibri, Gemeine Weißohropossums und Zweifinger-Faultiere. In den Tiefen des Dschungels wurden zudem bereits 105 Arten von Reptilien, Eidechsen und Schlangen sowie 68 Arten von Amphibien entdeckt, vor allem Kröten und Frösche. 

In dieser Woche konnte die Naturschutzbehörde Sernanp wieder einmal eine freudige Mitteilung machen. Eine Neuentdeckung in Form eines kleinen Frosches mit dem wissenschaftlichen Namen Pristimantis sira sp. nov. Er hüpft durch das mit tropischem Regenwald bedeckte Sira-Gebirge und verweist mit seiner schieren Existenz nicht nur auf die hohe Biodiversität des Areals, sondern auch auf die Notwendigkeit großer Schutzgebiete wie des Reserva Comunal El Sira.

Der neue Lurch zählt zur Familie der Pristimantis sira und bevölkert eine Bergregion, die 1550 bis 2200 Meter hoch liegt. Sein brauner oder dunkelgrauer Körper ist mit hellen Flecken gesprenkelt, die schwarze Pupille von einem kupfer-orangefarbenen Ring umschlossen. Eine Besonderheit ist zudem eine markante Kreuzungsmarke auf der Iris und das fehlende Trommelfell.

In der Regel können Frösche sehr gut hören, auch wenn sie keine sichtbaren Ohren besitzen. Die meisten Frösche verfügen aber über ein gut entwickeltes Trommelfell zur Schallaufnahme sowie ein Mittelohr, das den Reiz über einen Gehörknochen ins Innenohr überträgt.

Frösche, die kein Mittelohr mit Trommelfell haben, sind aber nicht zwingend taub. Französische Wissenschaftler fanden 2013 heraus, dass manche Arten wie etwa einige winzige Seychellenfrösche mit dem Mund hören können. Sie nutzen ihre Mundhöhle als Resonanzraum und leiten Töne durch sie hindurch ans Innenohr weiter. Ob der nun entdeckte Lurch diese Fähigkeiten ebenfalls hat oder ob er wie andere Arten gehörlos ist, das muss noch erforscht werden. Es bleibt spannend.