Darmstadt - Unverhofft kommt oft: Nicht etwa in dem tiefen, unberührten Regenwald, sondern am belebten Straßenrand haben Wissenschaftler im peruanischen Nationalpark Cordillera Azul eine neue Art aus der Gruppe der Nasenkröten entdeckt. Wie die Forscher um den Zoologen Jörn Köhler vom Hessischen Landesmuseum Darmstadt in der Zeitschrift Salamandra berichten, wurde die Kröte bereits 2019 entdeckte, doch sei für ihre Identifizierung eine genetische Untersuchung notwendig gewesen.

Die Kröte hätte auch von einem Auto überfahren werden können

Wie der Name schon zu verstehen gibt, zeichnet sich Rhinella chullachaki  durch eine ausgeprägte Nasenpartie aus. Anders als andere Kröten sei sie allerdings nicht braun, sondern überwiegend grün gefärbt. Am meisten allerdings wunderten sich sie Wissenschaftler über den Fundort – der Rand einer viel befahrenen Straße, neben dem geparkten Auto der Forscher. Die Kröte hätte auch leicht unter die Räder kommen können.

Ihr wissenschaftlicher Name soll dann auch an die prekäre Situation der Regenwälder und ihrer Bewohner erinnern. Chullachaki heißt nämlich eine mythische Waldkreatur des peruanischen und brasilianischen Amazonas-Dschungels. „Wir weisen damit auf die anhaltende Lebensraumzerstörung in Amazonien hin“, erklärt der peruanische Koautor Ernesto Castillo vom Naturhistorischen Museum in Lima.