Neuer Test : User können jetzt auf Google prüfen, ob sie Depressionen haben

Wer in den USA bei Google nach Depressionen sucht, dem passiert nun folgendes: Er bekommt einen Selbsttest angeboten, mit dem er herausfinden kann, ob er selbst depressiv ist.

Sobald das Stichwort in die Suchmaschine eingegeben wird, öffnet sich ein Infokasten oben in den Suchergebnissen, das Google „Knowledge Panel“ nennt. Dort finden sich Informationen zum Krankheitsbild: Eine Beschreibung der Krankheit, welche Symptome typisch dafür sind und mögliche Behandlungsmöglichkeiten.

„Wie oft waren Sie in den vergangenen zwei Wochen lustlos?“

Das Besondere: Zusätzlich zum Infokasten wird ein niedrigschwelliger Selbsttest mit dem Namen „PHW-9“ angeboten. Die erste Frage lautet: „Wie oft waren Sie in den vergangenen zwei Wochen lustlos?“ Bei den Antwortmöglichkeiten kann der Nutzer auswählen: „Überhaupt nicht“, „an einzelnen Tagen“, „an mehr als der Hälfte der Tage“ oder „an fast jedem Tag“. Insgesamt werden neuen Fragen gestellt, in denen sich der Nutzer selbst einschätzen soll.

Ziel ist es laut Google-Frau Susan Cadrecha nicht, eine medizinische Untersuchung zu ersetzen, sondern vielmehr herauszufinden, ob man sich in Behandlung begeben sollte.

Google arbeitet mit Betroffenen zusammen

Warum das alles? Google arbeitet eng mit der Organisation „National Alliance of Mental Illness“ (NAMI) zusammen, in der sich Betroffene organisiert haben. Für den Selbsttest verwendet Google den Fragebogen PHQ-9, der auch von Ärzten in Kliniken eingesetzt werde. 

Depressionen gehören zu den häufigsten und am meisten unterschätzten Erkrankungen. Jeder fünfte deutsche Bundesbürger erkrankt ein Mal im Leben an einer Depression. Auch hierzulande wird mit diesem Test gearbeitet. Die Deutsche Depressionshilfe bietet den „Stimmungstest“, wie es heißt, ebenfalls im Internet an. Außerdem werde er „auch von Ärzten und Therapeuten für das Screening genutzt“, heißt es da.

Die Ergebnisse sollten Nutzer ernst nehmen. Die Deutsche Depressionshilfe weiter: „Die Ergebnisse können Hinweise liefern, stellen aber keine medizinische Diagnose dar. Für eine gesicherte Diagnosestellung suchen Sie bitte Ihren Hausarzt, einen Facharzt oder Psychologen auf.“

„Menschen dazu bringen, sich Hilfe zu suchen“

So erklärt NAMI-Chefin Mary Giliberti auf dem Google-Blog: „Wir glauben, dass wir durch die Informationen auf Google mehr Menschen dazu bringen können, sich Hilfe zu suchen.“ Google ist auch in den USA die am meisten verwendete Suchmaschine.

Bislang ist der Fragebogen nur in den USA und nur mobil abrufbar. Ob der Konzern den PHQ-9-Fragebogen auch in anderen Ländern in seine Suche einbauen wird, bleibt zunächst unklar. (sar)