New York - Die Westminster Kennel Club Dog Show ist die älteste jährlich durchgeführte Hundeausstellung der Welt. Das Schaulaufen wird seit 1877 von dem nicht minder altehrwürdigen Westminster Kennel Club organisiert und war in seinem Anfängen den Jagdhunden vorbehalten – vor allem den Settern und Pointer. Gegründet wurde der Club von Weidmännern, Jägern also, die sich regelmäßig im Westminster Hotel am Irving Place, Ecke Sechzehnte Straße in Manhattan trafen. Zu den Preisen der ersten Hunde-Ausstellungen, die im Madison Square Garden stattfanden, gehörten auch solche Preziosen wie Pistolen mit Perlengriff.

Schräg-schöne Paarungen von Mensch und Tier

Die einfach auch nur Westminster Show genannte, dabei sehr vornehme Veranstaltung wuchs sich schnell aus, alsbald kamen andere Hunde dazu. Das einzige Teilnahmekriterium: Sie müssen reinrassig sein. Weil die Zahl der Teilnehmer aus Platzgründen auf 2500 Hunde beschränkt ist, werden allerdings nur noch die besten fünf Hunde jeder Rasse eingeladen, ein Ranking, das sich aus der Anzahl der im Vorjahr bei anderen Ausstellungen gewonnenen Preisen berechnet. Die Westminster Kennel Club Dog Show ist also eine exklusive Hunde-Schau, sie versammelt eine illustre, bisweilen bizarr-schräge Schar aus Hunden und Menschen.

AP/John Minchillo
Neugotische Kulisse in Lyndhurst: Chet, so heißt dieser sportliche Berger de Picardie, springt durch einen Reifen auf dem Hindernisparcours.

In diesem Jahr fand die Tier-Sause nicht im Madison Square Garden statt, sondern war coronabedingt auf den feinen, bei New York gelegenen Landsitz Lyndhurst in Tarrytown unter den freien Himmel verlegt worden. Am Wochenende war es nun so weit: Bei der 145. Ausgabe der Westminster Show trafen sich 206 Rassen aus 50 US-Bundesstaaten, Puerto Rico und zehn weiteren Ländern zum Wettbewerb – auch an diesem Sonntag wird die übrigens zuschauerlose Konkurrenz noch laufen. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz, es stehen mittlerweile auch schon einige Sieger fest, davon können wir in unserer Bildergalerie gleich einen zeigen.

Doch viel schöner sind die Eindrücke von den innigen Mensch-Tier-Paarungen. Vor allem sie haben wir in unser kleinen Tierschau festhalten wollen: Hunde und ihre Halter:innen am wehend-wallenden Limit.

AP/John Minchillo
Schönheit und Schleifen: Remedy, ein Briard, wird nach allen Regeln der Kunst aufgebrezelt und verfügt offenbar über eine Engelsgeduld.
AP/John Minchillo
Hunde-Couture: Der Mops Matty Pugdashian (v.) posiert für die Zuchtbewertung. Witz am Rande ist die aparte Mischung im Namen aus Mops (pug) und Kardashian.
AFP/Timothy A. Clary
Ein Flausch und eine Seele: Barbara Becker und ihr Chow Chow bereiten sich auf das Schaulaufen vor – sehr wohl anzunehmen, dass sie ihm Mut zusprechen will.
AP/Mary Altaffer
Leckerschmecker: Verb, ein Border Collie, leckt überschwänglich seiner Besitzerin Perry DeWitt die Wangen: Die beiden gewannen das Hindernisrennen – die „agility competition“.
AP/John Minchillo
Achtung scharf: An einem Bichon Frisé wird letzte Hand angelegt.
AP/John Minchillo
Ein Defilee der Anmut: Französische Bulldoggen werden den gestrengen Richtern vorgeführt, hier geht es ums „breed judging“, also die Bewertung der Zucht.
Charakterkopf mit Championsband um den Hals: Ein Schottischer Terrier wartet auf seinen Einsatz – Wettbewerbe bestehen zumeist aus Warten.
AP/John Minchillo
Teamwork und Fitness: Ein Australian Shepherd mit seiner agilen Halterin.
AP/John Minchillo
Schönes Haar ist ihm gegeben: Seth, ein Langhaarcollie, inmitten des Coiffeur-Gedöns.
AP/John Minchillo
Corona, Maske und feines Resthaar: Venom ist ein Chinesischer Schopfhund.